Wasserrad und Pumpe im Paderquellgebiet werden wieder miteinander verbunden
Neustart für ein Denkmal

Paderborn (WB). Erst stand das Wasserrad still, dann funktionierte die Pumpe nicht. Seit Monaten gibt es Probleme mit der „Wasserkunst“ im Paderquellgebiet unterhalb der Abdinghofkirche. Aber am Freitag sollen Pumpe und Wasserrad wieder mitein­ander verbunden werden, damit das Denkmal Besuchern vor Augen führen kann, wie vor fast 500 Jahren die Wasserversorgung in Paderborn erfolgte.

Mittwoch, 02.09.2020, 05:25 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 05:30 Uhr
Dietrich Honervogt (rechts) und Toni Wiethaup sind froh, dass das Modell bald wieder funktionieren wird. Foto: Oliver Schwabe

Pflastersteine im Wasser

Im Herbst 2019 habe sich die Achse des Wasserrades verzogen, sagte Toni Wiethaup vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen am Dienstag. Möglicherweise sei Zerstörungswut die Ursache gewesen. Wiethaups Kollegen fanden Pflastersteine im Wasser unterhalb des Rades. Sie könnten von der nahen Baustelle stammen und auf das 2,9 Tonnen schwere Rad aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 4,30 Meter geworfen worden sein. Vermutlich erfasste das Rad die Steine, verkantete und verzog sich.

Die Firma Lödige, die das Wasserrad auch in ihrer Lehrwerkstatt gefertigt hatte, hat es inzwischen wieder repariert. Aber dann seien von der Stadt im Verbindungsstück zur Pumpe möglicherweise die falschen Federn eingebaut worden, sagte Toni Wiethaup. Die Pumpe sei jedenfalls unrund gelaufen. Dieser Mangel sei inzwischen von der Dreherei Wiechmann-Vieth behoben worden, aber weil die Firma zwischenzeitlich von Scharmede nach Salzkotten umzog, habe das Ganze länger gedauert als gedacht.

Von Freitag an soll das Modell der historischen Wasserkunst, die 1523 in Paderborn in Betrieb genommen worden war, wieder funktionieren. „Wasserkunst“ nannten unsere Vorfahren technische Anlagen, die Wasser künstlich verteilen konnten. Das ermöglichten sie durch Schaufelräder, Zweikolbenpumpen, Rohrleitungen und Speicherbecken, die Kümpe hießen.

Verein sammelte Spenden

Daran zu erinnern, ist ein Anliegen des Vereins Freunde der Pader. „Wir haben für das Denkmal damals Spenden gesammelt und es anschließend der Stadt übergeben“, erinnerte sich der Vereinsvorsitzende Dietrich Honervogt am Dienstag. In drei Jahren werde die Wasserkunst 500 Jahre alt und diesen Anlass wolle man feiern, kündigte Honervogt an.

Die Pader als Forschungsgegenstand

Das Wasser der Pader und dessen Nutzung in Vergangenheit und Gegenwart spiele für Paderborn und für die Bewerbung der Stadt um das Europäische Kulturerbesiegel eine große Rolle. Honervogt und Wiethaup erinnerten an das Mittlere Paderquellgebiet als neuer Anziehungspunkt für die Menschen und an die Forschungen von Michael Ströhmer und Peter Fäßler von der Universität Paderborn, die die Pader historisch aufgearbeitet haben. Bereits zur Landesgartenschau in Schloß Neuhaus 1994 erschien eine Broschüre mit dem Titel „Pader erleben“. Dietrich Honervogt sieht in dem im August 2017 eingeweihten Denkmal einen Beitrag zur Heimatgeschichte, die inzwischen auf stärkeres Interesse stoße.

Beschädigt wurde das Denkmal mehrfach. Die Scheibe aus Sicherheitsglas vor der Pumpe musste bereits einmal ersetzt werden. Den aktuellen Schaden wird die Stadt übernehmen müssen. Möglicherweise beteiligten sich aber Lödige und Wiechmann-Vieth an den Kosten, deutete Toni Wiethaup an.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7562157?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen
Eine Krankenschwester bereitet eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna gegen Covid-19 vor.
Nachrichten-Ticker