Fünf Prozent Rendite für die Paderborner Energie-Gruppe
Westfalen Weser bleibt erfolgreich

Paderborn (WB). Der kommunale Netzbetreiber Westfalen Weser Energie (WWE) gehört zu den wenigen Unternehmen, die von den Folgen der Corona-Krise derzeit wirtschaftlich nicht negativ betroffen sind.

Donnerstag, 02.07.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 07:46 Uhr
Setzen auf das Geschäftsfeld E-Mobilität: die drei Geschäftsführer (von links) Jürgen Noch, Stephan Nahrath und Andreas Speith. Auf der Kühlerhaube prangt das neue Logo. Foto: Fels

So plant WWE (950 Beschäftigte, eine Million Kunden) nach den Worten von Geschäftsführer Jürgen Noch auch für das laufende Jahr einen Jahresüberschuss auf dem Niveau von 2019. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe mit ihrem Kerngeschäftsfeld Stromnetze bei einem Umsatz von 899 (2018: 887) Millionen Euro einen Gewinn von 40,7 Millionen Euro. Das sind zwar weniger als die 45,9 Millionen im Jahr 2018, allerdings erhielt diese Summe auch eine Sonderausschüttung von 6,9 Millionen Euro.

Sehr erfolgreiches Jahr 2019

„Das Geschäftsjahr 2019 war sehr erfolgreich“, kommentierte denn auch Stephan Nahrath – bisher alleiniger Geschäftsführer, der das Unternehmen im Herbst allerdings verlässt – das Ergebnis. Die Anteilseigner erhalten eine Rendite von fünf Prozent gemessen an ihrer Beteiligung. 2019 zählte WWE 54 Anteilseigner, im Gründungsjahr 2013 waren es 48.

In diesem Jahr sind mit Blomberg (Kreis Lippe) und der niedersächsischen Gemeinde Hohnhorst (Kreis Schaumburg) zwei weitere Träger hinzugekommen. Weil keines der anderen Kommunen auf Anteile verzichten wollte, erfolgte eine Kapitalerhöhung um rund vier Prozent oder 28 Millionen Euro. Die kommunale Unternehmensgruppe mit nunmehr 56 Trägern ist demnach mit rund 700 Millionen Euro bewertet.

Rund 100 Millionen Euro hat WWE im vergangenen Jahr investiert, ein Großteil des Geldes floss in die nachhaltige Sicherung des gut 29.000 Kilometer langen Stromnetzes in Ostwestfalen-Lippe und dem südlichen Niedersachsen. „Das sind Investitionen, die sich auch und gerade in der aktuellen Krisensituation bezahlt machen“, betonte der dritte Geschäftsführer Andreas Speith. „Die Stromversorgung war 2019 pro Haushalt lediglich für zehn Minuten unterbrochen. Das ist weniger als die Hälfte des Bundesdurchschnitts.“

60.000 digitale Zähler sollen installiert werden

Ein entscheidender Faktor der Energiewende sei die Digitalisierung, betonten die Geschäftsführer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz unter Einhaltung der Abstandsregelung. Auch hier habe sich Westfalen Weser – wie sich die Gruppe seit dem 1. Juli nennt – „längst auf den Weg in die Energiezukunft gemacht.“ Dazu gehört auch der sukzessive Austausch der 700.000 Stromzähler.

In diesem Jahr sollen bei den Kunden 60.000 digitale Zähler installiert werden. Hinzu kommen bei Großkunden zunächst rund 100 so genannte „intelligente Messeinrichtungen.“ Diese zunächst geringe Zahl soll bis zum Jahr 2032 auf dann insgesamt 80.000 angestiegen sein. Mit den intelligenten Zählern soll es eines Tages auch möglich sein, den Strom zum Beispiel für die Waschmaschine dann zu beziehen, wenn er im Tagesverlauf am günstigsten ist. Speith: „Noch ist das Zukunftsmusik. Es gibt noch nicht die Tarife dafür.“

Zum kommunalen Unternehmen gehören auch ein knapp 3300 Kilometer langes Erdgasnetz sowie ein knapp 1500 Kilometer langes Trinkwassernetz. Bei der Elektromobilität (E-Autos) schreitet der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voran. Von den derzeit rund 350 Ladepunkten für Elektroautos befinden sich 220 im öffentlichen Raum.

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