Wagen mit Keyless-Go-Systemen stehen offenbar ganz oben auf der Liste von Banden
Autodiebe schlagen in Paderborn erneut zu

Paderborn (WB/mba). In Paderborn häufen sich Diebstähle von Autos mit sogenannten Keyless-Go-Systemen: Erst am Dienstag hatte das Landgericht drei Autodiebe einer internationalen Bande verurteilt, die im Osten NRWs und im Süden Niedersachsens in großem Stil Luxus-BMWs gestohlen hatten. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind dann zwei weitere Fahrzeuge gestohlen worden.

Freitag, 10.07.2020, 09:22 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 09:46 Uhr
In vielen Fällen hat der Dietrich beim Autodiebstahl ausgedient, denn die Langfinger bauen längst auf digitale Hilfsmittel.. Foto: dpa

„Die Zahl der Diebstähle war zuletzt deutlich zurückgegangen. Aber mit dem Ende des Lockdowns schlagen die Autodiebe wieder häufiger zu“, sagt Polizeisprecher Michael Biermann. Die Täter gingen immer äußerst professionell vor. Häufig würden sie die Autos in eine Halle bringen, dort zer­legen und die Einzelteile nach Osteuropa bringen. So hatten es auch die drei Männer aus Litauen gemacht, die nun vom Gericht verurteilt wurden. Die Polizei vermutet, dass mehrere internationale Banden unabhängig voneinander in OWL agieren.

App alarmiert Halter

Dieses Mal hatten es die Täter offenbar nicht auf BMWs, sondern auf teure Audis abgesehen. In Elsen wurde von einem Privatgrundstück an der Hölternstraße zwischen 20.30 Uhr und 6 Uhr ein blauer Audi SQ 5 TDI gestohlen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war in derselben Nacht in Wewer ebenfalls ein Audi gestohlen worden. Der blaue Audi Avant S4 war am Maria-Von-Haxthausen-Weg abgestellt worden. Wie der Halter des Fahrzeugs dieser Zeitung sagte, hatte er über die Audi-App den Hinweis erhalten, dass um 2.30 Uhr das Licht an dem Auto anging. Weitere Hinweise gibt es nicht. „Ich gehe davon aus, dass die SIM-Karte aus dem Auto ausgebaut wurde. Da waren Fachleute am Werk“, sagte der Halter.

Alufolie kann helfen

Wie knacken die Täter das Keyless-Go-System? Mittels eines elektronischen Verstärkers verlängern sie die Reichweite des Funkschlüssels. Fahrzeuge mit einem solchen System benötigen keinen physischen Kontakt zum Schlüssel. Über Funkwellen erkennen sie die Anwesenheit des Schlüssels und deaktivieren Alarmanlage und Wegfahrsperre. Der Verstärker täuscht die Nähe des echten Schlüssels vor. Türen lassen sich so entriegeln, Motoren über einen Knopf starten. Sobald der Motor läuft, bleibt er an – selbst wenn das Signal verschwindet. Normale Fernbedienungen für Zentralverriegelungen senden dieses Signal nur auf Knopfdruck und sind deshalb nicht gefährdet.

Die Polizei rät: Den Schlüssel nicht in der Nähe der Haustür ablegen. Das Funksignal mit Aluminiumhüllen abschirmen. Testen, ob die Hülle wirkt, indem man sich mit dem abgeschirmten Schlüssel neben das Auto stellt und prüft, ob es sich öffnen lässt. Beim Aussteigen auf Personen mit Aktenkoffern achten, die in der Nähe warten. Beim Hersteller fragen, wie das System deaktiviert wird.

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