Paderborner Band „Mischkonsum“ hat ihre neue Single „kp“ veröffentlicht
Die Rapper von der Uni

Paderborn (WB). Der Studiengang Populäre Musik und Medien an der Universität Paderborn ist eine Keimzelle für neue Bands. Das gilt auch für „Mischkonsum“. Die fünf Mitglieder lernten sich im Studium kennen und schätzen.

Samstag, 24.10.2020, 04:41 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 21:07 Uhr
Lennart Brauers, Tillmann Coronett, Julian Burkert, Jakob Schäper und Janni Wortmann (von links) brennen darauf, wieder live zu spielen. Foto: Oliver Schwabe

Nach der EP „Mischtape“ im Dezember 2019 haben sie gerade ihre neue Single „kp“ vorgelegt. „Kp“ steht für „kein Plan“, aber in Wirklichkeit haben die jungen Männer sehr wohl einen: Sie wollen von ihrer Musik leben können.

Studiengang zieht junge Menschen mit Berufswunsch Musiker an

„Mischkonsum“ setzt sich zusammen aus Julian Burkert (23, Bass), Janni Wortmann (23, Gesang), Lennart Brauers (20, Gitarre), Jakob Schäper (22, Gesang) und Tillmann Coronett (22, Schlagzeug). Sie kommen aus der weiteren Umgebung von Paderborn oder, wie Jakob Schäper, sogar aus Rheinland-Pfalz. Weil es einen ähnlichen Studiengang nur in Mannheim gibt, zieht Paderborn Menschen, die in der Musikbranche ihre Zukunft sehen, von überallher an. Was die Garage 33 im Technologiepark für Start-ups ist, ist der Studiengang Populäre Musik und Medien auf dem Unicampus für Bands.

Der ungewöhnliche Name „Mischkonsum“ hat folgenden Hintergrund. „Wir hatten schon ein paar Monate zusammen gespielt, aber noch keinen Namen, als ein Kumpel auf die Idee kam“, erzählt Janni Wortmann. Der Name drücke aus, dass die Mitglieder teils sehr unterschiedlich sind und in die gemeinsame Musik ihre ureigenen musikalischen Einflüsse einbringen.

Gerappt wird auf Deutsch

Instrumente und Rap: So könnte man die Musik von „Mischkonsum“ zusammenfassen. Alternative Hip-Hop wäre auch nicht falsch. „Es ist schwierig, uns einzuordnen“, glaubt Janni Wortmann. Gerappt wird auf Deutsch. Einst galt das als verpönt, aber nachdem Deutschrap die Charts eroberte, ist es angesagt. „Mit der deutschen Sprache lassen sich gut Bilder malen“, sagt Jakob Schäper und ergänzt: „Man kann viele Slangs und Anglizismen mit einbauen, was alles noch abwechslungsreicher macht.“ Rap sei die Konstante der Band, betont Tillmann Coronett, er bilde die Grundlage, um zum Beispiel Funk- oder Rocksongs zu machen.

Auf aggressiven Gangsta-Rap mit gewaltverherrlichenden, sexistischen Texten verzichten „Mischkonsum“ zum Glück. Das ist ihnen zu billig und zu viel Klischee. In ihre Songs verpacken sie all das, was die Generation der Anfang-20-er jeden Tag erlebt und fühlt. Manchmal fühlt sie sich wie in einer Sackgasse. „Ich weiß nicht, was ich will und was ich tu, so war es immer schon, du fragst mich, wie’s mir geht, ich sag, ich hab kein Plan!“, heißt es in der Single „kp“.

Trennungsschmerz und Kleinstadtleben

Mal geht es um Trennungsschmerz wie in „Zweitausendsiebzehn“, mal um Kommerzialisierung („David Alaba“), aber auch mit dem Kleinstadtleben hat sich „Mischkonsum“ auseinandergesetzt, speziell in „Paderbornication“ mit der Zeile „Doch jede Stadt ist nur so scheiße wie ihr Bier, deswegen bleib ich noch was hier“. Im Großen und Ganzen mögen die fünf Musiker Paderborn. Provinz bedeute nicht nur Rückständigkeit, sagt Janni Wortmann: „Gerade in Provinzstädten hat man die Chance, die Nacht zu seiner eigenen zu machen.“ In Metropolen wie Berlin gehe der Einzelne in der Masse unter.

Das gilt auch für Bands. In Paderborn ist die Szene überschaubar, und die einzelnen Bands kennen und helfen sich. Eine Kleinstadt fördere das Zusammengehörigkeitsgefühl, betont Julian Burkert. „Mischkonsum“ mache nicht nur zusammen Musik. Nach Corona wollen die Musiker ausgiebig live spielen. Bis dahin sind die Songs von „Mischkonsum“ bei den Streamingdiensten wie Spotify zu hören.

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