Niku Masbough aus Paderborn unterstützt die Forschung über das Virus
Mode gegen Corona

Paderborn (WB). Niku Masbough ist Mathematikerin, Schriftstellerin und Modedesignerin. In diesen Tagen engagiert sie sich zusätzlich für die Forschung über das Coronavirus.

Samstag, 06.06.2020, 09:03 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 09:50 Uhr
Niku Masbough zeigt ein von ihr designtes T-Shirt samt ihrem Logo. Ihre Mode entwirft sie mit Software, aber auch mit Stift auf Papier. Auch Mundschutz hat sie genäht. Foto: Oliver Schwabe

Die Iranerin, die seit August 2012 in Paderborn lebt, stellt den Erlös ihrer Aktion „Fashion against Corona“ Professor Rolf Hilgenfeld von der Universität Lübeck zur Verfügung. Der 66-jährige Wissenschaftler gehört weltweit zu den renommiertesten Biochemikern und Strukturvirologen und forscht auf dem Gebiet der Coronaviren.

„Die Spendenaktion hat eine symbolische Bedeutung, sie soll die Arbeit der Forscher würdigen und unterstützen“, sagt Niku Masbough. Deutschland und nicht zuletzt ihr Heimatland leiden unter dem Virus. Zwei ihrer Cousins im Iran hätten sich damit infiziert, erzählt die junge Frau: „Einer hat sich bei einer Beerdigung angesteckt. Ihm geht es wieder besser, aber er hat stark abgenommen und ist noch sehr geschwächt. Der andere Cousin hat sich in einem Schwimmbad infiziert.“

Teespring übernimmt für sie den Verkauf

Um ihren Beitrag zu leisten, damit genügend Geld für die Erforschung der neuartigen Lungenkrankheit bereitsteht, spendet Niku Masbough ihren Erlös aus dem Verkauf ihrer Mode. Ihren Onlineshop hat sie im Oktober 2019 gestartet und bedient sich dabei der E-Commerce-Plattform Teespring. „Ich designe das, was bedruckt wird, also Schrift und Muster, und lade es auf der Plattform hoch. Teespring prüft, ob es zum Beispiel das Muster bereits gibt, und bietet die Mode dann im Onlineshop an“, erläutert die 27-Jährige. Es ist ihr nach eigenen Worten wichtig, dass die T-Shirts, Hoodies, Leggings und Handtücher in San Francisco produziert werden und nicht für Hungerlöhne in Asien.

Fünf bis zehn Euro sollen an die Forschung gehen

Nach dem Lockdown war auf ihrer Kleidung die Aufforderung „Stay home. Save lives“ zu sehen. Neben Komfort zeichne „Zeitgebundenheit“ ihre Mode aus, sagt Niku Masbough. Vor Corona machte sie auf ihrer Kleidung beispielsweise Werbung für „Fridays for Future“. Wer ihre Mode kennenlernen und indirekt die Corona-Forschung unterstützen möchte, steuert im Internet die Adresse https://teespring.com/de/stores/niku-masbough an. Die bestellten Shirts werden den Kunden dann zugeschickt. Den Teil des Erlöses, den Niku Masbough bekommen würde – fünf bis zehn Euro pro Teil –, erhalte die Uni Lübeck, betont die Designerin. Ihre Aktion läuft bis zum 30. Juni.

Mode sei schon immer ihr Steckenpferd gewesen, erzählt Niku Masbough, die gleichzeitig weiß, dass sie davon nicht leben könnte („Die Modewelt ist ein sehr hartes Pflaster“). Ihr Geld verdient sie als Mathedozentin bei einem privaten Bildungsträger. Mathematik hat sie in Paderborn studiert, zur Zeit hängt sie zwei Fachsemester in Deutsch als Fremdsprache dran. Ihre zweite Leidenschaft neben der Mode ist das Schreiben. Nach dem Erstlingsroman „Mira: Auf der Suche nach der Wahrheit“ erschien im Februar „Der Blick in den Spiegel: Catherine“. Darin geht es um eine Frau, der auf den ersten Blick nichts fehlt, die aber trotzdem todunglücklich ist. Ihr Mann beachtet sie nicht, und Catherine beginnt eine Affäre. Mathematik lehren, Bücher schreiben, Mode entwerfen: Niku Masbough ist ein vielfältiger Mensch.

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