Facebook-Erklärung nach Vorwürfen stößt im Internet auf große Resonanz
Polizei wendet sich an Tuningszene

Paderborn (WB/ag). Nachdem einige Anhänger der Tuningszene der Paderborner Polizei auf Facebook vorgeworfen haben, „Jagd“ auf sie zu machen anstatt sich um „echte Verbrecher“ zu kümmern, hat sich die Polizei am Dienstag auf dem sozialen Netzwerk mit einem eindringlichen Appell direkt an die Tuningszene gewandt.

Mittwoch, 05.08.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 12:58 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

So stellt die Polizei klar, dass nicht die Szene selbst die „Zielgruppe“ der großen Einsätze vor allem am Wochenende sei, sondern die Einzelnen, die sich über Regeln hinweg setzen. „Die Vergehen sind keine Lappalien und wir nehmen sie sehr ernst!“

Die Ordnungshüter weisen darauf hin, dass die Anwohner sich völlig zu Recht über aufheulende Motoren, quietschende Reifen, unablässiges Hupen und aufgedrehte Auto-Soundanlagen beschwerten. Auch sollten allen Tuning-Freunden die Gefahren, die von Autorennen und Aufsehen erregenden Fahrmanövern ausgehen, bekannt sein, stellt die Polizei klar. Und weiter: „Der öffentliche Verkehrsraum und seine Straßen sind keine Rennstrecken und keine Schauplätze für ein Kräftemessen oder zur Selbstinszenierung. Das gefährdet Menschen. Das ist kein Kavaliersdelikt und auf keinen Fall eine schnelle Möglichkeit für uns ‚Geld zu verdienen‘, wie es uns hier vorgeworfen wird.“ Außerdem bedeute das verstärkte Vorgehen gegen die Verkehrssünder der Tuningszene nicht, „dass wir weniger Einsatzmittel für unsere ‚normale Arbeit‘ und das Fangen ‚echter Verbrecher‘ zur Verfügung haben.“

Der polizeiliche Auftrag, für Recht und Ordnung zu sorgen, bleibe gewährleistet. Deutlich kritisiert die Polizei, dass bei den Treffen „keine deutliche Distanzierung zu den Störenfrieden, den ‚Posern‘ und ‚Rasern‘“ erfolge. „Solange das so läuft, werden wir uns leider weiter um die Treffen der Tuningszene kümmern müssen – NICHT wegen der Tuning-Szene, sondern WEGEN der Störer“, heißt es weiter. Nur zwei Stunden nach der Veröffentlichung dieser Erklärung war der „Post“ bereits mehr als 100 Mal kommentiert worden. Dabei erntete die Polizei vor allem Lob. „Super formuliert, das teil ich gleich mal“, schrieb eine Leserin, ein anderer meinte: „Passend auf den Punkt gebracht.“ Sogar einige Anhänger der Tuningszene zollten Tribut. So bedankte sich einer und fragte: „Wo sollen wir uns treffen? Wir haben keine Orte mehr wo nicht ständig irgendwelche Spastis auftauchen, die eh niemand mag!“

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