Weniger Einschränkungen in Paderborns Hallenbädern – schlechte Freibadsaison
Lust auf Schwimmen steigt

Paderborn (WB). Auch in „Coronazeiten“ besteht Interesse an den Paderborner Bädern. Das sagt Stefan Schumann, Betriebsleiter der Paderbäder GmbH. Außerdem soll die Zahl der Schwimmlernkurse erhöht werden, um den Ausfall während des Lockdowns auszugleichen. Im Gespräch mit WB-Redakteur Ingo Schmitz zieht Stefan Schumann Bilanz einer außergewöhnlichen Saison.

Donnerstag, 08.10.2020, 06:34 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 07:10 Uhr
Die Paderborner Schwimmoper ist nach den Sommerferien trotz der Corona-Pandemie sehr gut in die neue Saison gestartet. Im August und September wurden Besucherzahlen auf dem Niveau des Vorjahres verzeichnet. Foto: Oliver Schwabe

Wie haben sich die Besucherzahlen in den Sommermonaten entwickelt?

Stefan Schumann: Die Besucherzahlen in den Freibädern lagen während der Corona-Pandemie insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die niedrigen Besucherzahlen sind insbesondere auf die geringe Auslastung an hochsommerlichen, heißen Tagen zurückzuführen. Während die Freibäder von Stammgästen und sportlichen Schwimmern gut angenommen wurden, wurde die Besucherobergrenze und damit eine Vollauslastung (1500 Besucher) nur an drei Tagen in der Saison erreicht. Ganz anders hingegen ist die Schwimmoper nach den Sommerferien in die neue Saison gestartet. Im August und September wurden Besucherzahlen auf dem Niveau des Vorjahres verzeichnet.

Wie sehen die Vergleichszahlen zu den Vorjahren aus?

Schumann: Die Besucherzahlen im Rolandsbad und Waldbad erreichten in der Saison 2020 rund 60 Prozent einer durchschnittlichen Freibadesaison wie in den Jahren 2015/16. Im Vergleich zu den überdurchschnittlich guten Besucherzahlen in den Jahren 2018/19 liegen die Besucherzahlen 2020 bei nur 35 Prozent. Das Rolandsbad wurde 2020 rund 52.000 Mal besucht, das Waldbad in Schloß Neuhaus 18.000 Mal.

Wie geht es nun mit dem Hallenbetrieb weiter?

Schumann: Für die Hallenbäder wurden ebenfalls Hygiene- und Zutrittskonzepte erstellt. Die erforderlichen Maßnahmen schränken die Besucher hier jedoch nicht so stark ein. So stehen in den Hallenbädern unter Einhaltung der Hygieneabstände Duschen und Umkleiden zur Verfügung und fast alle Angebote – außer Dampfbad im Saunabereich – können genutzt werden. Wie sich die Besucherobergrenze von derzeit 350 Personen in der Hauptsaison in der Schwimmoper auf die Besucherzahlen auswirken wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

 

Was ist mit dem Vereinssport?

Schumann: Die Entscheidung, Angebote wieder aufzunehmen, liegt in erster Linie bei den jeweiligen Vereinen. Es stehen allen Vereinen die Wasserflächen für ihre Angebote zur Verfügung und inzwischen sind wieder annähernd 100 Prozent ausgelastet. Durch die entsprechenden Abstandsregeln finden einige Angebote jedoch mit verringerter Teilnehmerzahl statt.

Wie sieht es mit den Schwimmkursen und dem Schulschwimmen aus?

Schumann: Für das Schulschwimmen wurden gesonderte Hygienekonzepte mit dem Schulverwaltungsamt erarbeitet und bereits vor Ende der Sommerferien an die Schulen übermittelt. Mit dem neuen Schuljahr ist dann in allen Hallenbädern das Schulschwimmen wieder gestartet. Die praktische Unterrichtzeit im Wasser ist in diesem Schulhalbjahr kürzer, da aufgrund des Infektionsschutzes kein fliegender Wechsel der Schulen und Klassen in den Dusch- und Umkleideräumen möglich ist. Bereits in den Sommerferien haben wir wieder Schwimmlernkurse angeboten. Inzwischen bieten wir wieder unser vollständiges Kursprogramm an. Wir sind jedoch bemüht, die Kapazitäten für Schwimmlernkurse noch weiter zu erhöhen und so zumindest einen Teil der durch den Lockdown entfallenen Nichtschwimmerausbildung zu kompensieren.

Welche Auswirkungen hat das alles auf die Mitarbeiter der Bäder?

Schumann: Das Personal in den Paderborner Bädern ist derzeit vollständig ausgelastet, da neben den „normalen“ Aufgaben zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten anfallen. Darüber hinaus erfordert die Besuchererfassung bei Betreten und Verlassen des Bades einen zusätzlichen Personaleinsatz.

 

Gibt es Personalschwierigkeiten? Wie ist die Situation der Auszubildenden?

Schumann: Während der Freibadsaison mit erhöhtem Personaleinsatz und zeitgleichen Vorbereitungen in den Hallenbädern nach dem Lockdown war die Personalsituation in den Bädern für einige Zeit sehr angespannt. Einschränkungen der Öffnungszeiten konnten jedoch durch die Einsatzbereitschaft der Kollegen vermieden werden. Aktuell sucht die Paderbäder GmbH zur Verstärkung des Teams zwei Fachangestellte für Bäderbetriebe in Vollzeit. Wir bilden aktuell sechs eigene Auszubildende aus. Darüber hinaus betreuen wir zwei weitere Auszubildende aus Kommunen, deren Bäder aktuell geschlossen sind.

 

Gibt es schon Aussagen zu den möglichen Verlusten?

Schumann: Zu den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Paderborner Bäderbetriebe kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage getroffen werden. Fest steht jedoch, dass entgangene Eintrittsgelder während des Lockdowns und der höhere Aufwand zum Betrieb der Bäder unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung das Betriebsergebnis, trotz Energieeinsparungen während des Lockdowns, negativ beeinflussen werden.

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