Auf dem Dempsey-Militärgelände in Paderborn entstehen Wohnungen und Betriebe
Das Unkraut regiert nur kurzzeitig

Paderborn (WB). „Are you fit to fight?“ steht am Eingang der Sporthalle, nebenan erinnert die kleine Kirche an die Gebete der Soldaten um göttlichen Beistand, und die ehemalige Bar ein paar Schritte weiter atmet noch den typisch britischen Humor. „Alcohol! Because no great story started with someone eating a salad“ steht mit Kreide über der Theke geschrieben: „Alkohol her! Weil keine großartige Geschichte jemals mit jemandem begonnen hat, der Salat isst.“

Donnerstag, 02.07.2020, 09:11 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 09:44 Uhr
Die ehemalige Panzer-Aufklärer-Kaserne im Norden von Schloß Neuhaus ist etwa 20 Hektar groß. Die Stadt Paderborn plant hier ein neues Stadtquartier. Foto: Oliver Schwabe

Gekämpft, gebetet und getrunken wird in der Dempsey-Kaserne zwischen Schloß Neuhaus und Sennelager nicht mehr. Das Unkraut wird aber nur kurzfristig das 20 Hektar große Areal erobern, denn hier plant die Stadt einen Mix aus Wohnen und Arbeiten. Ein Viertel der Fläche soll Gewerbetreibenden vorbehalten bleiben, drei Viertel den 300 Wohneinheiten für bis zu 700 Einwohner. Mindestens 30 Prozent wird sozialer Wohnungsbau sein. Ein Grünzug soll Wohnen und Arbeiten trennen, am äußersten östlichen Rand des Geländes der ehemaligen Panzer-Aufklärer-Kaserne soll eine Kita entstehen.

Kleiner Rundgang auf dem Dempsey-Militärgelände

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Foto: Oliver Schwabe
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Die Briten haben die Kaserne am 21. November 2019 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgegeben. Die Kaserne befinde sich in „einem ordentlichen Zustand“, sagte der Konversionsbeauftragte der Stadt Paderborn, Lars-Christian Lange, am Mittwoch vor Ort: „Wir müssen natürlich an die energetischen Standards und den Brandschutz ran und außerdem zum Beispiel Barrierefreiheit schaffen.“

Acht Gebäude sollen erhalten bleiben

Auf dem Gelände sollen acht von 45 Gebäuden erhalten bleiben, vor allem diejenigen an der Husarenstraße, wo die Soldaten untergebracht waren. Was die Bäume angeht, hatte die Stadt im Vorfeld 33 als erhaltens- oder wünschenswert eingestuft. Davon sollen laut dem Siegerentwurf jetzt 30 berücksichtigt werden. Beim städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb von Februar bis Mai 2020 hatte das Büro Tobe.STADT Büro für Städtebau und Stadtplanung aus Frankfurt am meisten überzeugt. Dessen Entwurf bildet die Grundlage für einen Rahmenplan, das Wertermittlungsverfahren und die Kaufverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

„Die Tage, wo man Kasernen für einen Euro bekommen hat, sind vorbei. Die Bima ist verpflichtet, die aus der militärischen Nutzung herausfallenden Flächen wirtschaftlich zu verwerten“, sagte Lars-Christian Lange. Er schätzt, dass frühestens in zwei Jahren die ersten Bagger rollen können.

Paderborn wächst innerhalb statt nur außerhalb

Das Geld und das Warten werden sich lohnen. Dank der Kasernen mit ihren zusammen 100 Hektar kann Paderborn im Inneren wachsen statt wie andere Städte nur nach außen. „Nahezu alle Kasernenflächen, die frei geworden sind, liegen im Stadtgefüge und bieten die herausragende Chance, Raum für Wohnen und Gewerbe zu schaffen“, betonte Lange. Die Nachfrage nach Flächen sei bei Handwerksbetrieben groß.

Werkstätten statt Pferdeställe

Die könnten künftig in den ehemaligen Pferdeställen unterkommen, denn die Vierbeiner hatten noch einen militärischen Nutzen, als die Gebäude zwischen 1934 und 1936 errichtet wurden. Aber schon bald ersetzten Panzer die Pferde. Symbolisch dafür stehen die Panzerwaschanlage, in der drei Kettenfahrzeuge gleichzeitig Platz fanden, und die Tankstellen, die den fälligen Betrag noch in D-Mark anzeigten. Noch sind auch die stilisierten Schlangen zu sehen, das Erkennungszeichen des 1. Armoured Medical Regiment. In einigen Jahren werden nur noch die Gebäude, die erhalten bleiben sollen, an die Geschichte des Ortes und die Briten erinnern.

Zur Zeit sorgt der Wachschutz dafür, dass Vandalismus unterbunden wird. Genutzt wird das Gelände immer wieder mal von Rettungskräften. „In den nächsten zwei Wochen übt hier die Feuerwehr“, erzählte Nathalie Lindner vom Stadtplanungsamt.

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