Angebot solle die Lebensfreude steigern
Caritas-Konferenz bietet Rikscha-Fahrdienst für Senioren

Schieder-Schwalenberg/Paderborn (epd). Ältere Menschen im lippischen Schieder-Schwalenberg können neuerdings eine „Rikscha“ für Ausflüge rufen. Dabei handele es sich um ein spezielles Rollstuhl-Fahrrad, das von einem E-Motor unterstützt wird, teilte der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn am Mittwoch mit. Das Angebot solle die Lebensfreude von Seniorinnen und Senioren steigern und das Miteinander der Generationen stärken.

Mittwoch, 30.09.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 15:26 Uhr
Rikschas sollen im lippischen Schieder-Schwalenberg bald zum Ortsbild gehören. Zu den drei aktuellen Rikschas möchten die Caritas-Konferenz und die Aktion Miteinander weitere Fahrzeuge anschaffen. Vor dem Schloss Schieder präsentieren sich die Aktiven der Rikscha-Aktion mit „Testfahrerin der ersten Stunde“ Margret Busse: Detlev Hildebrandt, Bernd Munko, Karola Durgeloh, Oliver Höche (verdeckt), Susanne Koch sowie Barbara und Hasso Rüping (von links). Foto: cpd /Sauer

Drei unterschiedliche Rikscha-Modelle sind den Angaben nach seit Sommer in Schieder im Einsatz. Neben dem Rollstuhl-Fahrrad gibt es ein Modell, auf dem vorne zwei Passagiere Platz nehmen können. Bei der dritten Rikscha kann eine zweite Person neben dem Fahrer in die Pedale treten.

„Es gibt eine große Zahl, die unser Rikscha-Angebot sehr gern in Anspruch nehmen würde“, sagte der Initiator des Projektes, Bernd Munko von der örtlichen Caritas-Konferenz. Die große Nachfrage zeige, wie drängend das Thema Kontaktarmut im Alter auch im ländlichen Raum sei. Obwohl Angehörige vieler Senioren in der Nähe lebten, wachse auch in der Region die Zahl der alleinlebenden älteren Frauen und Männer. Allein in Schieder-Schwalenberg sei mittlerweile jeder vierte der rund 8500 Einwohner über 65 Jahre alt.

Ziel sei es, in den Ortsteilen ein Netz an Rikschas aufzubauen, sagte Munko. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger Schieders engagieren sich demnach derzeit als „Rikscha-Piloten“, die sich beim Fahrdienst abwechseln. Vorab erhielten sie eine entsprechende praktische Fahrschulung. Alle „Piloten“ sind über die Caritas-Konferenz versichert. Finanziert wird das Projekt aus Spenden und Sponsorengeldern, unter anderem vom Kreis Lippe, dem Armutsfonds des Erzbistums Paderborn und von der Sparkassenstiftung.

Die Anschaffung weiterer Spezial-Räder sei allerdings teuer. Rund 10.000 Euro kostet laut Munko ein solches Gefährt. Nur qualitativ hochwertige E-Bikes kämen infrage, mit den passenden Maßen für gängige Rollstuhl-Modelle und einem leistungsstarken Akku. Spenden für den Unterhalt der Rikschas, Versicherung sowie für die Anschaffung weitere Fahrzeuge seien weiterhin nötig, hieß es.

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