Paderborner Eiscafé nutzt essbare Löffel aus Hafer und Kakaobohnen
Spoonies feiern Premiere

Paderborn (WB). In Deutschland werden pro Jahr bis zu 360 Millionen Plastiklöffel weggeschmissen. Unmengen an Müll sammeln sich an und verschmutzen die Umwelt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben zwei Studentinnen der Universität Hohenheim 2018 den sogenannten Spoonie erfunden. Er soll Plastik in den Eisdielen ersetzen, so auch im Paderborner Eiscafé Artusa.

Dienstag, 08.09.2020, 11:38 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 11:44 Uhr
Debohra Artusa ist von der Nachhhaltigkeit und dem Umweltschutz des Einscafés überzeugt: Nicht nur die Spoonies lassen sich nach dem Eis verzerren. Auch die aus Waffel bestehenden Eisbecher sind essbar. Foto: Oliver Schwabe

Der Löffel selbst ist essbar und besteht aus Haferspelze oder Kakaobohnenschalen. Diese werden normalerweise nicht verarbeitet, sondern entsorgt, finden aber nun in den Löffeln Verwendung. Hafer und Kakaobohnen werden in der Region angebaut. Dadurch seien die Löffel klimaneutral und deutlich nachhaltiger, sagt Peter Bleßmann, Vertreter von Parents for Future. Die Organisation ist Teil von Paderborn for Future. Bleßmann habe die Idee der Spoonies an das Einscafé herangetragen. So wolle Parents for Future die noch eher unbekannte Firma „Spoontainable“, welche von den Studentinnen Julia Piechotta und Amelie Vermeer gegründet wurde, unterstützen.

Die Löffel bleiben bis zu einer Stunde stabil im Eis, ohne sich aufzulösen. Anschließend können sie gegessen werden. Spoonies sind in verschiedenen Größen erhältlich und können somit nicht nur für eine Kugel Eis, sondern auch für größere Desserts verwendet werden. Außerdem sind sie vegan und glutenfrei. Die Kosten pro Löffel liegen bei sieben Cent. Trotz des im Vergleich zu Plastik hohen Preises seien die essbaren Löffel laut ihren Erfindern bereits gut angenommen worden. Seitdem sie 2019 auf den Markt gebracht wurden, seien bis zu eine Million Plastiklöffel eingespart worden.

Peter Bleßmann (links) trug die Idee zu den essbaren Löffeln an Serena Artusa heran. Foto: Rebecca Borde

Peter Bleßmann (links) trug die Idee zu den essbaren Löffeln an Serena Artusa heran. Foto: Rebecca Borde

Auch in Paderborn wird der Spoonie nun erstmals in der Eisdiele Artusa angeboten. „Ich war sofort begeistert, als ich von den Spoonies gehört habe“, sagt Serena Artusa, deren Familie im Besitz der Eisdiele ist. Das Eiscafé solle so umweltfreundlich wie möglich gestaltet werden. Nicht nur die Spoonies könnten dazu beitragen. Auch der Verzicht auf Plastikstrohhalme und Eisbecher aus Waffeln sorgten für weniger Plastik. Ein großes Ziel konnte bereits erreicht werden. Serena Artusa: „Wir schmeißen fast nichts weg.“ Wenn Kunden ihr Eis nicht aufessen, bestehe natürlich keine andere Möglichkeit, doch der Großteil des Abfalls ließe sich bestens vermeiden, da man gut einschätzen könne, wie viel Eis pro Tag produziert werden müsse.

Artusa will langfristig auf Spoonies umsteigen

Die Spoonies passen somit bestens in das Konzept der Eisdiele. „Wir haben gerade nach einem Löffelersatz gesucht und genau in dem Moment haben Parents for Future uns die Lösung präsentiert“, erklärt Serena Artusa.

Dennoch gibt es Kunden, die von den Spoonies nicht überzeugt sind. „Einige haben sich bereits über die Löffel beschwert“, erklärt Debohra Artusa. Zuvor wurden Löffel aus Maisstärke im Eiscafé verwendet, die einige Kunden den Spoonies gegenüber bevorzugen. Trotzdem bleibe es Ziel im Artusa, für den Umweltschutz auf die Spoonies umzusteigen.

So konnte mit der Umsetzung des aktuellen Projekts Paderborn getreu dem Motto der Firma Spoontainable „Don’t Waste It - Taste It“ ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit gemacht werden.

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