Vereinte Nationen zeichnen die Naturwerkstatt in Paderborn-Schloß Neuhaus aus
Das Paradies im Schlosspark

Paderborn (WB). „Auf das Paradies kann man lange warten, gegen Beton und Kies hilft nur ein kleiner Garten“, dichtete Erwin Grosche am Donnerstag in der Naturwerkstatt in Schloß Neuhaus. Der Kleinkünstler hatte extra einen grünen Anzug angezogen und legte in seiner Laudatio Annalena Zacharias einen Blumenteppich zu Füßen.

Freitag, 09.10.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 05:20 Uhr
Michael Dreier, Erwin Grosche, Markus Mertens (Aufsichtsratsvorsitzender der Schlosspark- und Lippeseegesellschaft) und Christian Stork (Geschäftsführer der Gesellschaft, von links) freuen sich mit der Biologin Annalena Zacharias. Foto: Oliver Schwabe

Biologin leistet tolle Arbeit

Die Biologin hat es wahrlich verdient. Dass die Naturwerkstatt der Schlosspark- und Lippeseegesellschaft auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände jetzt ein offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist, darf als Verdienst von Annalena Zacharias gelten. Zusammen mit Menschen, die als AGH-Maßnahme eine vom Jobcenter geförderte Arbeitsgelegenheit bekommen, die im öffentlichen Interesse liegt, hat sie das Areal Kruggelfeld mit seinem alten Streuobstbestand nachhaltig, umweltgerecht, abwechslungsreich und informativ gestaltet.

Die biologische Vielfalt drückt sich in Kleinstlebensräumen, der Berücksichtigung der Bedürfnisse von Tier- und Pflanzenarten, in Installationen und Angeboten an die Bevölkerung wie dem Naturlehrpfad aus. Schulen, Vereine, Firmen und Privatpersonen werden als Projektpartner einbezogen. „Ich bin stolz, dass die Arbeit von mehreren Jahren Früchte trägt“, sagte Annalena Zacharias, die in der Naturwerkstatt bereits Kartoffen und Grünkohl und am Donnerstag eine Auszeichnung geerntet hat.

Herausforderung Artensterben

Die Vereinten Nationen (UN) haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade Biologische Vielfalt gewählt, um auf das Artensterben aufmerksam zu machen und ihm etwas entgegenzusetzen. Die Auszeichnung vorbildlicher Projekte soll zeigen, wie Natur und Biodiversität zum Beispiel durch die Pflege heimischer Tierarten und alter Obst- und Gemüsesorten bewahrt werden können.

Neben der Urkunde und einem Schild erhielt Annalena Zacharias stellvertretend für ihr Team einen „Vielfalt-Baum“. Als nachahmenswertes Beispiel wird die Naturwerkstatt, die im Jahr 2000 Gestalt annahm, auf der Internetseite der UN-Dekade in Deutschland aufgelistet (www.undekade-biologischevielfalt.de).

Bürgermeister und Imker

Bürgermeister Michael Dreier versucht als Imker seinen Beitrag zum Erhalt biologischer Vielfalt zu leisten. Er gratulierte Annalena Zacharias zu dem Erfolg und verwies darauf, dass die Stadt Paderborn über ein „einzigartiges Naturareal“ verfüge, das vom Haxtergrund über das Paderquellgebiet, den Padersee und die Naturwerkstatt im Schlosspark bis zum Lippesee in Sande reiche. Das Projekt Naturwerkstatt verschaffe Arbeitslosen eine Beschäftigung, verwies er auf die soziale Seite.

Häufig, mit seinem Hund, ist Erwin Grosche in der Naturwerkstatt zu Gast. „Das Gelände sagt, was zu tun ist“, betonte er in seiner Laudatio und machte damit deutlich, wer im Wildgarten den Takt vorgibt. In Paderborn würde er sich noch mehr Natur wünschen – auch im Kleinen wie zum Beispiel begrünten Bushaltestellen. Annalena Zacharias bewundert Grosche für ihren Mut: „Die Sonne sticht, die Salatköpfe schießen, die Bäume schlagen aus und der Rasen wird gesprengt.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7623732?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Arminia: Mittwoch erster Corona-Test seit dem Bayern-Spiel
Bayern-Profi Serge Gnabry (rechts) beim Spiel am Samstag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker