Besuchsverbote: Paderborner Krankenhäuser wollen Patienten die Kommunikation erleichtern
Telefon, TV und WLAN nun gratis

Paderborn (WB). Für die Dauer des Besuchsverbots verzichten die Paderborner Akutkranken­häuser auf die Erhebung von Beiträgen für Telefon, WLAN und TV. „Wir wollen allen Patienten die Kommunikation mit ihren Angehörigen erleichtern“, sagt Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef. „Dabei ist uns bewusst, dass der Gebührenerlass nur ein schmaler Trost für die Patienten ist“, sagt Jürgen Thau, kaufmännischer Geschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH.

Donnerstag, 05.11.2020, 05:42 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 09:46 Uhr
Für die Dauer des absoluten Besuchsverbots verzichten die Paderborner Akutkrankenhäuser auf die Erhebung von Beiträgen für Telefon, W-Lan und TV.

Die Verantwortlichen der Krankenhäuser wenden sich darüber hinaus mit einem wichtigen Appell an alle Paderborner: „Wer Symptome einer ernstzunehmenden Erkrankung verspürt, beispielsweise bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, sollte weiterhin dringend und sofort die Notaufnahmen eines Kranken­hauses aufsuchen“, sagt stellvertretend für die Ärzteschaft Dr. Heiner Gellhaus, Ärztlicher Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef.

„In den vergangenen Wochen haben wir zum Schutz der Patienten, Mitarbeiter und Besucher weitreichende Schutzmaßnahmen ergriffen. Direktorium und die Hygiene-Experten beraten täglich über die aktuelle Entwicklung“, bekräftigt Ute Panske, Geschäftsführerin des Krankenhauses und Vorstandsmitglied im St.-Johannisstift. „Patienten, die mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion zur stationären Aufnahme kommen, werden abgestrichen und bis zur Kenntnis des Ergebnisses separiert, so dass alle anderen Patienten geschützt werden. Vor geplanten Operationen bringen alle Patienten ein Testergebnis zur stationären Aufnahme mit. Durch dieses Vorgehen minimieren wir das Ansteckungsrisiko im Krankenhaus“, sagt Dr. Martin Baur, Ärztlicher Direktor der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH Paderborn.

„Menschen dringend die Angst nehmen“

Dieses Vorgehen diene der maximalen Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern: „Wir müssen den Menschen mit schwerwiegenden Symptomen dringend die Angst nehmen, eine Notaufnahme oder ein Krankenhaus aufzusuchen.“ Siegfried Rörig erinnert an die Auswirkungen der ersten Welle der Pandemie: „Es kam zu einem Rückgang der kardialen Notfälle. Nur weil es momentan eine Pandemie gibt, werden Herzen nicht gesünder.“

Eine klare Botschaft kommt von den Teams in den Notfallaufnahmen: „Akute Probleme und Erkrankungen sollten nicht verschoben werden, die Patienten sollten auf die durchdachten Hygienekonzepte vertrauen. Setzt eine notwendige Behandlung verzögert ein, können die daraus resultierenden Schäden irreparabel sein.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7664373?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
RKI mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), spricht bei einem Pressebriefing zur aktuellen Covid-19-Lage in Deutschland.
Nachrichten-Ticker