Weihbischof Hubert Berenbrinker feiert am Sonntag 70. Geburtstag
Ein Kämpfer für die Ökumene

Paderborn (WB/mba). Hubert Berenbrinker ist vielen Menschen in der Region und darüber hinaus bekannt. Seit zwölfen Jahren ist der 1950 in Verl geborene Geist­liche im Erzbistum Paderborn als Weihbischof tätig und hat in dieser Funktion Tausenden Firm­lingen das Firmsakrament gespendet. An diesem Sonntag wird er 70 Jahre alt.

Samstag, 06.06.2020, 11:20 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 11:24 Uhr
Weihbischof Hubert Berenbrinker mit seinem Bischofsstab. Foto: Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

Berenbrinker sei ein „Pastor“ im besten Sinne – ein „Hirte“, der „den Stallgeruch seiner Schafe an sich trage“, würdigt Erzbischof Hans-Josef Becker den Jubilar mit Worten von Papst Franziskus in einer Mitteilung. Auch aufgrund seines langjährigen Wirkens im Siegerland sei Berenbrinker die Ökumene, das Miteinander und Füreinander der christlichen Kirchen und Gemeinschaften wichtig, betont Becker. Im Hinblick auf die besondere Aufgabe des Weihbischofs im Erzbistum Paderborn – die Begleitung der Ruhestandsgeistlichen – unterstreicht Becker, dass Berenbrinker für die älteren Priester ein „verlässlicher, diskreter und hilfreicher Ansprechpartner“ sei. Berenbrinker gehe „uneitel“ und im besten Sinn „ostwestfälisch“ unprätentiös seinen Glaubensweg vor Gott, unter und mit den Menschen und in einer spürbaren großen Liebe zur Schöpfung und ihrer Schönheit, schreibt Becker.

Weihbischof Hubert Berenbrinker (rechts) und Erzbischof Hans-Josef Becker sind schon lange Zeit Weggefährten. Hier sind sie bei der Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius am Libori-Dienstag 2019 zu sehen.

Weihbischof Hubert Berenbrinker (rechts) und Erzbischof Hans-Josef Becker sind schon lange Zeit Weggefährten. Hier sind sie bei der Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius am Libori-Dienstag 2019 zu sehen. Foto: Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

Berenbrinker bezeichnet sich nach eigenen Angaben nicht als „großen Prediger“. Spontan und frei zu predigen, falle ihm schwer. „Ich muss mich immer gut vorbereiten und habe immer einen ausgeschriebenen Text bei mir“, wird Berenbrinker in einer Mitteilung des Erzbistums zitiert. An seine Ernennung zum Weihbischof könne er sich noch gut erinnern. „Das weiß ich noch ganz genau: Es war der 15. April 2008, als Erzbischof Hans-Josef Becker mir mitgeteilt hat, dass mich der Papst zum Weihbischof ernannt hat. Das war für mich völlig überraschend. Der Kandidat kann nur ablehnen, wenn etwas Wichtiges der Übernahme der neuen Aufgabe entgegensteht“, erklärt Berenbrinker.

Viele Gespräche und Begegnungen

Die Aufgaben als Weihbischof und die Vertretung des Diözesanbischofs brächten eine Reihe von Aufgaben mit sich und ermöglichten eine Vielzahl von Gesprächen und Begegnungen: mit Priestern, Gemeindereferenten, Leitern und Mitarbeitern in den Einrichtungen, mit kirchlichen Gremien und Vertretern der Verbände auf Ort- und Dekanatsebene. Aber diese Arbeit bereite ihm viel Freude. „Ein besonderer Augenblick ist für mich die Beauftragung von Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie die Spendung des Weihesakraments. Wahrzunehmen, dass junge Menschen zum Ruf Gottes an sie ja sagen und ihrer Berufung folgen, das fasziniert mich.“

Berenbrinker lobt die Ehrenamtlichen

Sehr gerne erinnere er sich an die Begleitung der Messdiener bei den inter­nationalen Ministranten-Wallfahrten nach Rom 2015 und 2018 zurück: „So viel Glaubensfreunde bei jungen Menschen – das war ein Zeugnis, das auch mir viel Mut im Hinblick auf die Zukunft der Kirche geschenkt hat“, sagt Berenbrinker. Mit Dankbarkeit dürfe er bei seinen Besuchen in den Gemeinden und Dekanaten immer wieder feststellen, wie viele hochmotivierte und kompetente Mitarbeiter das Erzbistum vor Ort ­habe, besonders lobt Berenbrinker in diesem Zusammenhang die Ehrenamtlichen. Das lasse ihn mit Zuversicht in die Zukunft schauen. „Gerade auch angesichts der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen.“

Zur Person

Nach seinem Abitur 1970 studierte Hubert Berenbrinker Theologie und Philosophie in Paderborn und Innsbruck. 1977 wurde der gebürtige Verler zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Stationen unter anderem in Siegen übernahm er 2004 die Leitung der Zentralabteilung und des Bereiches Pastorales Personal im Generalvikariat. 2008 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof ernannt.

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Ein großes Anliegen sei es ihm, die Jugendlichen zu ermutigen, die als Leiter von Messdienergruppen Verantwortung über­nähmen oder sich in der Jugendfeuerwehr, beim Roten Kreuz oder in einem Musikverein engagierten. Sie alle setzten sich für die Bewahrung der Schöpfung ein.

In der Corona-Krise sei er zu einer Art „Telefonseelsorger“ geworden. Die Gottesdienste mit der Spendung des Firmsakraments und die Besuche bei älteren Priestern habe er sehr vermisst, sagt Berenbrinker, der aber betont: „Auch ich merke, dass ich älter werde. Die notwendigen Zeiten für die körperliche und seelische Erholung werden länger. Manchmal denke ich auch, dass es für die Erzdiözese gut wäre, an meiner Stelle einen Weihbischof zu haben, der einer jüngeren Generation angehört. Doch diese Entscheidung liegt nicht in meiner Hand.“

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