Täter erbeuten in Hövelhof mehr als 4000 Euro
Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus

Paderborn (WB). Nahezu täglich werden der Polizei betrügerische Anrufe von angeblichen „Microsoft-Mitarbeitern“ gemeldet. Meistens haben die Täter keinen Erfolg und blitzen bei ihren vermeintlichen Opfern ab. Drei Meldungen solcher Versuche gab es allein am Mittwoch. Vergangene Woche allerdings erbeuteten Betrüger mit dem „Microsoft-Trick“ eine vierstellige Summe in Hövelhof.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:04 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 16:06 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Am Dienstag ging der erste Anrufe bei der Familie ein. Auf Englisch gaukelten die Betrüger vor, vom Software-Unternehmen Microsoft zu sein. Neun Hacker hätten sich in den heimischen PC „gehackt“. Die Betrüger forderten, den PC hochzufahren. Unter Mithilfe der verängstigten Angerufenen ließen sich die Betrüger einen Fernzugang einrichten, sodass sie die Kontrolle über den PC hatten. Durch geschickte Manipulation erfuhren die Täter auch das Bankkonto-Passwort. Bis Donnerstag gab es mehrere Anrufe der Täter. Es wurde Geld vom Konto gebucht und die Betrüger forderten Bezahlkarten oder Bezahl-Codes. Am Ende fehlten mehr als 4000 Euro von den Bankkonten.

Trojaner auf PC geschleust

Die Täter schleusen mit Hilfe ihrer Opfer eine Software auf den PC, um angeblich die „virale Bedrohung“ sofort entfernen zu können. Ist das Programm aufgespielt, haben die Betrüger vollen Zugriff auf alle PC-Daten. Sie können Konten ausspähen und auch in das Online-Banking eindringen. In einigen Fällen verlangen die Betrüger für ihre vorgespiegelten Service-Tätigkeiten die Bezahlung in Form von Internetwährungen oder Bezahl-Codes verschiedener Anbieter. In anderen Fällen haben Hacker bereits Trojaner-Schadprogramme auf den PC gespielt. Zum Beispiel beim Internet surfen oder als versteckter Anhang einer Email. Dann tauchen plötzlich Pop-up-Fenster von Microsoft oder dem BKA auf und Verlangen Tätigkeiten von den Computernutzern - immer mit dem Ziel, diese abzuzocken.

Die Polizei warnt vor diesen Abzock-Tricks und gibt folgende Tipps:

Beenden Sie Telefonanrufe, unabhängig von der Vorwahl, mit Anrufern, die sich als Mitarbeiter der Firma Microsoft ausgeben. Die Firma nimmt auf diese Weise keinen Kontakt mit Kunden auf.

Geben Sie niemals Unbekannten Personen Bank- oder Kontodaten preis.

Bei ungewollten Geldtransaktionen setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung.

Öffnen Sie bei fragwürdigen Emails keinesfalls den Dateianhang und klicken Sie keine Links an. Damit können Phishing-Programme oder andere schädliche Software heimlich installiert werden. -

Vertrauen Sie bei Emails ausschließlich Absendern, die sie persönlich kennen. -

Falls der Rechner durch einen Sperrbildschirm blockiert ist, zahlen Sie keinesfalls eine geforderte Summe.

Wurde bereits Software in oben genanntem Zusammenhang auf dem Computer installiert, sollte der Rechner sofort vom Netz getrennt und möglichst durch einen Experten untersucht werden.

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