Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt zum Tag gegen die Todesstrafe
„Das letzte Wort hat immer Gott“

Paderborn (WB/as). Der Tag gegen die Todesstrafe erinnert an diesem Samstag an die Opfer staatlicher Hinrichtungen weltweit. Aus diesem Anlass macht Alfons Hardt, seit 2004 Generalvikar des Paderborner Erzbischofs, mit Nachdruck deutlich, dass die Todesstrafe die Unantastbarkeit der Würde des Menschen verletzt.

Samstag, 10.10.2020, 02:00 Uhr
Die Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas (Archiv). Foto: Paul Buck/dpa

„Die Menschenwürde verlangt nicht nur, dass sie zu verteidigen, sondern um Gottes Willen auch ohne Ansicht der Person zu achten und unbedingt zu schützen ist. In diesem Bewusstsein leben wir Christen. Das allerletzte Wort, wenn es um Leben und Tod geht, hat immer Gott. Es kann nicht allein bei einem weltlichen Gericht liegen“, sagt Hardt.

Selbst schwerste Verbrechen dürften nicht zu dem unumkehrbaren Schluss führen, dass es keine Möglichkeit zur Besserung des Menschen gibt. „Darum hatte zuletzt Papst Franziskus zur Lehre der Kirche betont, ‚dass, egal wie schwer das begangene Verbrechen auch war, die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt‘“, so Hardt weiter.

Generalvikar Alfons Hardt

Generalvikar Alfons Hardt Foto: Caroline Seidel/dpa

Todesstrafe ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern wird immer noch durchgeführt. 2019 wurden allein im Iran 251 Menschen und in Saudi-Arabien 184 Menschen von staatlicher Seite hingerichtet, so die Zahlen von Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation weist darauf hin, dass laut ihrer Quellen in China 2019 mehrere Tausend Hinrichtungen vollzogen wurden. Für Nordkorea lägen keine Daten vor.

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