Mittleres Paderquellgebiet: Besucher sollen auf den Wegen bleiben
Den Fischen gefällt’s

Paderborn (WB/mai). Die Paderborner haben bereits mit den Füßen abgestimmt und das neu gestaltete Mittlere Paderquell­gebiet zwischen Paderhalle und Mühlenstraße als neuen attraktiven Aufenthaltsraum mit Leben gefüllt. Doch wie steht es um die Tier- und Pflanzenwelt? Hat sie ihren aufgewerteten Lebensraum ebenso gut angenommen?

Donnerstag, 24.09.2020, 08:24 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 11:16 Uhr
Viele Fischarten, aber auch Eisvogel und Wasseramsel fühlen sich im neu gestalteten Mittleren Paderquellgebiet wohl. Damit die Natur ihre Rückzugsräume behält, Menschen diese aber auch genießen können, gibt es ein Wegekonzept. Foto: Jörn Hannemann

Offenbar ja. „Mitten in unserer Stadt entwickelt sich ein ökologischer Schatz!“, sagt Claudia Warnecke, die als Technische Beigeordnete verantwortlich für die 5,1 Millionen Euro teure Umgestaltung des Mittleren Paderquellgebietes ist. Für die Umgestaltung gab es bereits mehrere Auszeichnungen. Welche Effekte die Renaturierung der zuvor stark eingefassten Quelltöpfe und Paderarme für die Tierwelt hat, wurde seit Beginn der vor anderthalb Jahren fertiggestellten Maßnahmen regelmäßig von einem Fachbüro auf Veränderungen im Tier- und Pflanzenbestand hin untersucht.

Quelltöpfe mit Wohlfühlfaktor

Das Ergebnis hat die Stadt jetzt veröffentlicht: Bachforelle, Koppe, Äsche, Dreistachliger Stichling sowie vereinzelt auch Aal und Flussbarsch fühlen sich demnach in der Pader wieder wohl. Die Renaturierungsmaßnahmen „brachten eine ökologische Aufwertung von besonderer Qualität: eine natürlich-dynamische und wertvolle Wasserlandschaft hat sich entwickelt. Viele quelltypische Pflanzen und Tiere haben das Mittlere Paderquellgebiet im Herzen der Stadt wieder besiedelt“, lautet das Urteil der Fachleute.

Das mit dem so genannten Biomonitoring beauftragte Büro NZO GmbH unter der Leitung von Ralf Kloke ist sehr zufrieden mit der Entwicklung und bestätigt eine gute ökologische Qualität der innerstädtischen Quellen und Paderquellarme. Schon wenige Monate nach Bauabschluss hätten bereits mehr als 2000 Fische im Mittleren Paderquellgebiet nachgewiesen werden können. Durch die Entfernung von naturfernen betonierten Gerinnen, Sohlen und Staustufen sowie die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Pader im Mittleren Paderquellgebiet habe sich der Lebensraum deutlich verbessern können. Zahlreiche Kleinlebewesen hätten nun wieder die Chance, sich im Gewässer der Pader anzusiedeln und fühlten sich insbesondere in den Quelltöpfen besonders wohl. Sie stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und fließgewässertypische Vogelarten dar, von denen Arten wie Eisvogel und Wasseramsel profitieren.

Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke (rechts) freut sich zusammen mit der Landschaftsökologin Lea Heinrichsdorff (Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn) über die positive ökologische Entwicklung an der renaturierten Pader und ihren Quellen. Zum Schutz der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten haben sie Hinweisschilder aufstellen lassen.

Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke (rechts) freut sich zusammen mit der Landschaftsökologin Lea Heinrichsdorff (Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn) über die positive ökologische Entwicklung an der renaturierten Pader und ihren Quellen. Zum Schutz der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten haben sie Hinweisschilder aufstellen lassen.

Damit die Tier- und Pflanzenwelt auch Rückzugsmöglichkeiten hat, ist in der Mitte des Mittleren Paderquellgebiets ein Steg gebaut worden, damit die Besucher einen behutsamen Blick in deren typischen Lebensraum werfen können und die Quelllandschaft der Pader erlebbarer wird. Die Wege sollen nicht verlassen werden, damit sich in der sensiblen Auenlandschaft keine Trampelpfade bilden, die diese Naturräume zerstören. Um die Besucher daran zu erinnern, sind entsprechende Hinweisschilder aufgestellt worden. „Ebenso wie die Paderseeumflut, zeigt auch das Mittlere Paderquellgebiet, dass eine naturnahe Entwicklung von Fließgewässern auch im verdichteten, urbanen Raum möglich ist“, sagt Warnecke.

Große Bedeutung für die Biodiversität

Die aktuellen Untersuchungen hätten gezeigt, dass der umgestaltete Bereich bereits nach etwa einem Jahr große Bedeutung für die Biodiversität hat. Die natürliche Entwicklung der Paderarme und ihrer Auen werde den Wert für den Naturschutz auch künftig weiter erhöhen. Im Gegensatz zur freien Landschaft werde jedoch die Vegetationsentwicklung auch zukünftig sanft gelenkt, um Naturschutz und Freizeitinteressen nebeneinander zu ermöglichen.

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