Kevin Hoffmann gleitet mit Hündin Ida über die Elbe und sammelt Spenden
Paderborner paddelt gegen Depression

Paderborn (WB). Erst diesen Sommer hat Kevin Hoffmann eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: das Standup-Paddling (Sup). „Ich war länger krank und wollte etwas für meinen Rücken tun, um wieder etwas fitter zu werden“, erzählt der Paderborner, wie er zum Wassersportler wurde. Denn das Paddeln auf dem wackeligen Sup-Board schult die Koordination und stärkt die Rumpfmuskulatur. Gefordert ist jetzt außerdem Hoffmanns Ausdauer, denn an diesem Freitag bricht er gemeinsam mit seinem Hund zu einem besonderen Abenteuer auf: Er will den gesamten deutschen Flusslauf der Elbe bis zur Mündung nach Cuxhaven paddeln.

Freitag, 02.10.2020, 08:37 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 08:40 Uhr
Da er coronabedingt nicht in Tschechien starten kann, wird Kevin Hoffmann mit Hündin Ida direkt an der Grenze lospaddeln und will mehr als 700 Kilometer auf der Elbe zurücklegen. Dabei will er Spenden sammeln und auf das Thema Depression aufmerksam machen.

„Geplant war eigentlich ein Start in Tschechien, möglichst nah an der Quelle, je nachdem wo der Wasserstand das zugelassen hätte“, erzählt der 30-Jährige. Doch dann gab es am vergangenen Freitag eine coronabedingte Reisewarnung für Tschechien, und Hoffmann musste seine Pläne kurzfristig ändern, weil für ihn sonst nach Grenzübertritt zunächst Quarantäne angestanden hätte. „Es war gar nicht so einfach, noch einen Zeltplatz in Grenznähe zu finden, aber dann hatte ich in Schmilka in der Sächsischen Schweiz Glück.“ Begleitet wird er von einem Freund, der ihn auch am Sonntag oder Montag zum eigentlichen Startpunkt an die Elbe, direkt an der deutsch-tschechischen Grenze bringen wird.

Ich freue mich total auf die Reise.

Kevin Hoffmann

Vier Wochen Urlaub nimmt sich Kevin Hoffmann für die Tour mit Option auf Verlängerung. „Für mich ist das geschenkte Zeit. Ich freue mich total auf die Reise“, sagt er. Weil diese Tour ungewöhnlich ist – nach Hoffmanns Recherchen ist er der erste, der die gesamte Elbe auf einem Sup-Board stehend befährt – will der Paderborner sie mit einer besonderen Intention verbinden. Er will mit seiner Aktion auf das Thema Depressionen aufmerksam machen und für mehr Akzeptanz von psychischen Erkrankungen sorgen. Daher hat Hoffmann auf der Spendenplattform Gofundme eine Online-Fundraisingkampagne gestartet. Die eingegangen Spenden gehen zu gleichen Teilen an Mut-Tour, die Depressionsliga und die Deutsche-Depressionshilfe.

Ida macht das super.

Kevin Hoffmann

Damit sie das Ziel auch erreichen, haben Hoffmann und Hündin Ida seit dem Kursus auf dem Nesthauser See im Sommer fleißig trainiert. „Ida macht das super, die liegt tiefenentspannt vorne auf dem Board und ist einfach froh, bei mir sein zu können. Zwischendurch darf sie natürlich auch mal am Ufer laufen“, erzählt der 30-Jährige. Und selbst wenn die Hündin mal aufstehe, um sich in eine andere Position zu legen, bringe ihn das nicht aus dem Gleichgewicht.

Auch, dass der Start im Herbst liegt, sei kein Problem, meint Hoffmann. „Gegen das Wetter kann man sich anziehen. Und wir haben ja entsprechende Ausrüstung und ein bisschen Zeit, so dass wir nicht durch jedes Unwetter paddeln müssen.“ Deshalb habe er auch keine Übernachtungsmöglichkeiten gebucht. Er will sich im besten Sinne treiben lassen, die Zeit genießen und auf der Elbe Impulse für seinen persönlichen künftigen Weg finden.

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