Anklage gegen 21-Jährigen aus Geseke wegen mehrerer Anschläge im Frühjahr in den Kreisen Paderborn und Soest
Betonplatten auf Straße geworfen

Paderborn/Geseke (WB). Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat gegen einen 21-Jährigen aus Geseke bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Paderborn Anklage wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung erhoben.

Mittwoch, 02.09.2020, 13:55 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 14:12 Uhr
Symbolbild Foto: Hannemann

Dem Mann wird vorgeworfen, am 28. April von einer Autobahnbrücke über die A 44 bei Erwitte eine Betonplatte auf einen unter der Brücke hindurchfahrenden Mercedes Sprinter geworfen zu haben. Die Platte schlug durch die Windschutzscheibe im Bereich der Beifahrerseite ein. Die Fahrerin war allein unterwegs. Sie wurde durch Splitter verletzt.

In der Folgezeit versuchte der mutnaßliche Täter, die Daimler AG zu erpressen. Er forderte einen Geldbetrag von 250.000 Euro, zahlbar auf ein Bitcoin-Konto. Zugleich drohte er weitere Anschläge auf Mercedes-Fahrzeuge an.

Daimler AG erpresst

Am 4. Mai warf der 21-Jährige eine Betonplatte von einer Brücke über die L 776 im Bereich Salzkotten-Tudorf, einen Tag später warf er von einer Autobahnbrücke über die A 33 bei Hövelhof einen Betonbrocken auf die Fahrbahn.

In beiden Fällen hatte er sich zuvor vergewissert, dass keine Fahrzeuge unter der Brücke hindurchfuhren. Diese Würfe erfolgten lediglich, um die Drohung gegen die Daimler AG zu verstärken.

Die Betonplatte auf der L 776 konnte durch die Polizei gefunden werden, nachdem der Mann die Polizei darüber informiert hatte. Über den Betonbrocken auf der A 33 fuhren ein LKW und ein PKW, die beide leicht beschädigt worden sind.

Durch komplexe Telefon-Überwachung konnte die Anschlusskennung, über die der Mann mit der Daimler AG bzw. der Polizei in Kontakt getreten war, am 13. Mai lokalisiert und der Mann unmittelbar danach festgenommen werden. Schon nach der Festnahme legte er ein Geständnis ab und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft .

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