28 Ateliers im Kreis Paderborn öffnen ihre Türen
Es lebe die Kunst!

Paderborn (WB). Kunst soweit das Auge reicht: Als 28 Ateliers aus dem Kreis Paderborn am vergangenen Wochenende ihre Türen für Kunstliebhaber öffneten, wurde die Paderborner Kunstszene in all ihrer Vielfalt zur Geltung gebracht.

Sonntag, 01.11.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 19:14 Uhr
Volker Heisener gastiert mit seiner Malerei bei seiner Nachbarin Claudia Cremer-Robelski. Foto: Rebecca Borde

Das Projekt der „Offenen Ateliers“ solle laut Künstler und Mitveranstalter Wolfgang Brenner in erster Linie dazu dienen, Menschen den Kontakt zum Künstler zu ermöglichen: „Das Projekt lebt von Interessierten. Jeder kann in unsere Ateliers kommen und sehen, wie wir arbeiten.“ So würden Begegnungen geschaffen, und die Schwelle, die Künstler und Interessierte trennt, könne minimiert werden. Auch eine Atelier- und Stadtführung am Samstag sowie eine geführte Fahrradtour am Sonntag waren im Projekt mit inbegriffen.

Das Projekt konnte bereits zum 19. Mal stattfinden, was unter den aktuellen Bedingungen und noch folgenden Einschränkungen keine Selbstverständlichkeit für die Veranstalter ist: „In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders, aber wir sind sehr froh, dass es trotzdem geklappt hat. Vielleicht ist das vorerst das letzte Mal, dass wir das Fähnchen der Kunst hochhalten können“, sagt Brenner. Gemeinsam mit Dagmar Venus, Horst Krause und Hyazinth Pakulla organisierte er das Projekt, das finanziell von der Stadt Paderborn und der Sparkasse getragen wird.

Zum ersten Mal dabei war Wolfgang Safer aus Österreich, der im Atelier von Petra Lettermann Raum für seine Kunst gefunden hat.

Zum ersten Mal dabei war Wolfgang Safer aus Österreich, der im Atelier von Petra Lettermann Raum für seine Kunst gefunden hat. Foto: Rebecca Borde

Ob ein Künstler nun auch unter den erschwerten Bedingungen durch die Pandemie teilnehmen wolle, sei jedem selbst überlassen gewesen. Abgesagt hätten insgesamt acht Ateliers. „Einige Künstler mussten sich abmelden, weil ihre Ateliers zu klein sind, um den Mindestabstand einzuhalten. Andere gehören zur Risikogruppe und haben deshalb abgesagt“, erklärt Brenner.

Er selbst öffnete die Türen seines Ateliers @19, in welchem er gemeinsam mit seiner Frau Dagmar Venus selbst kreierte Werke präsentiert. Dort lassen sich imposante Fotografien sowie Werke des experimentellen Siebdrucks finden. Zu Besuch habe dort eigentlich Künstlerin Jasna Barišić aus Kroatien sein sollen, doch auch sie musste die weite Reise absagen. Ihre Kunstwerke sind dennoch im @19 zu sehen.

Nachbarschaftshilfe

Für die Künstlerin Claudia Cremer-Robelski war jedoch sofort klar: „Ich mache auf jeden Fall mit.“ Sie lud in ihr Atelier CCR ein, wo sie ihre realistische Malerei ausstellte. In ihren Bildern lassen sich kleine Abstraktionen finden, doch die Künstlerin regt vor allem durch ihre provokanten Themen zum Nachdenken an. So lässt sich aktuell die Abbildung eines Virus‘ in so manchem Bild wiederfinden. Doch sie zeigt nicht nur eigene Kreationen, sondern auch Werke ihrer Schüler, die allerdings vorerst unvollendet bleiben müssen: „Meine Schüler sind sehr traurig, dass sie in den nächsten Wochen wegen der verschärften Maßnahmen nicht mehr herkommen dürfen. Sie haben ihre Bilder vor kurzem erst angefangen und können sie nicht mehr fertigstellen.“

Direkte Nachbarn des Ateliers CCR sind „Stümper & Konsorten“, die in diesem Jahr nicht am Projekt teilnehmen. Ihr Atelier befindet sich erst seit vier Monaten in den Räumlichkeiten der Schulstraße 13. Die offizielle Eröffnung solle aber nicht unter den aktuellen Umständen stattfinden, erklärt Volker Heisener, der Teil der Künstlergruppe ist. Er gastierte bei seiner Nachbarin und konnte seine Malerei so im Atelier CCR präsentieren.

Große Freude bei Künstlern

Zum ersten Mal Teil des Projekts war der Künstler Wolfgang Safer aus Österreich, der nun seit Januar im Atelier von Petra Lettermann Raum für seine Kunst gefunden hat. Safer thematisiert in seinen Werken Popmusik und arbeitet mit Texten, Worten und Symbolen. Diese stellt mit dem Kontrast zwischen hell und dunkel in Form von Textilien, Papier oder durch Leuchttafeln in den Vordergrund.

Petra Lettermann hingegen widmet sich der intuitiven Prozessmalerei. Auf Leinwänden mit feuchtem Marmormehl arbeitet sie verschiedene Pigmente ein und erhält so unvorhersehbare Ergebnisse, die immer wieder neue Atmosphären schaffen. Für sie ist es bereits die zweite Teilnahme am Projekt, doch große Unterschiede zum vergangenen Jahr seien kaum spürbar: „Natürlich sind die Menschen vorsichtiger, aber trotzdem hatten wir heute schon sehr viele Besucher.“ Sie und Wolfgang Safer sind sich mit allen teilnehmenden Künstlern einig: „Wir freuen uns total, dass das Projekt stattfinden kann.“

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