Paderborner CDU begrüßt Strandsperrung und fordert Durchgreifen
Chaos an Badeseen: „So kann und darf es nicht weitergehen“

Paderborn (WB). Für die einen sei es Wochenendgenuss, für die anderen Wochenendfrust. Die einen kämen vielfach aus ganz OWL an die Seen in der Region und nutzten sie zur Abkühlung, für die Bewohner ist dieser Massenauflauf nach Ansicht der CDU jedoch der reinste Horror. Nicht nur, dass jede freie Lücke zum Parken genutzt werde, mindestens ebenso lästig sei das Rangieren, das Befahren von Bürgersteigen (teilweise rückwärts) und das Aufheulen von Motoren.

Dienstag, 11.08.2020, 08:23 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 13:06 Uhr
Am Wochenende pilgerten mehrere tausende Besucher zum Badesee an der Wasserskianlage. Foto: Hans Büttner

„So kann und darf es nicht weitergehen“, sagt der Sander CDU-Ratskandidat Robert Siemensmeyer. Der frühere Löschzugführer verstehe die Klagen der Anwohner des Lippesees, die mit dem Verkehrsaufkommen in den am Lippesee anliegenden Straßen zu kämpfen haben. Besondere Ausmaße habe die Problematik am Wasserskisee angenommen, teilte die CDU mit. Hier sei der Wohnbereich „Hohe Kamp“ sehr stark betroffen. Die Sander Straße werde zwischen Sande und Elsen beidseitig zugestellt, so dass dort zum Teil kein Begegnungsverkehr mehr möglich sei. Siemensmeyer, der als aktives Mitglied der Sander Feuerwehr und langjähriger Löschzugführer an hunderten Einsätzen teilnahm und diese koordinierte, befürchtet auch Probleme für die Sicherheit der Anlieger. „Die Zufahrten sind so schon nicht passierbar, für größere Fahrzeuge erst recht nicht. Da erwarte ich ein konsequentes Eingreifen der Polizei.“ Der ruhende Parkverkehr werde durch das Ordnungsamt – so gut es geht – sanktioniert. Aber da seien die personellen Grenzen schnell erreicht.

„Anwohner zu Recht sauer“

Die CDU begrüßte am Montagabend die schnelle Reaktion der Stadt, den Strand des Habichtsees von diesem Dienstag an zu sperren. An den anderen Seen müsste ebenfalls konsequent gehandelt werden. Zwar habe das Ordnungsamt auch am Habichtsee durchgegriffen, sagt die Mastbrucher CDU-Ratskandidatin Susanne Meiche: „Aber natürlich auch nur im Rahmen der leider sehr begrenzten Möglichkeiten.“ Tickets seien reihenweise verteilt und Autos abgeschleppt worden. „Aber leider muss ich sagen, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Die Anwohner sind zu Recht sauer.“ Auf die Vernunft der Seebesucher könne man nicht bauen, meint Meiche, die nicht nur den ordnungsrechtlichen Aspekt sieht: „Auch alle Schutzmaßnahmen für Corona werden dort verletzt.“

Weniger Gäste von auswärts

Die Paderborner Unionspolitiker schauen zudem in den Nachbarkreis Höxter. Aufgrund des Ansturms am Godelheimer See am Samstag wurden dort am Sonntag die Parkplätze gesperrt. So sollten weniger Gäste von auswärts die Anlage ansteuern. „Ob das letztlich der richtige Schritt ist, halte ich für fraglich“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Mertens. Das Wetter sei klasse und lade zum Baden ein, viele Menschen verzichteten in diesem Jahr coronabedingt auf ihren Urlaub und nutzten die attraktiven Badestellen in den Stadt. Mertens: „Wenn das allerdings so rücksichtslos geschieht wie in den letzten Tagen mit Verkehrsverstößen, Verletzung von Abstandspflichten und einer völligen Gleichgültigkeit gegenüber Natur und Umwelt, dann muss man über sämtliche Optionen nachdenken – auch über Zugangseinschränkungen oder -verbote. Alles natürlich im Rahmen der Verhältnismäßigkeit, da teilweise nach der längeren Corona-Pause auch wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel stehen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7529602?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Flughafen Paderborn-Lippstadt steht vor der Insolvenz
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden im Kreis Paderborn. Foto: Jörn Hannemann
Nachrichten-Ticker