Paderborner Stadtverwaltung stellt 200.000 Euro für Veranstaltungen in Aussicht
Rückendeckung für heimische Kulturszene

Paderborn (WB). Die Chancen für einen ersten „Paderborner Kultursommer“ stehen gut. Die Verwaltung stellte in der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstagabend 200.000 Euro für die Initiative der heimischen Kulturszene in Aussicht. Alle Fraktionen signalisierten ihre Unterstützung. Allerdings wird das Konzept der Veranstaltung voraussichtlich nicht eins zu eins umgesetzt.

Donnerstag, 11.06.2020, 12:00 Uhr
Auch die Kleinkunstmesse „Performance“ wird in diesem Jahr wahrscheinlich ausfallen müssen. Der „Paderborner Kultursommer“ soll als Ersatz für viele abgesagte Veranstaltungen die heimische Kulturszene am Leben erhalten. Dafür gibt es nun Geld von der Stadt. Foto: Jörn Hannemann

„Es ist einfacher, ein großes Konzert zu planen als viele kleine“, sagte der Erste Beigeordnete Carsten Venherm. Den Initiatoren des „Kultursommers“ schweben aber Musik, Literatur und vieles mehr auf zahlreichen umgrenzten und abgrenzbaren Plätzen sowie in privaten und städtischen Räumen vor.

Die Stadt sei aber nicht dazu in der Lage, eine Vielzahl von Räumen und Orten zu bespielen, beteuerte Venherm. Die von den Initiatoren eingeforderten verlässlichen Rahmenbedingungen könne die Verwaltung inmitten der Corona-Pandemie mit sich schnell verändernden Auflagen und Verordnungen in kürzester Zeit nicht leisten.

Start mit Testwochenende

Auch wenn die Menschen wieder nach draußen drängten, müsse die Stadt „die Veranstaltungssicherheit im Blick behalten“. Außerdem könnten sich bei kleinen Veranstaltungen angesichts der Auflagen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus traurige Bilder ergeben: „Wir wollen nicht 20 Leute bei Regen im Käfig sitzen sehen.“

Wie am 27. Mai berichtet, soll der „Paderborner Kultursommer“ nach den Vorstellungen der Initiatoren, zu denen Olaf Menne, Uli Lettermann und Karsten Strack gehören, bereits Ende Juni mit einem Testwochenende beginnen, sich bis September erstrecken und seinen Höhepunkt in der Libori-Woche erleben. Mehr als 100 Veranstaltungen im kleineren Rahmen sind geplant. Der „Paderborner Kultursommer“ soll dazu beitragen, die durch fehlende Auftrittsmöglichkeiten in den vergangenen Monaten schwer getroffene Kulturszene am Leben zu erhalten. Dabei soll die Stadt das Festival finanziell absichern.

Als konkrete Summe nannte Carsten Venherm im Ausschuss 200.000 Euro. Das Geld setzt sich aus 120.000 Euro aus dem Kulturamt, 50.000 Euro aus dem Stadtmarketing und 30.000 Euro aus der Schlosspark und Lippeseegesellschaft zusammen. „Das ist Geld, das für Veranstaltungen gedacht war, die bereits ausfallen mussten oder noch ausfallen müssen“, sagte Venherm. Trotz einiger Bedenken unterstützt die Verwaltung nach seinen Worten „selbstverständlich“ die Idee des „Paderborner Kultursommers“. Venherm kündigte für die Ratssitzung am 25. Juni ein Konzept für die Veranstaltung an. Mit den Initiatoren hat es bereits zwei Gespräche gegeben.

Breite Zustimmung

Alle Fraktionen im Ausschuss gaben der heimischen Kulturszene Rückendeckung. „Die CDU unterstützt das Ansinnen grundsätzlich“, sagte zum Beispiel Markus Mertens. Der „Kultursommer“ wäre gut für die Stadt, die Bürger und natürlich für die Kulturschaffenden. Manfred Krugmann sprach für die SPD von einer „lobenswerten Initiative“, forderte aber gleichzeitig ein konkretes Konzept. Für den Kultursommer machten sich auch die Grünen, die FDP, die Linksfraktion, FBI und Für Paderborn stark.

Dass die Musiker, Künstler und Veranstalter mehr Auftrittsmöglichkeiten brauchen, machte der Bericht zur Situation der Kulturszene deutlich, den Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner vortrug. „Ganz viele Veranstaltungen mussten ausfallen“, sagte er und erinnerte an das Theaterfest, die Puppenspielwochen und die Konzerte zum Beethovenjahr. Wahrscheinlich werde es auch die Kleinkunstmesse „Performance“ Anfang September treffen; die für den 29. August vorgesehene Museumsnacht werde hauptsächlich digital ablaufen. Die Schließung der städtischen Museen und Galerien habe „erhebliche Einnahmeausfälle“ beschert.

Große Solidarität bescheinigte Gockel-Böhner den Abonnenten der städtischen Konzertveranstaltungen mit der NWD; drei Viertel von ihnen hätten das Geld nicht zurückgefordert, sondern dem Förderverein gespendet. Der Kulturamtschef und der Erste Beigeordnete behaupteten, sie würden die Kultur unterstützen, wo sie nur könnten. Venherm: „Wir waren alles andere als untätig.“ Als ein Beispiel nannte Christoph Gockel-Böhner die neu entwickelte Kultour-Caching-App, die 40 Künstlern aus Paderborn Gagen verschaffe.

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