Stadt Paderborn testet auf Anhänger montierte Radaranlage
Dana soll Raser stoppen

Paderborn (WB). Übersehen dürfte man Dana eigentlich nicht, wenn sie am Straßenrand steht. Schließlich bringt sie 1,3 Tonnen auf die Waage und ist trotz ihres eleganten hellgrauen Äußeren alles andere als filigran. Dana ist eine teilstationäre Radaranlage, die den Verkehr auf jeweils zwei Spuren in beiden Richtungen überwachen kann. Das Beste aus Sicht der Stadt Paderborn: Die Anlage tut dies völlig selbsttätig, bis zu sechs Tage lang rund um die Uhr. Verkehrssünder übermittelt Dana virtuell direkt an die Ordnungsbehörde.

Dienstag, 11.08.2020, 08:27 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 08:30 Uhr
Achtung, hier wird geblitzt! Michael Zapf, der bei Jenoptik für den technischen Support verantwortlich zeichnet, setzt eine der Kameras in die teilstationäre Radaranlage namens Dana ein. Überwacht werden können beide Fahrtrichtungen. Foto: Oliver Schwabe

„Man soll die Anlage auch gar nicht übersehen“, sagt Stadtsprecher Jens Reinhardt. „Es geht es uns nicht um Abkassieren, sondern darum die Verkehrssicherheit zu erhöhen.“ Getestet werden soll die neue teilstationäre Anlage, die von sechs großen Akkus betrieben wird, drei Monate lang. Danach will die Stadt entscheiden, ob sie eines dieser von Jenoptik hergestellten Geräte erwirbt. Den Preis beziffert Michael Zapf, der bei Jenoptik für den technischen Support verantwortlich ist, mit „etwa um die 250.000 Euro“.

Stadtsprecher Jens Reinhardt lässt sich die Anlage von Michael Zapf erläutern. Dana ist zunächst für drei Monate im Probebetrieb.

Stadtsprecher Jens Reinhardt lässt sich die Anlage von Michael Zapf erläutern. Dana ist zunächst für drei Monate im Probebetrieb. Foto: Oliver Schwabe

Bisher hat die Stadt Paderborn zwei mobile Geräte im Einsatz, um den fließenden Verkehr zu überwachen. Eines davon, das bereits seit 2006 im Einsatz ist, könne allerdings nicht mehr geeicht werden und wird deshalb außer Dienst gestellt. Die auf drei Monate angelegte Testphase mit Dana, soll daher bei der Entscheidung helfen, wie es weitergeht. Zusätzliche Einnahmen, die aus dieser Testphase resultieren, hat die Stadt allerdings bereits in den Haushaltsplanentwurf eingepreist. Waren 2019 noch 890.000 Euro (statt der geplanten 700.000 ) aus der Überwachung des fließenden Verkehrs in der Stadtkasse verbucht worden, sollen es in diesem Jahr 1 Million Euro werden.

Erster Standort am Ibis-Hotel

Denn Dana ist nicht nur als zusätzliches Radargerät im Einsatz, sie ist es auch rund um die Uhr, weil sie personell nicht betreut werden muss. „Eingesetzt wird die Anlage an Unfallschwerpunkten, aber auch am Inneren Ring, wo vor allem nachts häufig gerast wird“, erläutert Jens Reinhardt. Der Stadtsprecher verweist auf Daten des Innenministeriums nach denen 95 Prozent der Verkehrstoten, ums Leben kommen, weil Regeln missachtet würden. „2014 war gut ein Drittel auf Geschwindigkeitsübertretungen zurückzuführen“, sagt Reinhardt.

Deshalb gehe es der Stadt in erster Linie darum, schwere Unfälle zu verhindern. „Entsprechend offensiv gehen wir damit um und stellen die neue teilstationäre Anlage heute der Öffentlichkeit vor“, sagt er. Als erstes soll Dana an diesem Dienstag am Paderwall auf Höhe des Ibis-Hotels aufgestellt werden. Die weiteren Standorte wird die Stadt laut Reinhardt aber nicht regelmäßig veröffentlichen.

Außenhaut ist schusssicher

Michael Zapf gab den Mitarbeitern des Ordnungsamtes, die für die Verkehrsüberwachung zuständig sind, am Montag eine Einführung, wie der Messanhänger richtig platziert wird. Denn da Dana sich vermutlich mit ihrer Tätigkeit auch Feinde machen wird, ist die Anlage gut gerüstet. Ihre gepanzerte Hülle ist schusssicher und kann nach dem Abstellen über die Reifen abgesenkt werden. Die Deichsel kann ebenfalls eingeklappt und in der Hülle sicher verschlossen werden. „Außerdem ist Dana mit einem Alarm gegen Aufbruch gesichert“, erläutert Zapf. Der Turm, in dem die Kameras installiert werden, könne um 90 Grad gedreht werden, so dass der Anhänger flexibel geparkt werden könne.

Die Stadt Bielefeld betreibt zwei teilstationäre Anlage vom gleichen Typ. Seit drei Jahren seien die Anhänger aus dem Hause Jenoptik deutschlandweit im Einsatz, sagt Michael Zapf.

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