Kehle durchgeschnitten – Ehemann in Haft
Mutter getötet, drei Kinder in Obhut

Paderborn -

In Paderborn-Sennelager hat ein Mann am Dienstagabend seiner Frau die Kehle durchgeschnitten und dann die Polizei gerufen. Oberstaatsanwalt Ralf Meyer beantragte beim Amtsgericht einen Haftbefehl wegen Mordes.

Donnerstag, 05.11.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 10:42 Uhr
Das Verbrechen soll in diesem VW Golf geschehen sein: Das Foto zeigt Polizisten und Rettungssanitäter am Tatort in Paderborn-Sennelager, wo der Ehemann des Opfers festgenommen wurde.

Blutspuren auf dem geschotterten Hof des Mehrfamilienhauses ließen auch zwölf Stunden nach der Tat noch erkennen, wo das Verbrechen geschehen war: In Paderborn hat ein Mann am Dienstagabend seiner Frau die Kehle durchgeschnitten und dann die Polizei gerufen.

Oberstaatsanwalt Ralf Meyer beantragte beim Amtsgericht einen Haftbefehl wegen Mordes.

Wahid A. (29) stammt aus Syrien und lebte mit seiner Frau Nuha (20) und drei Kindern in Paderborn-Sande. Am Dienstag kümmerten sich Verwandte im Stadtteil Sennelager um die Kinder. Vor dem Haus der Verwandten kam es dann am späten Abend zu dem Verbrechen. Die Eheleute saßen in einem VW Golf, als Wahid A. seine Frau mit einem Messer tötete. Warum – dazu machte die Mordkommission am Mittwoch keine Angaben.

 Aus dem Umfeld der Frau hieß es, man habe gehört, sie habe ihren Mann verlassen wollen. Ob das stimmt, war bisher nicht zu erfahren.

Um 23.10 Uhr rief Wahid A. per Notruf die Paderborner Polizei an. Er gab die Adresse „Am Heilandsfrieden“ durch und forderte die Beamten auf, zu kommen. Dann legte er auf. Rückrufe durch die Leitstelle seien unbeantwortet geblieben, teilte die Polizei mit. Zehn Minuten später habe sich der Mann erneut gemeldet und angegeben, seine Frau getötet zu haben.

Im Innenhof des Mehrfamilienhauses fanden Streifenpolizisten den weißen VW Golf mit der Leiche der Frau. Sie nahmen den Mann fest, er wurde zur Polizei gebracht. Zum Schutz der Beamten musste sich der Syrer einem Corona-Schnelltest unterziehen, der negativ ausfiel.

 Die Spurensicherung ließ den Innenhof ausleuchten und arbeitete mehrere Stunden, bevor die Leiche geborgen und der VW weggebracht wurden. Ein Nachbar: „Es war anfangs auch noch ein Rettungswagen da, aber man konnte bald erkennen, dass hier niemand mehr zu retten war.“

Ob die in dem Mehrfamilienhaus lebenden Verwandten etwas von der Tat mitbekommen haben, ist unklar. Das Jugendamt der Stadt habe noch in der Nacht die drei Kinder in Obhut genommen, sagte Stadt-Sprecher Jens Reinhardt.

Die 20-jährige wurde am Mittwoch von Rechtsmedizinern der Uni Münster obduziert.

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