Paderborner Chemiker erforscht grünen Wasserstoff für nachhaltige Mobilität
Zündstoff für die Energiewende

Paderborn (WB). Der Chemiker Prof. Dr. Matthias Bauer von der Universität Paderborn erforscht in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt, wie Wasserstoff mithilfe von Sonnenlicht erzeugt werden kann.

Mittwoch, 28.10.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 00:10 Uhr
Prof. Dr. Matthias Bauer.

Airbus will bis 2035 emissionsfrei fliegen, Mercedes-Benz stellt den Brennstoffzellen-LKW vor, die Bundesregierung legt den Grundstein für eine globale Wasserstoffwirtschaft – Pläne von heute, damit die Welt grüner wird. Und die Zeit drängt: Deutschland soll bei Wasserstofftechnologien die Nummer eins werden.

Wissenschaft und Forschung arbeiten auf Hochtouren. Elementarer Bestandteil der Energiewende ist sogenannter grüner Wasserstoff, der auf Basis von Ökostrom produziert wird. „Der weltweite Bedarf an Energie und Mobilität muss gedeckt werden, ohne dabei klimaschädliche Stoffe zu produzieren. Anders kann es uns nicht gelingen, die gesetzten Klimaziele zu erreichen“, sagt Matthias Bauer.

Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung den Rahmen für die zukünftige Herstellung, Nutzung und Wiederverwendung des gasförmigen Hoffnungsträgers abgesteckt. Erklärtes Ziel ist unter anderem die sukzessive Umstellung auf grünen Wasserstoff in den Bereichen Verkehr, Industrie, Wärmemarkt. Mittel- und langfristig müsse insbesondere die Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätssektor zu einer breiten Anwendung gelangen, hält Bauer fest. „Die Dekarbonisierung – also die deutliche Reduzierung kohlenstoffhaltiger Energieträger – ist entscheidend für einen grundlegenden Strukturwechsel im öffentlichen Personenverkehr, bei PKWs und in der Transportlogistik.“

Paderborn möchte sowohl bei der Erforschung als auch bei der Entwicklung dieser Technologie künftig eine herausragende Stellung einnehmen. „Wir haben an der Universität nicht nur eine starke naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, sondern auch anwendungsbezogene Mobilitätsforscher, Software- und KI-Experten“, so Bauer.

Wasserstoff stellt als Antrieb für Elektroautos eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Treibstoffen wie Benzin oder Diesel dar. Der Wissenschaftler erklärt: „Derzeit erforschen mein Team und ich, wie Wasserstoff möglichst effizient und vor allem ressourcenschonend auf Basis von Sonnenlicht erzeugt werden kann. Zusammen mit Sauerstoff kann er relativ einfach und direkt in elektrische Energie umgewandelt werden. Als Abfallprodukt entsteht Wasser, aus dem mithilfe von Katalysatoren und Strom dann wieder Wasserstoff gewonnen werden kann. Ein grüner Kreislauf also“.

Aktuell liegt der nationale Wasserstoffverbrauch laut Bundesregierung bei rund 55 Terrawattstunden. Größtenteils stammt er als blauer Wasserstoff allerdings aus fossilen Ausgangsstoffen und geht deshalb mit erheblichen CO2-Emissionen einher. „Das muss sich dringend ändern. Wirklich nachhaltig ist nur grüner Wasserstoff“, lautet Bauers Einschätzung.

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