Thomas Ewers erhält als erster Deutscher diese hohe Auszeichnung
Der weltbeste Whisky kommt aus Paderborn

Paderborn (WB). Auf ihren Whisky sind die traditionsbewussten Schotten unendlich stolz. Dass der weltweit beste Whisky aber nicht aus dem nördlichsten Land Großbritanniens stammt, sondern ausgerechnet aus Paderborn, kommt einer kleinen Revolution gleich.

Donnerstag, 01.10.2020, 07:33 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 13:30 Uhr
Hunderte Fässer, gefüllt mit edelstem Whisky: Der Paderborner Thomas Ewers ist stolz auf die Auszeichnung „Worldwide Whisky Trophy 2020“, der von einer internationalen Fachjury für seinen Whisky „The Westfalian“ vergeben wurde. Foto: Jörn Hannemann

Die Dachorganisation für Spirituosen, die „International Wine & Spirit Challenge“, hat den Paderborner Whisky „The Westfalian“ zum besten Whisky der Welt 2020 gekürt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine Spirituose aus Deutschland in dieser Kategorie mit dieser hohen Auszeichnung versehen wird. „Ich kann es immer noch kaum glauben. Das ist mehr als ein Ritterschlag“, sagt der 50-jährige Paderborner Thomas Ewers. Von der international besetzten Fachjury, in der erfahrene Brennereimeister und Autoren von Fachbüchern saßen, gab es 99 von 100 möglichen Punkten. Bewertet wurden in einer Blindverkostung unter anderem Geschmack, Mundgefühl, Geruch und das allgemeine Aroma. Bereits 2017, 2018 und 2019 wurde das Destillat aus Paderborn von der Genuss-Kritikern zum besten deutschen Whisky gekürt.

Seit 2009 mehrfach ausgezeichnet

Hinter der hochprozentigen Spezialität steht der Thomas Ewers, der es mit seinen Abfüllungen und Variationen vom schottischen Nationalgetränk mit den besten Marken im Mutterland aufnimmt. Dabei ist die Erfolgsgeschichte noch nicht mal so alt: 2009 kreierte der 50-Jährige Seiteneinsteiger die Marke „Malts of Scotland“ und das gleichnamige Unternehmen – und machte sich in der Branche schnell einen Namen. Mehrfach wurde der Westfale bereits für ausgewählte Whiskeys ausgezeichnet.

Auf einer privaten Großbritannienreise lernte er 2003 das „schottische Gold“ kennen und lieben. „Bei einem Besuch in einem feinen Londoner Restaurant habe ich das erste Mal einen Schluck genommen und war sofort geflasht: Whisky ist nicht Fast-Food, es ist Slow-Food. Es steht für Genießen, Zelebrieren und Entspannung!“, ist der Ostwestfale überzeugt, der damit Beruf und Berufung gefunden hatte.

An der Senefelderstraße im Gewerbegebiet Dören, in einem relativ unscheinbaren Lagerhaus, ruhen die besten Tropfen in riesigen Eichenfässern und warten darauf, in Flaschen abgefüllt zu werden. Fünf bis sechs Jahre liegt beispielsweise „The Westfalian“. Gebrannt wird es in der Brennerei Northoff im Lippetal.

Exklusive Flaschenabfüllungen

Fast 130 Whisky-Brennereien gibt es in Schottland. Ewers kennt viele Inhaber persönlich und hält die Kontakte lebendig. Stolz präsentiert er auch sein eigenes Schottenmuster, das er sich in Schottland sogar registrieren hat lassen. Seine exklusiven Flaschenabfüllungen findet man nicht in Supermärkten, sondern sind ausschließlich in Top-Restaurants zu finden. Whisky-Freunde haben donnerstags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr Zutritt zu diesem Schlaraffenland.

Seine Kunden kommen aus dem ganzen Land, zum Teil sogar aus dem Ausland. „Zuletzt kam eine Gruppe aus China zu ihm. Sie wollten drei Flaschen.“ Jedoch nicht zum Trinken, sondern zum Ausstellen in der Wohnung. Sein Ruf hat sich bereits rumgesprochen. So reisen Kunden aus dem ganzen Land für die ausgezeichneten Spirituosen aus Paderborn an.

„The Westfalian“ kostet in verschiedenen Varianten zwischen 65 und 79 Euro pro 0,5-Liter-Flasche.

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