Ein Büro- und vier Wohngebäude geplant – Donnerstag Info-Veranstaltung
Millionenprojekt an der Nordstraße

Paderborn (WB). Für mehr als 30 Millionen soll ein großes Bauprojekt zwischen Nordstraße, Dr.-Rörig-Damm und Bahngleisen realisiert werden. Auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück sollen ein Büro- und Dienstleistungsgebäude sowie vier Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Direkt an der Brücke über die Bahnschienen ist ein achtgeschossiges Bürogebäude geplant. Die weiteren Häuser entlang der Nordstraße sollen jeweils ein Geschoss niedriger gebaut werden und sich so dem sogenannten Nord-Cube und dem Straßenverlauf in der Höhe anpassen. Am Donnerstag, 16. Juli, will die Stadt über die Planung informieren.

Samstag, 11.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 11.07.2020, 05:01 Uhr
So könnten die Wohngebäude an der Nordstraße einmal aussehen, wenn sie fertig sind. Wie die Fassade gestaltet wird, ist aber noch unklar. Mehr als 30 Millionen Euro will die Nido GmbH aus Nordhorn in das Projekt investieren. Foto: Nido GmbH

Von den vier Wohngebäuden sind drei im Gebiet des nun zu ändernden Bebauungsplans. Für das vierte Gebäude gibt es bereits eine Baugenehmigung. Dort sind nach Angaben des Bauherren, der Nido GmbH mit Sitz in Nordhorn, 20 Wohnungen sowie eine Tagespflege geplant. Schon Ende dieses Jahres sollen dort die Bauarbeiten beginnen. Insgesamt sind etwa 100 Wohnungen vorgesehen. „Wir planen urbanes Wohnen für junge und ältere Menschen, auch mit betreutem Wohnen“, erläutert Michael Maas, geschäftsführender Gesellschafter der Nido GmbH. Die Wohnungen seien auch gut für Studenten geeignet.

Bauausschuss bringt Planung einstimmig auf den Weg

Von den Mitgliedern des Bauausschusses wurden die Pläne in der letzten Sitzung vor den Ferien einstimmig auf den Weg gebracht. „Das wird das Tor zur Stadtheide. Es sieht gut aus“, sagte CDU-Ratsherr André Springer. Auch SPD-Ratsherr Ulrich Koch zeigte sich „sehr zufrieden“ mit der Planung. Linken-Ratsherr Reinhard Borgmeier sprach von einer mutigen Planung. Er sei aber skeptisch, ob sich das Projekt vermarkten lasse. Die Grünen fragten, ob das Bürogebäude nicht auch mit einem Geschoss weniger auskommen könne. Diese Frage soll nun ebenso wie die nach einer Dachbegrünung geprüft werden.

Nach jetzigem Stand soll das Bürogebäude sechs Geschosse umfassen, darunter sind zwei Tiefgaragen­geschosse geplant. Von der Straße aus wird es etwa 22 Meter hoch sein. In den vier Wohnkomplexen sind verschiedene Wohnungsgrößen in bis zu fünfgeschossiger Bauweise mit Tiefgarage vorgesehen. Die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sollen an attraktiver Stelle einen Beitrag zur Schaffung von innerstädtischem Wohnraum leisten, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Der Schandfleck verschwindet endlich und wertvolle Grundstücke im Innenstadtbereich werden nachhaltig bewirtschaftet“, findet auch Geschäftsführer Maas.

Schlafräume müssen mit Lüftungsanlagen versehen werden

Ein Problem ist der Lärm: „Gesunde Wohnverhältnisse an der östlichen Fassadenseite sind schienenzugewandt nicht möglich.“ Um den Vorgaben gerecht zu werden, sollen die Gebäude so geplant werden, dass zu den Schienen hin keine Schlaf- und Wohnräume gebaut werden. Denn zur Bahn hin werden die Grenzwerte von 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht überschritten, am Tag um bis zu sechs, in der Nacht um bis zu zehn Dezibel, wie ein Lärmgutachten ergab. „Unserer Meinung nach findet jenseits der Bahnlinien beziehungsweise der Straße eine gelungene Abschirmung der aktuellen Bebauung statt“, betont Maas.

Der Grenzwert für Mischgebiete von 64 Dezibel am Tag wird in den wohngenutzten Bereichen eingehalten. Der Nachtwert von 54 Dezibel wird in den Obergeschossen um bis zu drei Dezibel überschritten. Der sogenannte Schwellenwert der Gesundheitsgefährdung von 70 Dezibel am Tag werde laut Gutachten aber ebenso wie der Wert für die Nacht von 60 Dezibel an keinem der Gebäude erreicht oder überschritten. Empfohlen wird eine Verglasung der Balkone, die – wenn überhaupt – zur Nordstraße hin ausgerichtet würden. Schlafräume und Kinderzimmer müssen darüber hinaus mit Lüftungsanlagen versehen werden. Durch das benachbarte Bahn-Instandsetzungswerk werden keine Beeinträchtigungen erwartet.

Bürger-Informationsveranstaltung im Pelizaeus-Gymnasium

Die Bürger-Information zur Aufstellung des Bebauungsplans „Nordstraße“ am Donnerstag, 16. Juli, beginnt um 17.30 Uhr in der Mensa des Pelizaeus-Gymnasiums, Gierswall 2. Um die Abstands- und Hygieneregeln im Zuge der Corona-Pandemie gewährleisten zu können, bittet die Stadt um eine Anmeldung bis Dienstag, 14. Juli, 16 Uhr, unter Telefon 05251/880 oder per E-Mail unter stadtplanungsamt@paderborn.de. Die Anmeldung mit Name, Adresse und Telefonnummer und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind Voraussetzung für die Teilnahme.

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