Papst Franziskus nimmt Rücktrittsgesuch des Paderborner Weihbischofs an
Weihbischof Hubert Berenbrinker tritt in Ruhestand

Paderborn/Rom (WB). Aus gesundheitlichen Gründen hat Weihbischof Hubert Berenbrinker den Papst darum gebeten, von seinem Amt als Weihbischof in Paderborn entpflichtet zu werden. Papst Franziskus in Rom hat dem Rücktrittsgesuch am 21. September 2020 entsprochen und den 70-Jährigen von seinen Amtspflichten entbunden. Das teilte das Erzbistum am Montag mit.

Montag, 21.09.2020, 12:44 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 19:10 Uhr
Hubert Berenbrinker tritt aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Paderborner Weihbischofs zurück. Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch am 21. September 2020 angenommen. Foto: Erzbistum Paderborn

„Ich bin dem Heiligen Vater sehr dankbar für diese Entscheidung. Durch die Entpflichtung vom aktuellen Amt und von den damit verbundenen Belastungen hoffe ich, meiner Gesundung und notwendigen Erholung den ausreichenden Raum geben zu können“, sagte Weihbischof Hubert Berenbrinker in einer ersten Reaktion.

Er war seit 2008 Weihbischof in Paderborn und wirkte hier unter anderem als Bischofsvikar für die Begleitung der Priester im Ruhestand. Die Nachricht über die Annahme des Rücktrittsgesuchs von Weihbischof Hubert Berenbrinker durch Papst Franziskus wurde zeitgleich in Rom und Paderborn veröffentlicht.

Dankbarkeit von Seiten des Erzbistums

Erzbischof Hans-Josef Becker zeigte sich dankbar gegenüber Papst Franziskus und Weihbischof Berenbrinker: „Die rasche Entscheidung von Papst Franziskus zeigt die Sorge und Fürsorge des Heiligen Vaters um seine Mitarbeiter. Mein großer persönlicher Dank gilt Weihbischof Hubert Berenbrinker für die langen Jahre seines priesterlichen und bischöflichen Wirkens im Erzbistum Paderborn. Ich wünsche ihm eine gute Gesundheit, so dass er uns auch weiterhin – dann entlastet von den Pflichten eines Weihbischofs – im Erzbistum Paderborn begleiten kann.“

Mit Dankbarkeit schaue er auf die gemeinsamen Jahre des Theologiestudiums in Paderborn und die lange Zeit des freundschaftlichen Miteinanders im priesterlichen und bischöflichen Dienst, hatte Erzbischof Hans-Josef Becker zum 70. Geburtstag von Weihbischof Berenbrinker im Juni 2020 geschrieben. Weihbischof Berenbrinker sei im Glauben tief verwurzelt, eine bleibende Treue zu Jesus Christus zeichne ihn aus. Erzbischof Becker würdigte Weihbischof Berenbrinker damals mit Worten von Papst Franziskus als einen „Pastor“ im besten Sinne – ein „Hirte“, der „den Stallgeruch seiner Schafe an sich trage“.

Der Paderborner Erzbischof unterstrich, dass Weihbischof Berenbrinker für die älteren Priester ein „verlässlicher, diskreter und hilfreicher Ansprechpartner“ sei, der viel auf diesem Gebiet erreicht habe. Die älteren Mitbrüder nähmen die Angebote und Hilfen gerne in Anspruch.

Lebenslauf von Hubert Berenbrinker

Hubert Berenbrinker wurde 1950 in Verl geboren. Nach seinem Abitur 1970 studierte er Theologie und Philosophie in Paderborn und Innsbruck. 1977 empfing er von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt das Sakrament der Priesterweihe.

Von 1977 bis 1981 wirkte er als Vikar zunächst in Hagen, danach bis 1983 in Löhne mit den Einsatzschwerpunkten in St. Marien, Kirchlengern, und in St. Michael, Bünde-Holsen. Er war zudem Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Herford. Von 1983 bis 1989 war er als Pfarrvikar in Bünde-Holsen tätig, ab 1988 auch in Kirchlengern.

Von 1989 bis 2004 in Siegen

1989 wurde Hubert Berenbrinker Pfarrer von St. Peter und Paul, Siegen – eine Tätigkeit, die er bis 2004 ausübte. Von 1994 bis 1998 war er zudem Dechant des Dekanats Siegen, im Anschluss an diese Aufgabe übte er bis 2004 das Amt des Regionaldekans der ehemaligen Seelsorgeregion Siegerland-Südsauerland aus. In seine Amtszeit als Pfarrer in Siegen fiel auch die Leitung des Pastoralverbundes Siegen-Süd von 2001 bis 2004.

2004 übernahm Berenbrinker die Leitung der damaligen Zentralabteilung und des heutigen Bereiches Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat. Im Jahr danach erhielt er den Titel eines Päpstlichen Ehrenkaplans (Monsignore).

Bischofsweihe im Jahr 2008

Im April 2008 wurde Hubert Berenbrinker von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof in Paderborn und Titularbischof von Panatoria ernannt. Die Bischofsweihe folgte am 15. Juni 2008 durch Erzbischof Hans-Josef Becker. Das Leitwort von Weihbischof Hubert Berenbrinker lautet: „Omne quod spirat, laudet dominum, alleluja“ – „Alles, was atmet, lobe den Herrn! Alleluja!“

Weihbischof Berenbrinker ist Bischofsvikar für die Begleitung der Ruhestandsgeistlichen. Dem Paderborner Domkapitel gehörte Berenbrinker von 2001 bis 2004 als nichtresidierender Domkapitular an, seit Dezember 2004 ist er residierender Domkapitular. Weihbischof Hubert Berenbrinker ist Mitglied der Ökumenekommission (II) sowie der Kommission für Erziehung und Schule (VII) der Deutschen Bischofskonferenz.

Am 21. September 2020 nahm Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Hubert Berenbrinker an. Er hatte den Papst aus gesundheitlichen Gründen um Entpflichtung vom Amt als Weihbischof in Paderborn gebeten.

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