Allee zum Paderborner Schützenhof stark befallen – Bäume werfen Laub ab
Kleine Motte macht Probleme

Paderborn (WB). Braune Blätter soweit das Auge reicht. Sie fallen seit Wochen, als wäre tiefster Herbst. Und das auf Paderborns Prachtallee – dem Dr.-Auffenberg-Weg – auch als Schützenweg bekannt. Einige Anwohner sind völlig entnervt, denn hinter dem Laubfall stecken kleine Tiere: die Miniermotten. Abertausendfach flattern sie umher, dringen in Häuser und Wohnungen ein. „Das ist ekelhaft“, meint eine Anwohnerin. Sie wirft der Stadt vor, sich nicht genügend um die Kastanien gekümmert und den Rückschnitt vernachlässigt zu haben.

Mittwoch, 02.09.2020, 12:16 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 12:18 Uhr
Die Allee zum Schützenhof gehört zu den schönsten Wegen im Stadtgebiet. Doch leider sorgt dort die kleine Miniermotte für reichlich Ärger. Die Kastanien vertrocknen und werfen bereits seit Wochen ihr inzwischen braunes Laub ab. Foto: Oliver Schwabe

Ein Paderborner Gärtner, der sich in dem Bereich um einige Privatgärten kümmert, berichtete auf Anfrage, dass die Population der Miniermotten in diesem Jahr „ex­trem groß“ sei. Sie komme in „rauen Mengen“ vor, und wer im Bereich der Kastanienallee spazierengehe oder radfahre, solle besser nicht den Mund öffnen, rät er.

So sieht die Miniermotte aus, die im Bereich Dr.-Auffenberg-Weg, Nähe Schützenhof, für Ärger sorgt und die Kastanien befällt.

So sieht die Miniermotte aus, die im Bereich Dr.-Auffenberg-Weg, Nähe Schützenhof, für Ärger sorgt und die Kastanien befällt.

Auch in den Häusern sei der Schädling eine wahre Plage: „Fruchtfliegen sind nichts dagegen.“ Würden die Miniermotten an der Wand zerdrückt, hinterließen sie auch noch einen gelben Fleck. Nach Angaben des Gärtners legen die Moniermotten Eier in die Blätter der Bäume und sorgen dafür, dass sie vertrocknen: „Die Blätter werden mitten im Sommer braun, die Krankheit schwächt die Kastanien immer mehr.“ Daher seien die Bäume leider nicht mehr erhaltenswert. Die Stadt müsse aktiv werden und solle nicht so lange warten, „bis erste Äste runtergefallen sind“. Für die Zukunft schlägt der Gärtner an der Stelle eine Mischung aus verschiedenen Baumarten vor. Weil die Sommer voraussichtlich immer häufiger trocken ausfallen würden, werde das Problem mit der Miniermotte noch zunehmen, ist er überzeugt.

„Vorwurf ist haltlos“

Die Verwaltung der Stadt Paderborn wies auf Anfrage darauf hin, dass Anlieger die mit städtischen Bäumen verbundenen Beeinträchtigungen auf ihren Grundstücken hinnehmen müssten. Dazu werden Laub-, Fruchtfall und Schattenwurf gezählt. „Nach dem Straßen- und Wegegesetz NRW sind Bäume Teil des Straßenkörpers und gehören zur öffentlichen Verkehrsfläche. Ein Grenzabstand zu den benachbarten Grundstücken braucht nicht eingehalten zu werden.“ Somit müssten die Grundstückseigentümer alles beseitigen, „was vom Baum auf ihr Grundstück fällt“. Auf den öffentlichen Flächen übernehme dies die Stadt Paderborn.

Das Amt für Umweltschutz und Grünflächen habe, erläutert die Verwaltung, die Kastanienbäume am Dr.-Auffenberg-Weg im digitalen Baumkataster erfasst und führe im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht regelmäßige Baumkontrollen durch. Dabei beseitige man Totholz und übernehme den Rückschnitt. „Das Schneiden der Bäume erfolgt nach fachlichen Gesichtspunkten und damit nicht immer nach den Vorstellungen der Anlieger, die sich oft einen stärkeren Rückschnitt wünschen“, betont die Stadt. Der Vorwurf, die Stadt schneide die Bäume nicht, sei haltlos.

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