Paderborner Kreisstraßenbauamt initiierte interkommunale Zusammenarbeit
Vergleichen zahlt sich aus

Paderborn (WB). „In der Wirtschaft ist es einfach, da schauen sie nach dem Preis und den Absatzzahlen. Bei uns ist es etwas schwieriger: Welchem Wert wird einer Kreisstraße ohne Schlaglöcher oder der Zufriedenheit der Bürger über schöne Radwege zugemessen?“, fragt der Leiter des Straßenbauamtes des Kreises Paderborn, Michael Rüngeler. Um trotzdem Wege zu finden, Erfolg und Misserfolg ihrer Arbeit messen und identifizieren zu können, hatte der Kreis Paderborn die Idee, Kennzahlen ihrer Arbeit zu entwickeln und diese mit anderen Kreisen in Nordrhein-Westfalen zu vergleichen.

Mittwoch, 07.10.2020, 03:57 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 12:06 Uhr
Die Fahrzeugflotte des Kreisstraßenbauamtes ist ein großer Investitionsposten. Der Vergleichsring hat hier Sparmöglichkeiten aufgezeigt.

Alle Kreise wurden angeschrieben, insgesamt neun beteiligen sich seit 2014 am interkommunalen Vergleich – ein Novum für die Kreise in NRW. Neben dem Kreis Paderborn sind die Kreise Lippe, Coesfeld, Düren, Euskirchen, Minden-Lübbecke, Viersen, Höxter und Warendorf dabei.

„Beim interkommunalen Vergleich geht es nicht darum, mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen und sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Sondern wir wollen einen ehrlichen Blick auf unsere Leistung und Verbesserungspotenziale erkennen“, betont Landrat Manfred Müller. So zeigte der Vergleich mit den anderen teilnehmenden Kreisstraßenbauämtern, dass das vom Kreis Paderborn praktizierte Modell des Fahrzeugs-Leasings nicht die erhofften wirtschaftlichen Vorteile brachte. „Unsere Baufahrzeuge sind zu speziell, deswegen gibt es hier auf dem Leasing-Markt anders als bei normalen PKW wenig Konkurrenz“, verdeutlicht Rüngeler. Seit 2018 kauft der Kreis die Fahrzeuge für das Kreisstraßenbauamt nun und spart damit langfristig Geld.

Ein anderes Ergebnis des interkommunalen Vergleiches war die Erkenntnis, dass die Kreise sehr unterschiedlich an die Erfassung und Kontrolle ihrer Bäume herangehen. Um Astbruch und dadurch entstehende Gefahren für Fußgänger, Rad- und Autofahrer zu vermeiden, ist die Baumkontrolle eine wichtige Aufgabe der Straßenbaumämter. Nur durch regelmäßige Kontrollen kann die Sicherheit auf den Straßen und Radwegen sichergestellt werden. „Beim Vergleich wurde deutlich, dass sowohl personell als auch in der technischen Ausstattung große Unterschiede bei den Kreisen herrschte. Um hier die Arbeit effizienter zu gestalten, haben wir zusammen mit mehreren anderen Kreisen aus dem Vergleichsring eine Software für ein Baumkataster entwickelt, was im Ergebnis mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer bringt“, erzählt Michael Rüngeler.

Als positive Rückmeldung nimmt der Leiter des Kreisstraßenbauamtes mit, dass Paderborn in Sachen Digitalisierung seines Bauamtes vielen anderen einen Schritt voraus ist. So verfügt der Kreis Paderborn über eine Bauhof-Software, die alle Dienstleistungen mittels einer App erfasst und weiterverarbeitet. Neben der Leistungserfassung werden alle Aufwendungen somit nur noch digital verarbeitet.

Nach sechs Jahren Vergleichsring zieht der Kreis Paderborn ein positives Fazit seiner Initiative. „Wir sind sehr froh, diesen neuen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Kreisstraßenbauämtern gegangen zu sein. Ich denke, die neuen Ideen und Perspektiven haben alle Kreise vorangebracht und die Arbeit effizienter und kostengünstiger gestaltet“, freut sich Landrat Müller.

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