Freiwilliger Einsatz an Samstagen zur Entlastung des Medico geplant
Ärzte verstärken Notdienste

Paderborn (WB/itz). Die Kassenärztliche Vereinigung ruft die Hausärzte im Kreis Paderborn dazu auf, in den kommenden Monaten freiwillig für zusätzliche Samstagsdienste die Praxen zu öffnen. Dies soll allerdings nur im Bedarfsfall geschehen, wenn es ein lokales Corona-Ereignis in einer Kommune im Kreisgebiet geben sollte.

Samstag, 19.09.2020, 04:20 Uhr
Dr. Ulrich Polenz leitet die Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Foto: Ingo Schmitz

Ziel sei es, dass die niedergelassenen Ärzte die Bereitschaftsdienstpraxis im Medico am Brüderkrankenhaus entlasten, erläuterte Dr. Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung, dieser Zeitung.

Die Corona-Pandemie habe sehr stark dazu beigetragen, die Zusammenarbeit im Paderborner Praxisnetz zu verbessern, sagte der Mediziner. Es habe einen sehr guten Informationsaustausch gegeben und das Praxisnetz habe in der Ärzteschaft neue Mitglieder gewinnen können.

Niedergelassene Ärzte sollen im Bedarfsfall Praxen öffnen

Mit Blick auf eine mögliche Grippewelle und dem parallelen Corona-Geschehen sei man aber in Hab­achtstellung. „Wir haben daher mit den Krankenhäusern, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Kreisgesundheitsamt die weitere Strategie besprochen“, berichtet Dr. Polenz. Eine Maßnahme sei, dass man die Kapazitäten der Notfallpraxis in Paderborn nicht überfordern wolle. Sollte unterhalb der Woche in einer Schule oder Kita ein Corona-Fall auftreten, dann soll künftig ein niedergelassener Arzt in dem jeweils betroffenen Ort samstags zusätzlich seine Praxis öffnen, um dort die erforderlichen Abstriche bei den Verdachtsfällen vorzunehmen. Die Ärzte müssten dies aber freiwillig tun, sagte Polenz.

Die Entscheidung, welche Arztpraxis dann im Einzelfall öffnen soll, werde kurz vor dem Wochenende getroffen und dann öffentlich gemacht. „Daher wissen wir noch nicht, wie viele Arztpraxen wir brauchen werden“, erläutert der Chef der Bezirksstelle die Problematik.

Hoffnung auf Freiwillige

Am Freitag sind die Arztpraxen im Kreis Paderborn über das geplante Vorgehen informiert worden. Nun hoffe man darauf, dass sich ausreichend Mediziner melden, die im Notfall einspringen wollen.

Der Corona-Krisenstab tage am kommenden Mittwoch wieder mit allen fünf beteiligten Krankenhäusern in den Kreisen Paderborn und Höxter sowie mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Kreisgesundheitsamt. „Wir bereiten uns gemeinsam auf die Zeit vor“, betont Polenz. Bis jetzt sei das Hochstift in der Corona-Krise glimpflich davon abgekommen.

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