Spielstraße Schlengerbusch in Paderborn-Elsen soll erneuert werden
Anwohner sind unzufrieden

Paderborn (WB). Die Straße Am Schlengerbusch wird derzeit von vielen Autofahrern nicht als verkehrsberuhigter Bereich wahrgenommen. Darin sind sich die Stadt und die Anwohner einig. Dass sie von Grund auf erneuert und so hergerichtet werden soll, dass sie auch wie eine Spielstraße wirkt, ist ebenfalls weitgehend unstrittig. Dennoch ärgern sich die Anwohner über den Plan zur Straßenerneuerung, der am Mittwoch, 7. Oktober (17 Uhr, Rathaus) vom Bauausschuss beschlossen werden soll.

Montag, 05.10.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 07:42 Uhr
Ein Dialogdisplay zwischen Nesthauser Straße und Stichstraße zeigt an, ob sich die Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten oder zu schnell unterwegs sind. Foto: Oliver Schwabe

Knackpunkt ist die Frage, ob und wie der Durchgangsverkehr aus der Straße herausgehalten werden kann und soll. „Das ist eine Frage der Sicherheit. Hier sind jeden Tag so viele Kinder unterwegs, die zur Gesamtschule und zur Kita gehen. Gleichzeitig herrscht Verkehrschaos, wenn Kinder gebracht werden, Lehrer, Kita-Beschäftigte und Schwimmbadbesucher einen Parkplatz suchen und andere die Straße nutzen, um die Ortsdurchfahrt zu umfahren. Dazu ist das gefahrene Tempo viel zu hoch“, sagt René Sinne, der zusammen mit 50 weiteren Unterzeichnern unter anderem eine Sperrung für den Durchgangsverkehr in dem Abschnitt zwischen Nesthauser Straße und Bohlenweg gefordert hatte.

„Wir fühlen uns nicht ernst genommen“

Diese Anregung will die Stadt allerdings nicht aufgreifen. Begründet wird das mit einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015, die 1216 Autos pro Tag ergeben habe. Eine aktuellere Zählung habe „aufgrund der derzeitigen Situation“ nicht durchgeführt werden können. Aus den geringen Kraftfahrzeugbewegungen lasse sich keine Straßensperrung ableiten. Gleichzeitig führt die Stadt jedoch an, dass zwischen dem 4. und 9. Juli dieses Jahres mittels eines Dialogdisplays eine Zählung durchgeführt worden sei. Zu diesem Zeitpunkt in den Sommerferien hätten allerdings keine verwertbaren Erkenntnisse über die Verkehrsmengen gewonnen werden können.

„Wir fühlen uns nicht ernst genommen“, kommentiert René Sinne diese Ausführungen der Verwaltung. Die Messungen seien zudem gar nicht an der eigentlichen Straße durchgeführt worden, sondern mit einem so genannten Seitenradar in der Stichstraße zum Tennisplatz. „Wir haben uns damals schon gewundert, als die grauen Kästen dort aufgebaut wurden, weil wir uns gefragt haben, was das bringen soll“, sagt er. Bereits vor dem Lockdown sei ein Dialogdisplay zwischen Nesthauser Straße und Stichstraße angebracht worden, dessen Ergebnis ihn und die anderen Anwohner hingegen durchaus interessieren würde. „Denn diese Werte sollten auf jeden Fall aussagekräftiger sein, als die aus der Stichstraße“, meint er. Im übrigen habe die Messung 2015 am Freitag und Samstag vor Weihnachten stattgefunden, was aus Sicht der Anlieger auch kein idealer Zeitpunkt sei, um ein realistisches Bild der Situation vor Ort zu erhalten.

Einstimmige Beschlussempfehlung

Die Stadt führt allerdings noch ein weiteres Argument gegen eine Sperrung für den Durchgangsverkehr an. Denn dadurch würden Umwege in Kauf genommen, die letztendlich zu einem höheren Verkehrsaufkommen in anderen Straßen und insgesamt zu längeren klimaschädlichen Verkehrswegen führen. „Keine Frage, dass auch die Ortsdurchfahrt in Elsen zu Stoßzeiten überlastet ist. Aber ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem Schulen und Kitas liegen, kann doch keine Alternative sein“, meint Sinne.

Der Bezirksausschuss Elsen hat am Donnerstagabend eine einstimmige Beschlussempfehlung für die Verwaltungsvorlage gegeben. Vorsitzender Alois Lienen zeigte sich optimistisch, dass die neue Gestaltung der Straße auch zu einer Entschleunigung führe. Denn bisher gibt es Am Schlengerbusch beispielsweise noch Gehsteige, die im Zuge des Ausbaus verschwinden sollen.

Auch die Busse für die Schwimmverkehre wurden laut Verwaltung bereits weitgehend aus der Straße herausgehalten. Für die Busse, die Schüler beispielsweise nach Elsen Bahnhof befördern, werde derzeit nach einer alternativen Ausstiegsstelle gesucht. Auch die von den Anwohnern geforderte Versetzung des Glascontainers von der Stichstraße an den Anfang oder das Ende des Schlengerbusches werde gerade geprüft. Der eigentliche Straßenausbau soll 2021 erfolgen.

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