Schausteller haben in Paderborn Großes vor – Genehmigung steht noch aus
Freizeitpark „auf der Zielgeraden“

Paderborn (WB/jhan). Die Paderborner Schausteller haben Großes vor und wollen in der Corona-Misere etwas ganz Neues für Paderborn wagen: Weil Kirmes-Veranstaltungen weiter verboten sind, wollen sie in den Sommerferien einen Freizeitpark auf Zeit schaffen. Die Chancen dafür stehen gut.

Montag, 22.06.2020, 10:22 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 10:42 Uhr
Ist Kirmes-Spaß auch trotz Corona-Krise möglich? Ein zeitlich befristeter Freizeitpark könnte die Lösung sein. Foto: Hannemann

Bürgermeister Michael Dreier (CDU) sagte, er sei „zuversichtlich“, dass das Projekt genehmigt werden könne. Das sieht auch Jens Reinhardt, Presse- und Marketingchef der Stadt, so. Eine Genehmigung der Behörden stehe weiterhin aus. „Wir haben aber einen Großteil des Weges zurückgelegt und befinden uns jetzt auf der Zielgerade.“

Das wird die durch Corona arg gebeutelten Paderborner Schausteller aufhorchen lassen. Wie berichtet, soll nach ihren Vorstellungen in Paderborn während der Sommerferien für sechs bis acht Wochen ein zeitlich begrenzter Freizeitpark entstehen – dessen Öffnung ist nämlich schon erlaubt. Die Behörden müssen nun über den entsprechenden Vorschlag entscheiden. „Die Umsetzung müsste allerdings mit der Einhaltung der Vorschriften zur Corona-Schutzverordnung vereinbar sein“, betont Jens Reinhardt.

Schotterparkplatz in Schloß Neuhaus

Demnach wäre das Areal eingezäunt. Über die Ein- und Ausgänge könnte sicher gestellt werden, dass sich nicht zu viele Besucher auf der Fläche aufhalten. Auch viele Desinfektionsmöglichkeiten vor den einzelnen Fahrgeschäften gehören zum Konzept.

Nach Informationen dieser Zeitung kommt in Paderborn wohl nur der Großparkplatz des ehemaligen Gartenschaugeländes in Schloß Neuhaus als Veranstaltungsort in Frage. Auf dem Schotterparkplatz stehen 15.000 Quadratmeter zur Verfügung, der verkehrsgünstig an der A33 liegt. Die Stadt hat bereits eine entsprechende Voranfrage an die Schlosspark und Lippesee Gesellschaft gestellt. Weil es das noch nie in Paderborn gegeben hat, ist das Genehmigungsverfahren nicht einfach. Abgesehen von den Corona-Schutzbedingungen, müssen Brandschutzauflagen und Fragen zur nötigen Stromversorgung der Karussells und anderen Fahrgeschäfte geklärt werden.

Herbstlibori auf der Kippe

Etwas weiter im Genehmigungsverfahren sind bereits knapp 50 Kilometer entfernt die Bielefelder Schausteller, die ganz ähnliche Pläne verfolgen.

Dort hat der Rat am Donnerstagabend das Vorhaben des Schaustellervereins unterstützt, an der Radrennbahn vorübergehend einen Freizeitpark aufzubauen. Weil der Platz anders als Schloß Neuhaus mitten in einem Wohngebiet liegt, gab es Bedenken von zahlreichen Anwohnern. Als Kompromiss einigte man sich dort, die Dauer auf vier Wochen zu begrenzen – von Mitte Juli bis Mitte August – und zudem den Park nur an vier Tagen pro Woche zu öffnen.

Während das Projekt Vergnügungspark weiter Formen annimmt, steht die traditionelle Herbstlibori-Kirmes in der Innenstadt in diesem Jahr vor der Absage, nachdem am Mittwoch Bund und Länder die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bekannt gegeben haben. „Wenn das so in Kraft tritt, gehe ich leider davon aus, dass Herbstlibori nicht möglich sein wird“, so die Einschätzung von Bürgermeister Michael Dreier. Die Planungen sind weit voran geschritten. Reinhardt: „Wir wären bereit.“

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