Bürgerhausverein Schloß Neuhaus und Pächter gehen getrennte Wege
Schlössle meldet Insolvenz an

Paderborn (WB). Der Bürgerhausverein Schloß Neuhaus steht ohne Pächter da: Roman Murach hat für das Restaurant Schlössle Insolvenzantrag gestellt. Ab sofort trennen sich die Wege.

Montag, 08.06.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 07:06 Uhr
In der Schlosshalle finden jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt. Der Pächter des benachbarten Schlössle, Roman Murach, hat Insolvenz für die Gastronomie angemeldet. Foto: Thorsten Schneider

„Es war schon vor Corona schwierig. Jetzt ist ein Schlussstrich gezogen“, fasste Markus Mertens, Vorstandsmitglied des Bürgerhausvereins, auf WV-Anfrage das Verhältnis zwischen der Eigentümerin und dem Pächter zusammen. Die Pandemie habe den Rest gegeben. Auch wenn die meisten Feiern längst abgesagt seien: Die Trennung werde keine Auswirkungen auf gebuchte Veranstaltungen haben, versicherte Mertens. „Wir haben bereits einen Caterer gefunden, mit dem wir weiter arbeiten wollen“, erklärte Mertens, der sich übergangsweise mit einem Vorstandskollegen um das Vermietgeschäft der Säle kümmern will. Auch die Suche nach einem dauerhaften neuen Pächter laufe auf Hochtouren.

Schon jetzt rechnet der Verein in diesem Jahr mit Mindereinnahmen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro. 20.000 Euro gingen auf das Konto des Gastronoms wegen nicht gezahlter Pacht, 40.000 Euro seien Verluste durch abgesagte Veranstaltungen, rechnete Markus Mertens vor. Das Geld, was auf der „hohen Kante“ gelegen habe, werde dabei draufgehen.

Im Mai 2015 hatte der gelernte Koch Roman Murach das Restaurant Schlössle und nach einiger Zeit auch die Vermietung der benachbarten Säle des Bürgerhauses übernommen. Doch trotz guter Küche sei das Geschäft schwierig gewesen, hieß es am Montag aus dem Umfeld des Gastronoms. Die räumlichen Bedingungen und die Nutzung der Schlosshalle unter der Woche als Schulmensa seien nicht optimal. Auch die Außengastronomie sei nicht attraktiv genug, hieß es aus dem Umfeld.

Neues Gastronomiekonzept kam nicht mehr zum Zuge

„In diesem Frühjahr wollte ich wegen sinkender Umsätze mein Gastronomiekonzept erneuern. Neue Speisen- und Getränkekarten waren bereits gedruckt und sollten für neuen Schwung sorgen“, berichtete Murach am Montag. Doch die behördlich verordnete Schließung wegen der Corona-Pandemie habe den Neustart verhindert. Auch die sofortige Umstellung auf Essensauslieferungen habe die immer größer werdende Finanzlücke und damit die Insolvenz nicht mehr aufhalten können. „Wir bedanken uns bei unseren langjährigen Gästen und dem Bürgerhausverein für die gute Zusammenarbeit und wünschen dem Nachfolger mehr Glück und gutes Gelingen“, erklärte der Pächter, der sich bereits auf Stellensuche befindet. Der Gastronom möchte nach eigenen Angaben wieder als Koch arbeiten. Es sei aber auch nicht auszuschließen, so Murach, dass er sich nach Ablauf des Insolvenzverfahrens eine neue Existenz aufbauen werde. „Ich habe fünf anstrengende Jahre hinter mir. Es ist eine Erfahrung, allerdings keine schöne. Aber so ist das Business. Wenn man auf die Nase bekommt, muss man wieder aufstehen“, stellte er fest. Von der Insolvenz betroffen sind drei fest angestellte Mitarbeiter sowie 30 Aushilfen. Einige hätten bereits einen neuen Job.

Markus Mertens erläuterte, dass die Verpachtung des Bürgerhauses unter der Woche an die Stadt als Mensa für die Schulen eine sehr gute Lösung sei. Der Ausblick sei jedoch sehr schwierig. Von 70 Veranstaltungen seien bislang 47 abgesagt – einige auch bereits nach dem 31. August. Das ist bekanntlich das Datum, bis zu dem Großveranstaltungen mindestens verboten sind. Das Vermietgeschäft laufe nur sehr langsam wieder an. Immerhin: Am Samstag werde der SPD-Ortsverein Paderborn dort seine Kommunalwahlkonferenz unter den geltenden Hygieneauflagen abhalten.

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