Lockdown: Paderborner CDU-Abgeordneter vermisst klare Strategie
Linnemann zweifelt

Paderborn -

Der Paderborner CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann vermisst beim erneuten Lockdown, der für den gesamten November gilt, eine Exit-Strategie für die Zeit danach.

Freitag, 30.10.2020, 20:11 Uhr
Skeptisch: Carsten Linnemann (CDU). Foto: dpa

 

„Wie viele Lockdowns können wir uns leisten, wenn das Pandemie-Geschehen noch einige Jahre andauert? Wir haben jetzt schon jedes Gefühl dafür verloren, was unser Land überhaupt leisten kann. Mir jedenfalls fehlt die Vorstellungskraft, wie das alles noch zu finanzieren ist“, sagte Linnemann dem Nachrichtensender NTV.

Wachstum alleine, so der Unionsfraktionsvize, werde nicht reichen. „Also dann den Sozialstaat kappen? Oder eine Inflationslösung? Zu glauben, dass wir alle drei Monate einen Lockdown light machen können, ohne dass unsere Gesellschaft schwere Schäden davonträgt, ist reichlich naiv. Dabei denke ich übrigens nicht allein an die ökonomischen Folgen, die vor allem künftige Generationen treffen werden, sondern auch an den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, so Linnemann weiter.

In seiner Funktion als Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU bekommt er auch den Frust der Gastronomen zu spüren, die nun einen Monat lang ihre Restaurants, Bars und Kneipen schließen müssen. „Wir haben investiert, Herr Linnemann. Seit Wochen und Monaten. In Lüftungsgeräte, in Plexiglas, Heizpilze. Und jetzt sagen Sie mir, Pustekuchen, das zählt alles nicht? Solche Fragen sind ja berechtigt.“

An den Argumenten, die zu dem Teil-Lockdown geführt haben, zweifelt Linnemann nicht, wohl aber an der Härte der Maßnahmen. „Ich kann nachvollziehen, dass die Zahl der Kontakte reduziert werden soll. Nur: Hätte man dazu nicht mildere und vor allem gezieltere Maßnahmen treffen können? Oder anders formuliert: Ist diese Strategie richtig?“, so Linnemann.

Seine Hoffnung sei, dass der Lockdown die geplante Wirkung entfaltet. Doch den November einfach nur abzuwarten und auf die Zahlen zu gucken, reicht ihm nicht: „Ich erwarte, dass wir schon jetzt über einen Strategiewechsel nachdenken, der dann greift, wenn sich die Zahlen nicht wie erhofft langfristig senken lassen.“

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