Anna Tifu spielt beim Konzert der NWD hinreißend schön auf einer Stradivari
Italienische Geigerin brilliert

Paderborn (WB). Trotz der aktuell schwierigen Corona-Situation fand unter strengen Auflagen der Paderhalle am Mittwoch das 2. Sinfoniekonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung von Yves Abel mit Werken von Samuel Barber, Felix Mendelssohn Bartholdy und Francis Poulenc statt.

Freitag, 09.10.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 18:08 Uhr
Anna Tifu spielte das Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy und als Zugabe ein virtuoses Solostück des Komponisten und Geigers George Enescu. Rauschender Beifall war der Lohn für eine beeindruckende Leistung. Foto: Hermann Knaup

Mit Barbers bekanntem „Adagio for Strings“ (1938) begann der Konzertabend. Die Darbietung dieser Eigenbearbeitung des langsamen Satzes aus dem Streichquartett des Komponisten gelang dem Orchester atemberaubend schön. Yves Abel, geboren 1963, gestaltete mit seiner NWD die farbige Harmonik wie auch die dynamischen Details dieses langsamen Satzes mit tragender Ruhe und wirkungsvoll einfühlsamem Impetus.

Diese gelungene Aufführung ließ spürbar aufhorchen. Zu einem weiteren Höhepunkt des Konzertes entwickelte sich die Aufführung des Violinkonzertes e-Moll op. 64 aus dem Jahr 1845 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Für den Solopart konnte die renommierte italienische Geigerin Anna Tifu engagiert werden. Die Solistin wurde 1986 als Tochter eines rumänischen Geigers in Cagliari auf Sardinien geboren. Sie gewann schon früh bedeutende Preise und war 2007 Gewinnerin der George Enescu International Competition in Bukarest.

Wertvolle Stradivari-Geige

Mendelssohns beliebtes Violinkonzert interpretierte Tifu mit spieltechnischer Bravour und mit überzeugend hohem künstlerischen Niveau auf einer wertvollen Stradivari-Geige. Formal weist dieses Werk einige Besonderheiten auf. So verzichtet Mendelssohn Bartholdy auf die traditionelle Orchestereinleitung und verbindet die drei Sätze durch kurze Überleitungen zu einem einheitlichen Gesamtwerk. In Zeiten antijüdischer Entgleisungen setzt gerade die Aufführung von Werken Mendelssohns wichtige Zeichen. Die Zuhörer in der Paderhalle waren von der makellosen Aufführung von Orchester und Solistin begeistert.

Als mitreißende Zugabe spielte Anna Tifu ein virtuoses Solostück des Komponisten und Geigers George Enescu und erhielt dafür nochmals lang anhaltenden Beifall. Das Konzert endete mit der 1948 uraufgeführten Sinfonietta von Francis Poulenc. Dieses Werk greift die traditionelle, viersätzige sinfonische Form auf. Die Musik wirkt geschickt instrumentiert, unkonventionell in Harmonik und Rhythmik sowie in der thematischen Bearbeitung. Die Nordwestdeutsche Philharmonie meisterte die vielfältigen, hohen Ansprüche der Sinfonietta mit großartiger Brillanz. Chefdirigent Abel hatte sein Orchester exzellent vorbereitet.

Die Zuhörer zeigten sich abschließend dankbar für das großartige Konzert und dafür, dass trotz der Corona-Krise wieder derartig gelungene Aufführungen realisiert werden. Wie bereits beim 1. Sinfoniekonzert gab es auch am Mittwoch wieder zwei Aufführungen des Konzertes, um den zahlreichen Besucheranfragen zu entsprechen.

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