Landgericht: Bad Lippspringer soll schwunghaft mit Drogen gehandelt haben
Amphetamin und Marihuana im Angebot

Paderborn/Bad Lippspringe (WB). Wenn jemand im Verdacht steht, regelmäßig und in größeren Mengen mit Drogen Geschäfte zu machen, dann spricht die Staatsanwaltschaft gerne von „schwunghaftem Handel“. Kein Wunder also, dass dieses Attribut auch die Betätigung eines 37-jährigen Bad Lippspringers bezeichnet, wegen derer er seit Mittwoch vor Gericht steht.

Mittwoch, 10.06.2020, 22:00 Uhr
Die «Justitia», Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit. Foto: dpa

Es geht in dem Prozess vor der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts wirklich nicht um kleine Mengen – höchstens was die einzelnen Verkäufe angeht. Tatsächlich, so legt die Anklage dem Lippspringer zur Last, soll er insgesamt mit annähernd 25 Kilogramm illegaler Betäubungsmittel gehandelt haben, „schwunghaft“ also.

Mehr als 60 Fälle

26 Fälle macht die Staatsanwaltschaft daraus, und noch einmal weitere 37 Fälle, in denen der Angeklagte in kleinen Mengen gedealt haben soll, also mehrere Konsumeinheiten, die er direkt an die Abnehmer verkauft hat – wie es protokollierte elektronische Kommunikation mit „Kunden“ auf seinem Handy nahe legt.

Die großen Mengen soll er im Frühjahr 2016 sowie zwischen März 2017 und Mai 2018 über einen Lieferanten bezogen haben, um sie weiterzuverkaufen. In der Auflistung der Staatsanwaltschaft sind dies im Einzelnen elf Mal ein Kilogramm Amphetamin, fünf Mal 500 Gramm Amphetamin und zehn Mal ein Kilogramm Marihuana – jede Teilmenge ein einzelner Fall der Anklage.

Hinzu kommen die kleinen Einzelmengen, die der 37-Jährige zwischen Dezember 2016 und Februar 2017 von Zuhause aus oder auf einem Parkplatz weitergegeben haben soll und von denen die Staatsanwaltschaft ausgeht, dass sie aus einer anderen Quelle stammen.

Hauptzeuge meldet sich krank

Der Prozessauftakt kam durch die gesundheitliche Situation des Hauptzeugen ins Stocken: Übelkeit und Durchfall hinderten den ehemaligen Betreiber einer Shisha-Bar in Bad Lippspringe an seinem Erscheinen vor Gericht, zumindest laut schriftlicher Mitteilung seines Anwalts. Ohne seine Aussage jedoch sieht die Kammer die Vernehmung verschiedener weiterer Zeugen kritisch – zumal der Angeklagte selbst umfassend von seinem Schweigerecht Gebrauch macht – „zunächst“ wie Verteidiger Matthias Cramer betont.

Deshalb wird erst zum zweiten Prozesstermin am kommenden Mittwoch mit der Befragung der Hauptzeugen begonnen werden. Ob der mutmaßliche Lieferant dann dem Gericht glaubhaft weiterhelfen wird, soll sich zeigen: „Wir wissen nicht, was er uns erzählt“, merkte Vorsitzender Richter Dr. Oliver Neuwinger an.

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