Stundenlanger Großeinsatz: 83-Jähriger in Paderborner Volksbank eingeschlossen
Polizisten befreien vergessenen Bankkunden aus Tresorraum

Paderborn (WB). So einen Ausgang ihres Einsatzes hatten die Beamten des Bielefelder Spezialeinsatzkommandos (SEK) nicht erwartet. Die Polizisten entdeckten am späten Freitagabend nach stundenlangem Einsatz einen 83-jährigen Kunden hilflos eingeschlossen im Tresorraum der Volksbank-Zentrale am Neuen Platz. Wie berichtet , waren sie alarmiert worden, nachdem von 17.45 Uhr an immer wieder die Alarmanlage der Bank auslöste, obwohl das Bankhaus bereits längst geschlossen war.

Sonntag, 06.09.2020, 21:38 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 09:42 Uhr
Weil auch eine Geiselnahme in der Volksbank-Zentrale am Neuen Platz nicht ausgeschlossen werden konnte, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Auch Einheiten des Spezialeinsatzkommandos waren bis in die Nacht im Einsatz. Foto: meierpress

Lange Zeit war die Sachlage unklar gewesen: Handelt es sich nur um einen Fehlalarm oder doch um eine Geiselnahme? Denn auch dieses Gerücht machte die Runde. Weil die Alarmauslösungen andauerten (insgesamt neun Mal), konnte die Polizei nicht ausschließen, dass noch Menschen in der Bank waren.

Volksbank-Gebäude weiträumig abgesperrt

Das Volksbank-Gebäude wurde daher weiträumig abgesperrt. Auch das Volksbank-Parkhaus, das Theater sowie die Bars in unmittelbarer Nähe wurden geräumt. Das Spezialeinsatzkommando bereitete die Durchsuchung des Gebäudes vor. Um 21.40 war es dann soweit: Mehr als 50 Kräfte aus dem SEK und weitere Polizisten marschierten in Kampfmontur und schwer bewaffnet von der Einsatzzentrale auf dem Paderborner Dom- und Marktplatz los, um wenig später das Bankgebäude zu betreten. Nach und nach wurde jeder Raum nach möglichen Tätern abgesucht, bis die Beamten zu dem verriegelten Tresorraum vordrangen.

Als sie gegen 22.45 den Tresorraum im Untergeschoss stürmten, trauten sie ihren Augen nicht – denn sie trafen dort auf den 83-jährigen Mann, der eine Schiebermütze trug. Er habe nach Angaben der Polizei zwar einen verwirrten Eindruck gemacht, sei aber unverletzt und ansprechbar gewesen. Der Senior, der offenbar mehrfach den Alarm ausgelöst, jedoch nicht das Wandtelefon im Tresorraum benutzt hatte, wurde zu einem Rettungswagen gebracht. Dort kümmerten sich ein Notarzt, eine Notfallseelsorgerin und Feuerwehrmänner um ihn.

Ehefrau meldete Rentner als vermisst

Der durstige 83-Jährige bekam Wasser und wurde für Untersuchungen in ein Krankenhaus gefahren. Wie bekannt wurde, hatte ihn seine Ehefrau gegen 21 Uhr als vermisst gemeldet.

Und was sagt die Volksbank zu dem Vorgang? Die veröffentlichte am Sonntag ein Statement : Der Kunde habe kurz vor Filialschließung den Tresorraum im Untergeschoss der Hauptstelle betreten, um an sein Schließfach zu gelangen, heißt es in der schriftlichen Erklärung. Schließfachkunden der Hauptstelle Paderborn könnten mit ihrer Bankkarte und einer PIN allein an ihr Schließfach gelangen. Der mit einer Tresortür gesicherte Raum sei nach Filialschließung gegen 16.45 Uhr von einem Mitarbeiter abgeschlossen worden.

Polizei-Großeinsatz an der Paderborner Volksbank

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  • Matthias Wippermann

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  • Ingo Schmitz

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Der mit der ordnungsgemäßen Schließung des Sicherheitsraumes beauftragte Mitarbeiter habe nach eigenen Angaben vorher den Raum betreten, um nach möglichen Kunden zu schauen, jedoch die Anwesenheit des Seniors nicht bemerkt.

„Sowohl an den Seiten als auch in der Mitte des Raums sind die Schließfächer angeordnet. Der Raum ist kameraüberwacht. Allerdings ist davon der Nischenbereich, in dem unsere Kunden vertraulich die Inhalte ihres Schließfaches aus- und einpacken können, ausgenommen“, erklärte Sylvia Hackel, Sprecherin der Verbundvolksbank OWL.

Bankvorstand entschuldigt sich

Der Bankvorstand hat sich am Samstag mit der Ehefrau in Verbindung gesetzt und sich für den Vorfall entschuldigt. „Erfreulicherweise geht es dem Kunden den Umständen entsprechend gut. Anfang der kommenden Woche ist auch ein Besuch des Mannes vorgesehen“, sagte Silvia Hackel.

Den Vorfall am Freitagabend nehme die Volksbank zum Anlass, um Abläufe und Sicherheitskonzepte zu überprüfen. „Die Sicherheit und das Wohl unserer Kunden stehen dabei im Mittelpunkt. Für den engagierten Einsatz aller Einsatzkräfte in dieser auch für uns außergewöhnlichen Situation, die wir erstmals erlebt haben, bedanken wir uns“, so Hackel abschließend.

Ob die Volksbank für die Kosten des SEK-Einsatzes aufkommen muss, oder es eine Versicherung haftet, werde geprüft.

SEK-Einsatz Volksbank Paderborn

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Foto: Ingo Schmitz und Matthias Wippermann
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