Orgelfestival: Daria Burlak widmet sich französischen Komponisten
Hohe Kunst im Hohen Dom

Paderborn (WB). Die Kunst des Orgelspielens kann weit über die Grenzen der alltäglich bekannten Lieder aus den Gottesdiensten hinaus gehen. Das bewies die Organistin Daria Burlak bei ihrem symphonischen Konzert im Paderborner Dom. Sie glänzte mit Werken französischer Komponisten wie Charles Tournemire und Jean-Louis Florentz.

Montag, 08.06.2020, 10:23 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 10:30 Uhr
Die vielfach ausgezeichnete Organistin Daria Burlak erhielt viel Applaus bei ihrem Konzert im Paderborner Dom. Foto: Rebecca Borde

Eingeleitet wurde das Konzert mit dem von Tournemire komponierten symphonischen Choral in sechs verbunden Teilen. Inhaltlich ist das Stück an Auszügen des 18. Psalms gebunden. Dieser erzählt, wie Gott einen Menschen aus den Zwängen der Unterwelt befreit. Die Bedrohlichkeit und die Macht, die hier zum Ausdruck kommen, lassen sich ebenfalls in den dramatisch wirkenden Tönen der Musik wiederfinden; Daria Burlak schafft es durch ihr großes musikalisches Talent, ihre Zuhörer in eine Atmosphäre der Spannung eintauchen zu lassen, die begeistert.

Doch auch das Spielen von ruhigen und frohen Harmonien beherrscht die Organistin in Perfektion. Dies zeigte sie bei der Darbietung ihres zweiten Stücks, „La Croix du Sud“, von Florentz. Die Komposition handelt von einem Liebesgedicht der Tuareg und bietet eine komplexe Rhythmik, die das afrikanische Flair gelungen zum Vorschein bringt.

Langanhaltender Applaus

Mit dem finalen, von Rolande Falcinelli stammendem Stück „Miniatures Persanes, Suite pour Orgue“, entlockte Daria Burlak ihrem Publikum einen langanhaltenden Applaus. Die Organistin musste nur wenige Minuten spielen, um jeden erkennen zu lassen, dass sie die unzähligen Preise für ihre musikalischen Leistungen zu Recht bekommen hat. So gewann sie unter anderem 2017 beim 6. Internationalen Orgelwettbewerb Dudelange in Luxemburg den ­ersten Preis. Acht Jahre zuvor hatte sie bereits beim 6. Internationalen Mikael-Tariverdiev-Orgelwettbewerb neben dem ersten Preis gleich zehn Sonderpreise erhalten.

Hinter den vielen Auszeichnungen steckt eine umfangreiche Ausbildung. Die aus Wladiwostok, Russland, stammende Organistin absolvierte ihre Ausbildung zur Konzertpianistin und Klavierpädagogin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und ist in Europa, Kanada und den USA eine gefragte Künstlerin.

Burlaks Konzert im Hohen Dom zu Paderborn ist das erste von vier Konzerten im Rahmen des 6. Orgelfestivals in Paderborn. Am Freitag, 12. Juni, 19 Uhr, wird das zweite Konzert vom japanischen Organisten Kensuke Ohira gespielt. Der Eintritt ist frei.

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