Geschäftsführerin Rodehuth begrüßt Pläne für einen Paderborner „Kulturwinter“
Allein in der Paderhalle

Paderborn (WB). Die Paderborner Stadthallen-Betriebsgesellschaft hat ihre Geschäftsführerin Maria Rodehuth dazu ermächtigt, mit Künstlern und deren Agenturen Sondervereinbarungen zum Beispiel zur Höhe der Miete zu treffen, um coronakonforme Kulturveranstaltungen möglich zu machen.

Samstag, 31.10.2020, 05:17 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 05:20 Uhr
Maria Rodehuth wünscht sich nichts mehr, als dass wieder Menschen die Reihen der Paderhalle besetzen dürfen. Im November wird das nicht der Fall sein. Foto: Oliver Schwabe

„Ich soll versuchen, möglichst viel zu retten“, sagte Maria Rodehuth am Freitag. In der Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch habe man ihr erweitere Kompetenzen und Freiräume zugestanden. Die Entscheidung der Bundesregierung und der Länder für einen zweiten Lockdown trifft die Paderhalle, die zuletzt zum Beispiel mit Sinfoniekonzerten mit bis zu 460 Zuhörern ein kleines Stück Normalität erreicht hatte, hart. Rodehuth: „Der Kulturbetrieb wird im November stillgelegt, und für die nachfolgenden Monate herrscht Unsicherheit. Wir können keine Planungen für die Zeit nach dem 30. November anstellen.“

Unsicherheit herrsche aber nicht nur bei der Paderhalle, den Veranstaltern und Künstlern, sondern auch beim Publikum. Maria Rodehuth befürchtet, dass die Menschen diesmal in der Weihnachtszeit deutlich weniger Karten für Veranstaltungen als üblich erwerben: „Der Großteil der Tickets wird als Weihnachtsgeschenke gekauft.“

Angst vor weiteren Schließungen

In normalen Zeiten finden im November bis zu 30 Veranstaltungen in der Paderhalle statt, im Dezember bis zu 35. Hinter dem Ziel der in Berlin getroffenen Beschlüsse, den steilen Anstieg der Infektionszahlen zu stoppen, steht Maria Rodehuth voll und ganz. Menschenleben zu retten und das Gesundheitssystem nicht zu überfordern, müssten oberste Priorität haben. Allerdings wünscht sie sich von der Politik „differenziertere Maßnahmen“; der Lockdown sei „Ausdruck dessen, dass man keine besseren Ideen hat“, und dürfe nicht zum Dauerinstrument werden. Weitere Schließungen würden der Kulturbranche „nachhaltige Schäden“ zufügen und Agenturen zur Aufgabe zwingen.

Nicht unbegrenzt Ersatztermine

Kulturveranstaltungen sieht Maria Rodehuth nicht als besondere Corona-Gefahrenpunkte an. „Wir haben ausgefeilte Hygienekonzepte erarbeitet und sehr sichere Räume geschaffen, die jetzt wieder geschlossen werden“, betonte sie am Freitag. Für Auftritte ließen sich nicht unbegrenzt Ersatztermine schaffen, Absagen seien die Folge, so dass allen Beteiligten die Einnahmen fehlten.

Maria Rodehuth begrüßt die Initiative von Carsten Hormes (Kulturbüro OWL) für einen „Kulturwinter“ in Paderborn mit kleineren Veranstaltungen wie beim „Kultursommer“ im Juli und August. „Die Paderhalle könnte ein Ort sein, und ich bin ganz intensiv mit Carsten Hormes im Austausch“, sagte die Geschäftsführerin. Allerdings müsse sich die Veranstaltung auch rentieren: „Wir können nicht für fünf, zehn oder 30 Leute die Paderhalle aufmachen.“

Kürzere Produktionen zweimal am Abend

Rodehuth setzt auf das Mittelding zwischen großen Musicalproduktionen und winzigen Kleinkunstveranstaltungen. Ihr schweben Konzerte, Kabarett- und Comedyabende oder Theateraufführungen vor – kürzere Produktionen ohne Pause und das möglichst zweimal am selben Abend. Ihr Ziel ist es, Veranstaltungen kurzfristig ins Programm aufzunehmen. Nicht nur in der Paderhalle werde das Ticketing in den nächsten Monaten „sehr kurzfristig sein“. Rodehuth: „Wir reden über Vorläufe von 14 Tagen.“

Ein Newsletter auf der Homepage der Paderhalle informiert ab sofort darüber, welche Veranstaltungen ab Dezember unter welchen Bedingungen geplant sind. Kulturinteressierte können sich als Abonnenten registrieren. Außerdem bittet die Paderhalle all jene, die vor Mitte Mai Karten im Ticket-Center am Marienplatz gekauft haben, nachträglich ihre Kontaktdaten mitzuteilen. Sie sollen eine E-Mail mit Vor- und Nachname, Telefonnummer, Anschrift, E-Mail-Adresse und den Angaben auf den Tickets an ticket@paderhalle.de schicken. Die Rückverfolgbarkeit der Gäste bilde die Voraussetzung dafür, überhaupt Veranstaltungen durchführen zu können.

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