Polizei hat keine Erklärung für gefährliche Vorfälle zwischen Salzkotten und Paderborn
Wieder Falschfahrer auf der B1

Paderborn (WB/han). Der Polizei sind am Samstagabend zwei weitere Falschfahrer auf der B1 zwischen Salzkotten und Paderborn gemeldet worden. Erst am vergangenen Dienstag, 29. September, hatten Beamte einen Lkw-Fahrer gestoppt, der mit einem 35-Tonner auf der selben Strecke entgegen der Fahrtrichtung unterwegs gewesen war.

Montag, 05.10.2020, 11:59 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 17:03 Uhr
Auf der B 1 zwischen Salzkotten und Paderborn sind mehrere Geisterfahrer unterwegs gewesen. Foto: Oliver Schwabe

Gleich zwei Autofahrer sind am Samstag auf der Bundesstraße 1 zwischen Salzkotten und Paderborn zu Geisterfahrern geworden. Bereits am Dienstag vergangener Woche war dort ein weiterer Fahrer in falscher Richtung unterwegs.

Die B1 ist zwischen Salzkotten und Paderborn ähnlich wie eine Autobahn ausgebaut: Die Kraftfahrstraße ist etwa sechs Kilometer vierspurig, die Richtungsfahrbahnen sind in der Mitte durch eine 1,20 Meter hohe Betonmauer getrennt. Gegen 20.25 Uhr meldete ein Autofahrer, der auf der B1 von Paderborn in Richtung Salzkotten unterwegs war, einen Pkw mit Anhänger, der ihm als Falschfahrer entgegenkam. Im Rückspiegel verlor der Zeuge den Geisterfahrer aus den Augen. Weitere Zeugen meldeten sich nicht. Auch Gefährdungen von anderen Fahrern wurden nicht bekannt. Das Gespann konnte von der eingesetzten Polizeistreife nicht mehr angetroffen werden.

Geisterfahrerin hält an

Gut eineinhalb Stunden später meldeten mehrere Autofahrer über den Polizeinotruf erneut einen Falschfahrer auf der gleichen Strecke in der gleichen Richtung. Eine 20-Jährige Fiestafahrerin, die gerade ein Fahrzeug überholte, musste dem Geisterfahrer ausweichen, um eine Kollision zu verhindern. Weitere Autofahrer kamen bei Begegnungen mit dem Schrecken davon. Eine eingesetzte Polizeistreife traf kurz vor der Kreuzung Frankfurter Weg auf den VW Caddy, der von einer 67-jährigen Frau aus dem Kreis Lippe gefahren wurde. Die Frau hatte mit Warnblinklicht entgegen der Fahrtrichtung angehalten und einen Rückstau verursacht.

Vom Navigationsgerät fehlgeleitet?

Sie gab an, von der Autobahn 44 in Richtung Paderborn gefahren zu sein. Vor der Anschlussstelle Salzkotten habe ihr Navigationsgerät ihr mitgeteilt, sie solle sich links halten. Das habe sie befolgt, und dann habe sie bemerkt, dass rechts eine Betonwand war und ihr zahlreiche Fahrzeuge mit Lichthupe entgegenkamen. Die Polizei stellte den Führerschein der Caddy-Fahrerin sicher und erstattete Strafanzeige wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs.

Erst am Dienstag vergangener Woche hatte die Polizei einen Sattelzugfahrer (72) gestoppt, der mit einem 35-Tonner auf der gleichen Strecke entgegen der Fahrtrichtung unterwegs war.

Polizeisprecher hat keine Erklärung

Polizeisprecher Michael Biermann kann sich die Häufung der Falschfahrer in diesem Bereich nicht erklären. Weder gebe es dort eine unübersichtliche Baustelle noch sei an der Beschilderung etwas verändert worden. „Die ist eindeutig“, betont Biermann. Da es sich bei den beiden Geisterfahrern um Auswärtige handelt, könnte das Navigationsgerät zu den Zwischenfällen beigetragen haben. „Das Navi darf aber natürlich nicht Grund für einen Verkehrsverstoß sein“, betont Biermann. Fordere das Gerät dazu auf, sich links zu halten, bedeute das keinesfalls, dass man eine durchgezogene Linie überfahren dürfe. „Verantwortlich ist immer der Fahrer und nicht das Navigationsgerät – das sieht nämlich nichts“, mahnt er.

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