Stadt Paderborn investiert 1,2 Millionen Euro in Schloß Neuhaus
Freilichtbühne: Lob für Neubau

Paderborn-Schloß Neuhaus (WB). Kein Theater, sondern nur Staub, Dreck und Abrissgetöse: All das steht der Freilichtbühne Schloß Neuhaus in den kommenden Monaten bevor. Die gute Nachricht: Im Sommer 2022 soll sich dort wieder der Vorhang heben. Bis dahin soll der Neubau stehen.

Samstag, 26.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 12:04 Uhr
So sieht der Entwurf für den Neubau des Bühnenhauses der Freilichtbühne Schloß Neuhaus aus. Mit dem Abriss des Altbaus soll demnächst begonnen werden. Für den Neubau kalkuliert die Stadt eine Bauzeit von einem Jahr. Foto: Plan Bee Architekten (Grafik)

Die Pläne für das neue Bühnengebäude sind den Mitgliedern des Betriebsausschusses Gebäudemanagement in der letzten Sitzung der auslaufenden Legislaturperiode vorgestellt worden. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt bei dem Neubau auf den vorhandenen Waldbestand größtmögliche Rücksicht nehmen will.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Verwaltung dazu entschlossen, nach dem Abriss des Altbaus die alten Fundamente wiederverwenden zu wollen. Die Folge: Das Obergeschoss bekommt eine größere Grundfläche, als das Erdgeschoss.

Aktueller Bau nicht mehr zeitgemäß

Der bisherige Bau an der Freilichtbühne entspricht schon länger nicht mehr den behördlichen Auflagen und ist auch nicht mehr zeitgemäß. Aus Platzgründen fand bis zum Schluss der Kioskbetrieb an einem offenen Stand vor dem Gebäude statt.

Mit dem Neubau erhält der Verein neue Räume, die der Nutzung angepasst sind. Im Erdgeschoss werden Flächen für den Kiosk und den Ticketverkauf reserviert. Auch die Toilettenanlagen werden dort berücksichtigt – und zwar barrierefrei.

Das Obergeschoss soll Platz bieten für die Bühnentechnik, eine Werkstatt und ein Lager sowie für den Kostümfundus, berichtete Jörg Münster vom Gebäudemanagement.

Nach ersten Kalkulationen soll das komplette Vorhaben 1,2 Millionen Euro kosten. „Der Abbruch ist vorbereitet, die Ausschreibung läuft“, hieß es in der Sitzung. Mit dem Neubau soll dann im kommenden Jahr begonnen werden. Im Frühjahr 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Anmerkungen aus der Politik

Markus Mertens, Fraktionschef der CDU, lobte die Pläne. „Das Vorhaben ist wunderbar für Schloß Neuhaus und weit darüber hinaus“, stellte er fest. Allerdings gebe es neben dem Verein, der auf der Freilichtbühne Theaterinszenierungen realisiert, noch einen weiteren Betroffenen der Baumaßnahme.

Der Bürger-Schützen-Verein Schloß Neuhaus nutzt bekanntlich die Freilichtbühne für das Königsschießen. Sollte es nächstes Jahr wieder ein Schützenfest geben, so Mertens, werde sich der Verein um eine Ausweichfläche bemühen müssen. Nach Angaben des CDU-Chefs sei der Verein dazu bereit und mit der Stadt auch schon auf der Suche nach einer Ausweichfläche, auf der der Schießstand dann übergangsweise aufgestellt werden könne. Hier stelle sich allerdings die Frage, wer für die Umzugskosten aufkomme.

Außerdem betonte Mertens, dass auf jeden Fall die großkronigen Kastanien an der Freilichtbühne erhalten werden müssten.

Ulrich Koch (SPD) merkte zudem an, dass laut jetzigem Plan das Vordach des Neubaus offenbar deutlich kleiner ausfallen werde, als das jetzige. Mit Blick auf Regen und Sonne stelle sich die Frage, so Koch, wie die Verwaltung hier künftig Schutz für die Zuschauer schaffen wolle. „Wir haben an der Stelle schwierige Bodenverhältnisse“, erläuterte Jörg Münster den Grund, warum man auf ein schweres Vordach verzichten wolle. Als Alternative plane das Gebäudemanagement mit leichten Sonnensegeln.

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