PBSV sorgt sich um den alten Baumbestand auf dem Paderborner Schützenplatz
Kastanie wehrt sich

Paderborn (WB). Es gibt keine bekanntere Kastanie in Paderborn als die Rosskastanie auf dem Schützenplatz. Entsprechend besorgt sind viele Paderborner darüber, dass sich der ehrwürdige Baum gerade in einem bedauernswerten Zustand präsentiert.

Samstag, 03.10.2020, 08:52 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 08:54 Uhr
Mit Sorge blickt Oberstleutnant Bernd Zengerling nicht nur auf die Kastanie, sondern den gesamten Baumbestand des Schützenplatzes, der unter der Trockenheit leide. Das Wahrzeichen wird allerdings gewässert, daher die Rotfärbung des Stamms. Foto: Jörn Hannemann

„Ganz so schlimm, wie es gerade aussieht, ist es aber zum Glück nicht“, sagt Bernd Zengerling. Der Oberstleutnant des PBSV, der sich um die Pflege des Schützenplatzes kümmert, sorgt sich bereits seit einiger Zeit um den Baumbestand. „Alle Bäume auf dem Gelände ächzen unter dem Klimawandel und der Trockenheit.“ Die altehrwürdige Kastanie, die um 1890 gepflanzt wurde, werde allerdings bewässert. Dass sie dennoch bereits ihr Laub nahezu komplett abgeworfen hat, sei dem Befall mit der Miniermotte geschuldet.

„Da geht es ihr leider nicht besser als den Kastanien am Dr.-Auffenberg-Weg“, sagt Zengerling. Am Stamm der Rosskastanie seien zwar Mottenfallen angebracht, dennoch sind die Blätter bereits weit vor der Zeit braun geworden und abgefallen. „Von dem Mottenbefall wird sie sich allerdings erholen, das kennen wir schon. Im Frühjahr treiben die betroffenen Kastanien wieder aus.“

Mit Duftstoffen werden die Miniermotten in die Fallen gelockt. Auch die prägnante Kastanie auf dem Schützenplatz ist befallen.

Mit Duftstoffen werden die Miniermotten in die Fallen gelockt. Auch die prägnante Kastanie auf dem Schützenplatz ist befallen. Foto: Jörn Hannemann

Bedenklicher sei der Pilzbefall, der sich von oben nach unten runterziehe. „2008 war der Baum schon einmal totgesagt worden, aber wir konnten ihn durch konsequenten Rückschnitt, Halteseile und Verstrebungen sichern“, berichtet der Oberstleutnant. Seitdem sei die Kastanie aber unter strenger Begutachtung. Viermal im Jahr stehe eine Baumkontrolle an, die die Kastanie seitdem aber ohne größere Beanstandungen überstanden habe. „Sie hat sogar den Sommerstürmen getrotzt, die an einigen anderen Bäumen für Schäden gesorgt haben. Sie wehrt sich wirklich tapfer nach allen Regeln der Kunst“, freut sich Zengerling.

Denn der Bürgerschützenverein, der in Absprache mit der Stadt die Bäume pflege, habe zwar Rücklagen für die irgendwann anstehende Neupflanzung gebildet. „Aber größer als fünf Meter wird ein neuer Baum zunächst nicht sein. Das würde das Bild des Platzes, der durch die Kastanie geprägt wird, natürlich verändern.“ Mit 30.000 Euro rechnet der Verein für die Anschaffung einer neuen Kastanie.

Dass es wieder eine Kastanie sein soll, sei bisher unstrittig. „Wobei wir das Thema noch nicht konkret abgestimmt haben, weil es aktuell keinen Handlungsbedarf gibt“, sagt Zengerling. Klar sei aber, dass auch für die Bewässerung des Baumes dann eine intelligente Lösung entwickelt werde. Denn die rote Verfärbung des Kastanienstammes sei kein Krankheitsanzeichen, sondern schlicht und einfach ein Relikt des eisenhaltigen Brunnenwassers, mit dem der Baum im Sommer versorgt worden sei.

„Das ist für den Wald, in dem die Bauden stehen, aber nicht leistbar“, zeigt Zengerling ein großes Problem der Trockenheit auf. „Wir sammeln regelmäßig Gläser und Flaschen ein, damit sich nichts von selbst entzündet. Aber durch die Trockenheit entsteht natürlich auch eine größere Astbruchgefahr“, ist sich der Oberstleutnant sicher, dass die Folgen der Trockenheit auch den PBSV noch weiter beschäftigen werden.

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