Umfrage des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW
„Hohe Akzeptanz für Anlagen“

Paderborn (WB). 39 Prozent der Menschen im Kreis Paderborn sollen laut einer Umfrage stolz darauf sein, Vorreiter-Region bei der Nutzung Erneuerbarer Energien zu sein. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) hervor. Der Kreis Paderborn deckt seinen Strombedarf seit 2018 zu 100 Prozent mit Ökostrom.

Samstag, 05.09.2020, 06:00 Uhr
Wohl in keiner Region mit vergleichbarer Größe drehen sind so viele Windkraftanlagen im Betrieb wie im Kreis Paderborn. Aktuell sind es mehr als 500. Foto: Jörn Hannemann

Wie der Verband LEE am Freitag mitteilte, hatte das zertifizierte Umfrage-Institut „election.de“ kreisweit zwischen dem 8. und 18. August 1000 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte ab 16 Jahren per Telefoninterview zur Energie­wende befragt. Auf die Frage „Wie stehen Sie zum starken Ausbau der Windenergie und damit der Vorreiter-Rolle des Kreises beim Ausbau der Erneuerbaren Energien?“ antworteten den Angaben zufolge 39 Prozent mit „Darauf bin ich stolz“ und 43 Prozent mit „Das finde ich nicht besonders gut, ist aber notwendig“. Neun Prozent lehnten den Ausbau den Angaben zufolge ab. Dafür, dass die Energiewende auch bundesweit so schnell wie möglich um­gesetzt werden sollte, sollen 85 Prozent der Befragten gestimmt haben.

„Eine überwältigende Mehrheit will also einen schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien“, kommentierte Jürgen Wrona, Vorsitzender des Regionalverbandes OWL im Landesverband LEE, die Ergeb­nisse. Die Akzeptanz für Windenergie sei noch sehr hoch. Abgefragt worden sei mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl auch die politische Ausrichtung der Befragten. Unter den Grünen-Anhängern gebe es eine über­wältigende Akzeptanz von 95 Prozent. Unter CDU-Anhängern im Kreis Paderborn liege die Akzeptanz mit 82 Prozent exakt im Durchschnitt. „Auch das ist ein klares Signal an die Bundespolitik, jetzt endlich den Klimawandel ernst zu nehmen und die Bremse vor allem beim Ausbau der Windkraft zu lösen“, sagte Wrona.

Akzeptanzmaßnahmen umgesetzt

Das Beispiel Paderborn zeige, dass die Akzeptanz nicht sinke, wenn die Bevölkerung an der Wertschöpfung von Windparks teilhabe. „In der Region wurden zahlreiche Akzeptanzmaßnahmen umgesetzt: Von Stiftungen, die das Ehrenamt unterstützen, über günstige Stromtarife bis hin zu Genossenschaften, die eine finanzielle Beteiligung an Wind-und Solarparks ermöglichen“, erklärte Wrona. Mit 55 Prozent habe gut die Hälfte der Befragten im Kreis Paderborn angegeben, selbst neben einer oder mehreren Windenergieanlagen zu wohnen.

Der Landesverband Erneuer­bare Energien zieht aus der Umfrage nach eigenen Angaben folgendes Fazit: Die Ergebnisse der Befragung zeigten deutlich, dass die Menschen im Kreis Paderborn erkannt hätten, welche Vorteile der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Region habe. „Deshalb erwarten wir als LEE Regionalverband, dass auch die heimischen CDU-Vertreter in Bund und Land endlich aufhören, ihren eigenen Wahlkreis schlecht zu reden, wie das leider immer wieder in Düsseldorf und Berlin passiert“, sagte Daniel Sage, stellvertretender Regionalverbandsvorsitzender in OWL und Sprecher von Westfalen-Wind. Vielmehr müsse man jetzt gemeinsam anderen ­Regionen die Vorteile aufzeigen und den Kreis Paderborn als erste 100-Prozent-Region in Nordrhein-Westfalen als Vorbild nehmen.

Detaillierte Ergebnisse der Umfrage hat der Landesverband Erneuerbare Energien NRW auf seiner Homepage veröffentlicht.

www.lee-nrw.de

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Kommentare

Klein  wrote: 06.09.2020 21:18
Wenn die Windenergielobby eine Umfrage mit dem entsprechenden Ergebnis vorweist dann unterstelle ich, dass sie lügt, um ihre Millionenvermögen weiter auszubauen.
Jens Winkelmann  wrote: 06.09.2020 19:36
Die Energiewende ist eine Katastrophe
So eine Frage ist schon unseriös: "Wie stehen Sie zum starken Ausbau der Windenergie und damit der Vorreiter-Rolle des Kreises beim Ausbau der Erneuerbaren Energien?" Man verbindet eine Fragestellung mit einer Bewertung. Damit versucht man die Antwort in eine bestimmte Richtung zu lenken. "Der Kreis Paderborn deckt seinen Strombedarf seit 2018 zu 100 Prozent mit Ökostrom." Auch nachts wenn der Wind nicht weht? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich deckt man bilanziell den Bedarf zu 100% aus Ökostrom. Das ist ein feiner Unterschied. Also mal liefert man Ökostrom aus den Kreis mal kommt vermutlich dreckiger Kohlestrom in den Kreis. Das Modell lässt sich aber nicht auf alle Kreise übertragen. Jemand muss Strom liefern wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Und umgekehrt wenn die Sonne stark scheint und der Wind stark weht muss man jemanden finden, der den Strom abnimmt. Deshalb wird Kohlestrom hoch- und runter gefahren, um dann einzuspringen wenn Sonne und Wind nicht liefern. Das sind teure Doppelstrukturen. Es wird zwar weniger Kohle verfeuert, aber das Kohlekraftwerk muss samt Belegschaft betriebsbereit sein. Andere fossile Kraftwerke sind in Netzreserve und Kapazitätsreserve. Das sind alles Kosten, die in der Natur der Erneuerbaren liegen. Gas spielt da besser mit den Erneuerbaren zusammen, da Gaskraftwerke sich schnell hoch- und runter fahren lassen. Aber es bleibt bei teuren Doppelstrukturen und Gas produziert CO2, wird teilweise durch Fracking erzeugt und Gas-Pipelines haben umweltschädliche Lecks. Speicher wären unbedingt notwendig. Batterien für die kurzfristige Speicherung Power-to-Gas (Strom in Gas umwandeln) für die langfristige Speicherung. Die Speichertechnologie steckt aber noch in den Kinderschuhen. Notwendige angemessene Speicher sind bei weitem nicht in Sicht. Investitionen für Entwicklung und Installation von Speichern sind teuer. Dem durch die EEG-Umlage gebeutelten Stromkunden will man diese zusätzlichen Kosten nicht zumuten. Aber ohne Speicher gibt es keinen 100% Ökostrom. Das Paderborn Modell lässt sich also nicht auf Deutschland übertragen. Es sei denn, man hat nette Nachbarn die einem bei Mangel und Überproduktion aushelfen. Aber aus Polen kommt bei Bedarf dreckiger Kohlestrom und aus Frankreich der angeblich so gefährliche Atomstrom. Umgekehrt möchten unsere Nachbarn bei guter Wetterlage gar nicht so viel Ökostrom haben. Da kann der Strompreis an der Börse ins Negative gehen und wir bezahlen Geld damit der Storm abgenommen wird und unsere Netze nicht überlastet werden. Mit anderen Worten die ganze Energiewende ist nicht so unproblematisch, wie sie von der Grünen Lobby verkauf wird. Kalifornien, das wie Deutschland voll auf Erneuerbare setzt, musste in den letzten Wochen bei Extremwetterlagen mit Stromausfällen kämpfen. Der Atomausstieg war ein Fehler. Die letzten 6 Atomkraftwerke produzieren so viel Strom wie die NRW Braunkohle, aber 7 Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag. Erst Kohleausstieg dann Atomausstieg wäre schlau gewesen. Die ganze Energiewende ist eine Katastrophe. Nur die grüne Lobbyarbeit ist perfekt und zeichnet ein verzerrtes Bild.
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