Arbeitslosenzahlen sinken den zweiten Monat in Folge – Heinz Thiele leitet die Arbeitsagentur in Paderborn
„Anlass zu vorsichtigem Optimismus“

Paderborn (WB). Gerade einmal vier Wochen ist Heinz Thiele (60) als neuer Leiter der Arbeitsagentur Paderborn im Amt, da kann er trotz anhaltender Corona-Krise vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. „Auch im September hat sich der Arbeitsmarkt weiter erholt. Die Arbeitslosenzahlen sind den zweiten Monat in Folge wieder gesunken“, berichtete er am Mittwoch bei seiner ersten Präsention der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung in Paderborn. Allerdings mahnte Thiele mit Verweis auf die Vorjahreszahlen, dass es noch dauern werde, bis sich der Arbeitsmarkt von den Strapazen der vergangenen Monate erholt habe. Wenn die Corona-Situation sich nicht weiter verschlechtert, geht der Agenturchef aber von einer weiteren Erholung des Arbeitsmarktes aus.

Donnerstag, 01.10.2020, 12:39 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 12:46 Uhr
Heinz Thiele (60) hat zum 1. September die Leitung der Arbeitsagentur in Paderborn übernommen. Er folgt auf Rüdiger Matisz, der seit August im Ruhestand ist. Foto: Oliver Schwabe

In Zahlen liest sich das so: Gab es im August noch 11.275 Arbeitslose, sank deren Zahl im September auf 10.365. Im September 2019 waren im Kreis Paderborn allerdings nur 8583 Menschen arbeitslos gemeldet. „Das sind aber immer noch weniger als während der Wirtschaftskrise 2008/2009“, betonte Thiele. Auch die Kurzarbeitsanzeigen sind weiter rückläufig. Zeigten im August noch 34 Betriebe Kurzarbeit für 592 Mitarbeiter an, sind bis zum 24. September Anzeigen von 28 Betrieben für 187 Mitarbeiter hinzugekommen. „Das sind allerdings nur die Anzeigen. Es heißt nicht, dass dann tatsächlich auch in diesem Umfang Kurzarbeit angemeldet wird“, erläuterte Thiele. Der Antrag könne nach entsprechender Anzeige noch drei Monate rückwirkend gestellt werden. Dementsprechend liegen jetzt die Zahlen für die Monate März und April vor. Zwar gab es 3056 Anzeigen für 51.181 Beschäftigte in den Monaten März und April, tatsächlich angemeldet wurde im April aber Kurzarbeit in 2146 Betrieben für 23.797 Mitarbeiter.

Zur Person

Heinz Thiele ist gebürtiger Schloß Neuhäuser, wo es 1960 noch das St.-Andreas-Krankenhaus gab. Nach Abitur am Pelizaeus-Gymnasium und Wehrdienst studierte Thiele Volkswirtschaftslehre in Paderborn. Im Juli 1986 begann er seine Karriere bei der heutigen Bundesagentur für Arbeit. Nach dem Einweisungsjahr war er zunächst ein Jahr als Abschnittsleiter Arbeitsvermittlung/-beratung in Bergisch Gladbach tätig, bevor er 1988 Geschäftsstellenleiter in Leverkusen wurde. 1991 wechselte er als Abteilungsleiter nach Soest, 1995 nach Detmold, wo er das operative Geschäft leitete, und 2009 als Vorsitzender der Geschäftsführung nach Soest. Diese Position bekleidete er seit 2011 dann in Detmold und seit 1. September in Paderborn.

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Trotz der derzeit erkennbaren Entspannung auf dem krisengeschüttelten Arbeitsmarkt, sei es für eine Entwarnung aber zu früh, da nicht absehbar sei, wie sich die Corona-Situation in den Herbst- und Wintermonaten entwickle, stellt Thiele klar. Auch die Arbeitsagentur stelle sich aber derzeit wieder neu auf. „Die erste Priorität lag und liegt natürlich auf dem Gesundheitsschutz für unsere Mitarbeiter. Danach kommt die Sicherstellung der Leistungen, damit die Menschen auch ihr Geld kriegen. Jetzt werden wir langsam auch im operativen Bereich wieder tätig.“ Die Arbeitsagentur selbst sei zwar für Publikumsverkehr weiterhin geschlossen – es sei denn, jemand hat eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch erhalten – die Berufsberater seien aber mit Schuljahresbeginn auch wieder in den Schulen unterwegs. Das ist Thiele ein besonderes Anliegen. „Der Fachkräftemangel, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet, ist nicht vom Tisch“, weiß er. Auch der Strukturwandel habe durch Corona noch einmal kräftig Fahrt aufgenommen. „Menschen in Ausbildung zu bringen, aber auch Beschäftigte weiterzuqualifizieren, ist wichtiger denn je“, sagt Thiele. Für die Qualifizierung, die von der Agentur gefördert werde, sei jetzt gerade dort, wo Kurzarbeit angemeldet ist, ein guter Zeitpunkt.

Auch der Ausbildungsmarkt für das laufende Ausbildungsjahr sei noch in Bewegung. „Es gibt sowohl Ausbildungsplätze als auch unversorgte Bewerber“, ermuntert er Betroffene, sich beraten zu lassen. Ein Start in das aktuelle Ausbildungsjahr sei noch bis zum 31. Januar möglich.

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