Paderborner (35) steht wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht
Prozess: Messerattacke auf eigenen Vater

Paderborn (WB). Die Aufarbeitung einer Bluttat in Paderborn-Elsen beschäftigt seit Freitag die Schwurgerichtskammer am Landgericht Paderborn. Ein 35-jähriger Mann soll seinen 61-jährigen Vater Anfang Mai mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Nur Dank einer Notoperation konnte das Leben des Mannes gerettet werden.

Freitag, 30.10.2020, 14:33 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 14:37 Uhr
Im Mai ist in der Straße Mühlenheide in Elsen ein 61-jähriger Mann durch seinen Sohn schwer verletzt worden. Foto: Ingo Schmitz

Die Hintergründe und Motive der Tat sind noch unklar, denn zum Prozessauftakt wurde lediglich die Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft verlesen. Die Anklage wirft dem Paderborner mit deutscher und britischer Staatsbürgerschaft unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Nachbarin und vierjährigen Sohn angegriffen

Der Beschuldigte soll seinem Vater am 3. Mai 2020 mit einem Messer mehrere Stichverletzungen zugefügt und ihn zudem mit einem Hammer am Kopf verletzt haben. Das schwer verletzte Opfer wurde später in der gemeinsamen Wohnung in der Mühlenheide gefunden.

Nach der blutigen Attacke gegen seinen Vater soll der Angeklagte in den Wintergarten seiner Nachbarin eingedrungen sein und die Frau und ihren Sohn mit Tritten und Schlägen verletzt haben. Zudem soll er das Inventar verwüstet und einen Schaden in Höhe von rund 7000 Euro verursacht haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Ein Nachbar alarmierte die Polizei. Als die ersten Streifenwagen am Tatort eintrafen, befand sich der bewaffnete Mann auf der Straße. Als der 35-Jährige aufgefordert wurde, sein Messer fallen zu lassen, soll er es in Richtung der Polizisten geworfen haben, traf jedoch nur den Streifenwagen. Verletzt wurde dabei niemand.

Unter dem Einfluss von Cannabis

Die Beamten nahmen den Beschuldigten fest und fanden seinen schwerverletzten Vater in seiner Wohnung. Er wurde umgehend in ein Krankenhaus transportiert. Die damals 40-jährige Nachbarin und ihr vierjähriger Sohn erlitten Blessuren, die ambulant behandelt wurden. Der Beschuldigte soll unter dem Einfluss von Cannabis gestanden haben.

Der Angeklagte saß nach der Tat erst in Untersuchungshaft und wurde dann in die LWL-Klinik nach Eickelborn (Kreis Soest) gebracht. Die Staatsanwaltschaft kann nicht ausschließen, dass der Angeklagte wegen einer psychotischen Störung schuldunfähig war. Der Prozess wird am 19. November fortgesetzt.

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