Technische Beigeordnete lobt „Bekenntnis zur Baukultur“ an der Neuhäuser Straße
Mit Liebe zum Detail

Paderborn (WB). An vielen Stellen in Paderborn entstehen nach einem Eigentümerwechsel neue Mehrfamilienhäuser mit moderner Architektur. Ein etwas anderes Projekt ist jetzt an der Neuhäuser Straße umgesetzt worden.

Freitag, 02.10.2020, 02:00 Uhr
Das linke Gebäude ist unter Erhaltung der historischen Fassade modernisiert worden, das rechte ein Neubau, der sich an dem historischen Vorbild orientiert. Über das neue Straßenbild an der Neuhäuser Straße freuen sich: (von links) Beigeordnete Claudia Warnecke, Daniel Koch, Christopher Gladen und stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt. Foto: Jörn Hannemann

Dort war die historische Straßenfront mit ihren Gründerzeitfassaden Vorbild für die Modernisierung eines Doppelhauses sowie einen Neubau. Im hinteren, nicht einsehbaren Teil des Grundstücks sind im Rahmen des Projekts Johannishöfe zudem fünf moderne Stadthäuser entstanden.

Zur historischen Baukultur bekannt

„Wir sind sehr froh, dass sich an dieser prominenten Stelle in der Stadt Investoren gefunden haben, die sich zur historischen Baukultur bekennen“, sagte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke bei der Enthüllung der fertiggestellten Fassaden. Projektträger sind die Koch & Stöß Immobilien GbR für die beiden Altbauten sowie die Wegener Massivhaus GmbH für den Neubau nach historischem Vorbild. Das sei auch nur deshalb möglich geworden, weil die ursprünglichen Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, sich beim Verkauf nicht für maximalen Profit, sondern für das überzeugendere Konzept entschieden habe. „Es wäre schön, wenn solche Projekte wie dieses, wo die Gebäude nicht einmal unter Denkmalschutz standen, oder das ehemalige Landeshospital Schule machen würden. Deshalb bin ich heute auch sehr gerne gekommen“, sagte Warnecke.

Nicht alltägliche Arbeitsschritte

Der Neubau des historisch wirkenden Gebäudes mit der Hausnummer 14 soll im November an seinen neuen Eigentümer übergeben werden. Beim Bau waren eine Vielzahl nicht alltäglicher Arbeitsschritte zu bedenken, berichtet Christopher Gladen (Wegener Massivhaus). So galt es historisierende Fassadenelemente zu finden und auszuwählen, passende Ausführungsdetails zu entwickeln und das Farbkonzept mit der unteren Denkmalbehörde abzustimmen. Gekrönt wird die Fassade von einem goldenen Drei-Hasen-Emblem.

Voller Überraschungen steckte auch die Sanierung der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäude mit den Hausnummern 16 und 18, deren historische Gründerzeitfassaden in liebevoller Kleinarbeit von einem Stuckateur saniert wurden. „Vor Beginn der Fassadenarbeiten sind wir extra nach Dresden gefahren, um das passende Farbkonzept für dieses einzigartige Bauvorhaben zu recherchieren“, erzählt Daniel Koch, wie es zu dem Farbmix aus Brombeertönen und Anthrazit kam. Die erste der sechs modernen Wohnung mit Altbaucharme soll Mitte Oktober an den neuen Besitzer übergeben werden.

Kosten von fast fünf Millionen Euro

Mit Blick auf das nahezu fertiggestellte Gesamtprojekt, das fast fünf Millionen Euro gekostet hat, können Koch und Gladen auch entspannt auf manche Schwierigkeit der Bauzeit zurückblicken. Im Krieg verloren gegangene Bauakten, historische Wegerechte, verwinkelte Baugrundstücke und beengte Grundstückszufahrten seien nur einige Aspekte, die das Projekt zu einer Herausforderung gemacht hätten. Die Freude an historischer Bausubstanz sei dennoch nicht auf der Strecke geblieben. Vielmehr liebäugeln sie bereits mit weiteren, ähnlichen Projekten. Daniel Koch hat dabei die nächste Aufgabe bereits vor der Brust. „Das Haus an der Neuhäuser Straße 67, Baujahr 1903, wollen wir ähnlich schön herrichten.“

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