Drei Landkreise sollen zugesagte Gelder für Paderborn-Lippstadt auszahlen
Müller appelliert an Flughafen-Eigner

Paderborn (WB). Die Gesellschafter des Regionalflughafens Paderborn-Lippstadt – das sind die Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Höxter, Hochsauerland und die Stadt Bielefeld sowie die Industrie- und Handelskammern in Bielefeld und Detmold – stehen zu ihrem Airport. Dabei hoffen sie, dass auch das Land Nordrhein-Westfalen seinen Beitrag zum Erhalt des Flughafens beiträgt. Landtagsabgeordnete aus der Region, darunter André Kuper (CDU), seien darüber in Gesprächen mit dem Verkehrsminister, berichtete der Paderborner Landrat Manfred Müller (CDU).

Freitag, 26.06.2020, 04:56 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 09:24 Uhr
Mit der Finanzzusage des Kreises Paderborn ist die Liquidität des OWL-Flughafens erst einmal gesichert. Foto: Jörn Hannemann

Der Kreis Paderborn ist mit mehr als 56 Prozent Mehrheitseigentümer. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Kreistag die Umwidmung von 2,7 Millionen Euro, die zur Verlustabdeckung bzw. für Investitionen gedacht waren, in eine Finanzspritze, denn der Flughafen braucht Geld. Die 2,7 Millionen Euro sollen in Tranchen und nur dann überwiesen werden, wenn der Airport aus Liquiditätsgründen darauf angewiesen ist.

Müller appellierte an die Kreise Soest (Anteil: 12,26 Prozent), Gütersloh und Lippe (jeweils 7,84 Prozent), ihre bei der Erhöhung der zugesagten Verlustabdeckung von zwei auf fünf Millionen Euro zugesagten Mittel nun auch bereitzustellen. Grundsätzlich erhielt der Paderborner Landrat auf der Gesellschafterversammlung das Mandat, mit Miteigentümern, die aussteigen wollen, Gespräche zu führen. Dabei soll es bei den Ausstiegsmodalitäten auch um damit verbundene Zahlungsverpflichtungen gehen. Müller soll auch klären, ob der Kreis Paderborn und eventuell weitere Anteilseigner bereit seien, von anderen Anteile zu übernehmen. Nach Angaben von Airport-Chef Marc Cezanne haben bei der Gesellschafterversammlung auf dem Flughafengelände am Donnerstag alle Anteilseigner erklärte, sie hätten ein großes ein großes Interesse am Fortbestehen.

Grundsätzlich muss, wie Müller und Cezanne ausführten, auch nach der Corona-Krise mit niedrigeren Passagierzahlen gerechnet werden. Immerhin, so Cezanne, sei mit dem Ja der Lufthansa-Aktionäre zum staatlichen Rettungspaket eine auch für den heimischen Flughafen wichtige Grundsatzentscheidung gefallen. Gleichwohl müssten die Betriebskosten den veränderten Bedingungen angepasst und gesenkt werden. Ein von Cezanne erarbeitetes Konzept wurde von den Gesellschaftern grundsätzlich begrüßt. Voraussetzung für die vorgeschlagene Personalreduzierung zu Nachtflugzeiten im Winterhalbjahr sei unter anderem die Zustimmung durch die Ordnungsbehörden.

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