Stadt setzt auf E-Mobilität – auch in den Ortsteilen soll der Ausbau voranschreiten
36 neue Ladepunkte sind noch in diesem Jahr geplant

Paderborn (WB). Die Stadt ­Paderborn will die Zahl der E-Ladesäulen für Elektroautos in den kommenden Jahren massiv ausbauen. Noch in diesem Jahr sollen 36 neue, für jedermann zugäng­liche Ladepunkte hinzukommen. Eine Säule verfügt in der Regel über zwei Ladepunkte. Vor allem in den Ortsteilen soll die Möglichkeit, E-Autos auf­zuladen, bis 2025 aus­gebaut werden. 320 Ladepunkte soll es in fünf Jahren in Paderborn geben. Darüber hat der städtische Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASP) jetzt die Mitglieder des Betriebs­ausschusses informiert.

Montag, 08.06.2020, 09:57 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 10:14 Uhr
Am Parkplatz vor dem erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn können E-Autos aufgeladen werden. Foto: Jörn Hannemann

Aktuell liegt die Zahl der öffentlichen E-Ladesäulen nach Angaben des ASP bei 55. Hinzu kommen sieben sogenannte Schnell­ladepunkte, die sich am Autohof in Mönkeloh und am Betriebshof von Westfalen Weser Netz am Tegelweg befinden. Wie Dietmar Regener, stellvertretender ASP-Betriebsleiter erläuterte, betreibt die Stadt zwölf Ladepunkte. 43 Ladepunkte werden also in anderer Regie betrieben. Zum größten Teil befinden sich die Ladepunkte derzeit in der Kernstadt.

Gutachten erwartet Nachfrageschub für Elektroautos

In einem Gutachten, das der ASP in Auftrag gegeben hatte, war empfohlen worden, dass bis Ende dieses Jahres mindestens 68 Ladepunkte in Paderborn vorhanden sein sollen, um den Bedarf zu decken. Mit der Installation der 36 weiteren Ladepunkte geht die Stadt also über die Empfehlung hinaus. Das Gutachten erwartet für die Jahre 2022 und 2023 einen Nachfrageschub für E-Autos. Derzeit sind im Kreis Paderborn erst mehr als 700 E-Autos unterwegs.

Darüber hinaus könnte die von der Bundesregierung vergangene Woche beschlossene Verdoppelung der „Umweltprämie“ für E-Autos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3000 auf 6000 Euro zusätzliche Kauf­anreize schaffen. Jenseits eines Listenpreises von 40.000 Euro ist der Zuschuss allerdings niedriger. Hinzu kommen sollen Eigenbeiträge der Hersteller. Auch Plug-in-Hybride sollen weiter bezuschusst werden. Die geplante Senkung des Mehrwertsteuersatzes bis Silvester von 19 auf 16 Punkte könnte den Kauf neuer E-Autos ebenfalls ankurbeln.

In sieben bis acht Jahren sollen etwa 20.000 E-Autos in Paderborn fahren

Zehn der 36 neuen Ladenpunkte sind am Maspernplatz, vier am Liboriberg, zwei am Turnplatz und zwei weitere am Dr.-Rörig-Damm geplant. Darüber hinaus sollen am Hatzfelder Platz in Schloß Neuhaus, an der Von-Ketteler-Straße in Elsen, am Alten Hellweg in Wewer, an der Ellerstraße in Dahl, an der Gogrevenstraße in Neuen­beken, an der Straße Bendesloh in Marienloh, an der Sennelager­straße in Sande, an der Bielefelder Straße in Sennelager und an der Eggestraße in Benhausen je zwei Ladepunkte installiert werden.

Sollte es tatsächlich zum Boom bei Elektroautos kommen, setzt der ASP auch auf weitere E-Ladesäulenbetreiber wie Supermärkte, Autohäuser und Tankstellen, die eigene Anlagen bauen sollen, um den prognostizierten Bedarf zu decken. Laut dem Gutachten sollen in sieben bis acht Jahren etwa 20.000 E-Autos im Paderborner Stadtgebiet unterwegs sein.

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