Uwe Hoffmann im Alter von 65 Jahren verstorben
Herz und Seele der Paderborner Tafel

Paderborn (WB). „Eine Idee braucht immer Macher, die sie verwirklichen. Uwe Hoffmann ist ein solcher Macher, der unserer Region ein Stück Mitmenschlichkeit beschert hat“ – mit diesen Worten würdigte Landrat Manfred Müller noch im Oktober vergangenen Jahres das Lebenswerk des Gründers der Paderborner Tafel, Uwe Hoffmann. Jetzt ist Hoffmann im Alter von 65 Jahren verstorben.

Donnerstag, 24.09.2020, 04:00 Uhr
„Helfen und hinsehen“ war sein Lebensmotto: Der Paderborner-Tafel-Gründer Uwe Hoffmann (links) bei der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Landrat Manfred Müller.

Im Paderborner Kreishaus hatte er das Bundesverdienstkreuz mit seinem für ihn so typisch leisen und warmen Lächeln entgegengenommen. Seine Freude über die hohe Auszeichnung war echt, von Herzen kommend, genau wie sein Engagement für jene, die es im Leben nicht so gut getroffen haben. „Hinsehen und helfen, das alles hat er schlicht gelebt. Eine Brücke zu bauen zwischen Überfluss und Mangel, Wohlstand und Armut, ­motivierte ihn zeitlebens“, würdigt Landrat Manfred Müller die Verdienste des Verstorbenen. Er war Herz und Seele der Paderborner Tafel, packte weiter mit an, auch als ihm seine schwere Erkrankung zunehmend zu schaffen machte.

Von Tafel bis Bahnhofsmission

Uwe Hoffmann hat die Idee der Tafel überzeugt: Die einen spenden einwandfreie Nahrungsmittel, die ansonsten entsorgt würden. Die anderen holen sie ab und verteilen sie an Bedürftige. Er gründete im Sommer 2000 mit drei anderen die Tafel Paderborn. Zu Beginn ruhte fast die gesamte Verantwortung auf Hoffmanns Schultern: Ehrenamtliche Helfer sowie Sponsoren mussten gefunden werden. Gleichzeitig kümmerte er sich um die notwendige Infrastruktur wie Räumlichkeiten, Kühlvorrichtungen und Fahrzeuge. Mehr als 20 Jahre kümmerte er sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Vereins um die Verteilung der Lebensmittel. Was mit zwei Helfern und einem geschenkten Fahrzeug begann, entwickelte sich immer mehr zu einer Anlaufstelle für die Ärmsten, die dort auch menschliche Wärme und Zuwendung finden. Nahezu 100 ehrenamtliche Helfer sorgen inzwischen jeden Tag dafür, dass etwa 3000 Kunden für einen kleinen symbolischen Geldbetrag Lebensmittel kaufen können.

Hoffmann kooperierte auch mit der Bahnhofs­mission und versorgte diese mit Lebensmitteln. Im Laufe der Jahre integrierte er innerhalb der Tafel eine Kleiderkammer. Beim „Runder Tisch der Armut“ war Hoffmann von Anfang an dabei. 2016 erhielt er den Bürgerpreis der Paderborner Bürgerstiftung.

Seit 2006 läuft die jährliche Weihnachtspäckchenaktion „Fröhliche Weihnachten für alle“, die letztlich eine Fortführung der Idee der Tafel ist. Gespendet werden können im Rahmen der Aktion haltbare Lebensmittel, kleine Überraschungen und Spielzeug für Kinder, die wenige Tage vor Weihnachten von Ehrenamtlichen verteilt werden.

Hoffmanns einziger Wunsch zum Weihnachtsfest war stets, dass die Päckchen für andere reichen. „Mit seinem Tod verlieren wir einen Menschen, eine Persönlichkeit, der immer die Nöte der anderen im Blick hatte. In seinem Lebenswerk, der Tafel Paderborn, wird er weiter­leben“, sagt Landrat Manfred Müller. Der Kreis ­Paderborn werde ihm ein ehrendes Andenken be­wahren.

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