Klinik für Gefäßchirurgie im St.-Vincenz-Krankenhaus in Paderborn ist zehn Jahre alt
Professionelle Versorgung

Paderborn (WB). Runder Geburtstag im St.-Vincenz-Krankenhaus: In diesen Tagen feiert die Klinik für Gefäßchirurgie ihr 10-jähriges Bestehen. Durch die neue Klinik schloss sich im Jahr 2010 eine große Versorgungslücke in der Paderborner Region.

Samstag, 01.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 05:04 Uhr
Freuen sich über das 10-Jährige (von links): Dr. Jörg Forkel (Chefarzt Klinik für Gefäßchirurgie), Anna Eckert (Teamleitung Station), OP-Pfleger Caesar Truskawa, Angelina Veterovska (Oberärztin), Tina Welke (Teamleitung gefäßchirurgische Ambulanz), Brian Wong (leitender Oberarzt).

Chefarzt der ersten Stunde ist seitdem Dr. Jörg Forkel, Facharzt für Gefäß- und Herzchirurgie. Zusammen mit seinem Team entwickelte er die Klinik zu einem modernen Behandlungszentrum und kann bereits auf viele Meilensteine zurückblicken.

Vor dem Aufbau der Klinik wurden Patienten mit Gefäßleiden in unterschiedlichen Fachabteilungen behandelt und von den Allgemeinchirurgen operiert. „Eine neue gefäßchirurgische Abteilung war der richtige Weg hin zu einer professionellen Versorgung“, blickt Schwester Bernadette M. Putz, Geschäftsführerin der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH, zurück.

Dr. Jörg Forkel kann sich noch gut an die Anfänge erinnern: „Damals fing ich als einziger Mitarbeiter in der neuen Klinik an. Kaum zu glauben, dass wir mittlerweile ein Team aus neun Chirurgen sind, in zwei modernen OP-Sälen arbeiten und eine Station mit eigener Ambulanz haben. Es ist schön zu sehen, wie das Team in den Jahren zusammengewachsen ist.“

Erfolg durch Hybrid-OP

Als absolutes Highlight in seiner ersten Dekade als Chefarzt nennt Forkel den Start des hochmodernen Hybrid-OPs im Jahr 2013: „Um diesen OP-Saal beneiden uns viele auswärtige Ärzte.“ Ein Hybrid-OP kombiniert einen voll ausgestatteten Operationssaal mit einer hochauflösenden Röntgenanlage. So lassen sich kombinierte Spezialeingriffe, konventionelle OPs oder Kathetereingriffe „ohne Schnitte“ durchführen.

Der Einsatz des Hybrid-OPs vermeidet große, belastende Operationen bei Aussackungen der Hauptschlagader (Aneurysma) im Brust- und Bauchbereich. Auch Engstellen und Verschlüsse der Schlagadern im Becken- und Beinbereich (arterielle Verschlusskrankheit) können sicher behandelt werden. Der Experte erklärt: „Durch den Hybrid-OP operieren wir besonders schonend. Da die Bevölkerung immer älter wird, profitieren Risikopatienten von diesem Höchstmaß an Sicherheit“.

Das Team der Gefäßchirurgie bemerkt immer wieder, dass viele Betroffene Gefäßerkrankungen unterschätzen und zu spät einen Arzt aufsuchen. Erste Anzeichen können schlecht heilende Wunden im Fußbereich oder an den Unterschenkeln sein. Besonders tückisch ist das Bauchaortenaneurysma, denn es bereitet über viele Jahre hinweg keine Beschwerden. Platzt die Hauptschlagader auf, wird es für die Betroffenen lebensgefährlich.

Bewusstsein weiter stärken

„Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, das Bewusstsein für diese schweren Gefäßerkrankungen weiter zu stärken. Mit dem Zusammenspiel der niedergelassenen Ärzte und unserem Netzwerk sind wir auf einem sehr guten Weg dahin“, ist sich Forkel sicher.

Zu den häufigsten Eingriffen in der St.-Vincenz-Gefäßchirurgie zählt die periphere arterielle Verschlusskrankheit – die sogenannte „Schaufensterkrankheit“. Durch Ablagerungen in den Arterien entstehen im Becken- und Beinbereich Engstellen, die die Durchblutung behindern.

Ein weiterer Versorgungsschwerpunkt sind Operationen an der Hauptschlagader beim Bauchaortenaneurysma, Engstellen an der Halsschlagader, Krampfadern und die moderne Venenthrombosebehandlung. Jährlich führt das Team etwa 1500 Operationen durch.

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